Nach dem Atomtest

Gabriel will Sanktionen gegen Helfer-Staaten Nordkoreas

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„Wir dürfen keine Arbeitsplätze mehr bieten“, erklärte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. 

Nach Nordkoreas jüngster Provokation - die gezündete Wasserstoffbombe - spricht Sigmar Gabriel Klartext und plädiert für Sanktionen gegen Staaten, die Nordkorea unterstützen.

Tallinn - Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich für Sanktionen gegen Staaten ausgesprochen, die durch die Lieferung von Technik Nordkoreas Atomwaffenprogramm unterstützen. Im Zweifelsfall müsse man auch diese Länder „wirtschaftlich unter Druck setzen“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag am Rande eines EU-Außenministertreffens in der estnischen Hauptstadt Tallinn.

Einig sei man sich bereits darüber, die entsprechenden Lieferwege zu kontrollieren. Die „technischen Mittel“ zum Bau von Atomwaffen und Raketen müssten von außen kommen, sagte Gabriel.

Die EU kündigt Pläne für verschärfte Wirtschaftssanktionen an 

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hatte vorher Pläne für eine Verschärfung der europäischen Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea selbst angekündigt. Sie sollen darauf abzielen, die Devisenbeschaffung für Nordkorea weiter zu erschweren. So könnten zum Beispiel nordkoreanische Gastarbeiter ausgewiesen und EU-Häfen für Schiffe von Nordkoreanern gesperrt werden.

„Nach unserer Auffassung darf Europa es nicht mehr zulassen, dass koreanische Schiffe oder Schiffe in Eigentümerschaft Koreas Häfen bei uns anlaufen, dass wir Arbeitsplätze bieten“, erklärte Gabriel. „Das Geld, das dort verdient wird, dient nur dazu, es ins Atomprogramm zu stecken.“

dpa

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