Antisemitismus als Strategie

Rabbi warnt vor Europawahl: „Sie haben derart Angst vor ...“

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Pinchas Goldschmidt, Präsident der CER, befürchtet einen Rückschritt für Europa.

Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt sieht Europa am Scheideweg. Er erklärte, warum die derzeitigen Angriffe auf die Religionsfreiheit gefährlich für die Gemeinschaft sind.

Brüssel - Der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) hat vor dem Erstarken radikaler Kräfte bei der Europawahl gewarnt. „Die Wahlen werden ein großer Test für Europa“, sagte Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt am Montag in Brüssel. Es gebe derzeit vielerorts Angriffe auf die freie Religionsausübung. „Europa wird entweder die derzeitigen Turbulenzen überwinden oder sich zurückentwickeln.“

Rechte Gruppierungen nutzten Antisemitismus als Kampagnenmittel etwa in Polen, Ungarn oder Griechenland, sagte Pinchas Goldschmidt. Doch auch etablierte Parteien übernähmen nach und nach deren Rhetorik.

Europawahl: Französische Juden sympathisieren aus Angst mit Rechtsradikalen

Es gebe jedoch noch ein weiteres Phänomen: In Frankreich beispielsweise gebe es zahlreiche Juden, die trotz allem mit der Rechtspopulistin Marine Le Pen sympathisierten. „Sie haben derart Angst vor dem islamistischen Terror, dass sie sich mit einem rechtsradikalen Präsidenten sicherer fühlen würden.“ Der Angriff auf freie Religionsausübung betreffe jedoch Muslime, Juden und weitere Minderheiten gleichermaßen.

Die CER tritt für die religiösen Rechte der Juden in Europa ein. Sie vertritt rund 700 Rabbiner und damit nach eigenen Angaben die größten jüdischen Gemeinden Europas.

Die Europawahlen finden vom 23. bis 26. Mai statt. In Deutschland wird am 26. Mai gewählt.

dpa

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