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Affenpocken: Wie verrückt ist jetzt die Pandemie-Simulation mit Leopardenbiss?

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Von: Dominik Jahn

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Total irre? Pocken-Pandemie durch Leopardenbiss. Der Ablauf eines bestimmten Szenarios ist genau beschrieben.

Aktuell steht das Affenpockenvirus (Monkeypoxvirus) im Blickpunkt der Forscher. Eine Pandemie-Panik halten die meisten Experten dabei allerdings für unangebracht. Wie echo24.de bereits berichtet hat, lässt sich ein Vergleich zu Corona nicht ziehen. Dafür gibt es zu viele Details, in denen sich die beiden Erreger unterscheiden. Doch der Vorfall ist Grund genug, für die G7-Staaten und die Weltgesundheits­organisation (WHO) sich auf weitere Pandemie-Szenarien einzustellen – doch diese Simulation klingt total verrückt.

Zu Beginn der Beratungen der sieben führenden Industriestaaten, erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor wenigen Tagen, man wolle damit feststellen, „ob aus Feh­lern der Vergangenheit effektive Lehren gezogen wurden“. Doch wie realistisch kann diese Pockenpandemie-Simulation sein: Ein Leopardenbiss bringt den tödlichen Virus.

Unterlagen zu Leoparden-Szenario im Vorfeld aufgetaucht

Wie unter anderem das Ärzteblatt schreibt, soll es sich laut Lauterbach um „eine sehr realistische Übung handeln“. Besonders stark betroffen sollen in dieser Vorstellung junge Leute sein. Mit Blick auf die Affenpocken sagte der Gesundheitsminister, sei eine Übertragung von Tierpocken auf den Menschen „keine reine Theorie“ mehr.

Zoonosen

Laut der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen, komme diese sowohl bei Menschen als auch beim Tier vor und sind von Tier zu Mensch und/oder von Mensch zu Tier übertragbar. Der Mensch entstammt evolutionär dem Tierreich, daher ist es nicht ungewöhnlich, „dass Krankheitserreger existieren, die sowohl Tiere als auch Menschen infizieren können. Durch derartige Erreger ausgelöste Infektionskrankheiten bezeichnet man als Zoonosen“. Bei Zooanthroponosen kommen die Erreger meist aus dem Tierreich, bei Anthropozoonosen findet die Übertragung meist vom Menschen aufs Tier statt. „Fakultativen Zoonosen (Amphixenosen) erfolgt die Übertragung“, laut Plattform, „wechselseitig“.

Bereits im Vorfeld des Treffens hatte die Bildzeitung über das Leopardenbiss-Pocken-Szenario berichtet. Demnach lagen dem Boulevardblatt die entsprechenden Unterlagen bereits vor.

Pandemie-Simulation: Das Szenario mit Leopardenbiss

In dem ausgedachten Notfall-Szenario beißt ein Leopard einen Menschen und überträgt dem Opfer ein gefährliches Pocken-Virus. Weiter heißt es dazu: „Diese Infektion verbreitet sich anschließend rasend schnell und weltweit von Mensch zu Mensch. In drei kurzen Videos bekommen die Minister mögliche Entwicklungen der Pandemie beschrieben“. Danach gibt‘s 25 Minuten Zeit, um zu diskutieren.

Offiziell wird das Pandemie-Szenario von der WHO als „Leoparden-Pocken“ bezeichnet. Die besonders stark betroffenen Jugendlichen in dieser ausgedachten Notlage sterben dem Bild-Bericht zufolge häufig an den Folgen des Virus, die Pocken verbreiten sich weltweit. Die Minister müssen dann eine durchdachte Antwort finden.

Aber nicht nur der Ausbruch und die ersten Folgen der Leoparden-Pocken kommen in dem Pandemie-Szenario vor, auch weitere mögliche Schritte kommen in dem Horror-Skript vor. Gute zwölf Wochen nach dem ersten Auftreten des neuen Virus soll ein Impfstoff die Rettung sein. Problem: Laut den, der Bild vorliegenden Unterlagen, verursachen die Leoparden-Pocken massive Langzeitschäden. Weiterhin sterben viele Menschen.

Leopardenbiss-Szenario: Die Welt will vorbereitet sein

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, gehe es bei all den Überlegungen „um klare Zuständigkeiten, die Vernetzung von Spezialisten und schnell abrufbare Finanzierung“. Karl Lauterbach machte deutlich, dass Konzepte entwickelt werden sollen, „damit aus einem Krankheitsausbruch erst gar keine Pandemie entstehe“.

Auch wenn bei dem sich aktuell ausbreitenden Affenpockenvirus die Ansteckungsgefahr geringer sein soll, als bei Corona und eine ähnlich dramatische Pandemie-Entwicklung eher unwahrscheinlich ist, so könnte sich diese Sachlage mit einem weiteren neuen, vielleicht noch unbekannten Virus schnell ändern.

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