Das Lösungswort ist: zufüttern!

Vor allem Jungtiere von Nuss-Mangel bedroht! So retten Sie Eichhörnchen vorm Kälte-Tod

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Eichhörnchen finden derzeit zu wenig Nüsse - vielen droht der Kältetod.

Eichhörnchen verpassen den Zeitpunkt, sich ausreichend Vorräte anzulegen. Eine fatale Folge des veränderten Klimas, die sich aber verhindern lässt.

Stuttgart - Eichhörnchen steht in diesem Jahr erneut ein harter Winter bevor. Vielen droht nach dem langen Sommer aus gleich mehreren Grünen ein grausamer Kälte-Tod. Dabei ist die Rettung im Grunde ganz einfach. Und wirklich jeder kann den flauschigen Tierchen helfen.

Eichhörnchen nach langem Sommer bedroht: So retten Sie die Tiere vor dem Kälte-Tod

Das Stichwort: zufüttern. War es früher ein weit verbreiteter Glaube, dass Eichhörnchen nicht von Menschen versorgt werden dürfen, weil sie dadurch verlernen würden, eigene Vorräte anzulegen, so steht mittlerweile fest: Eichhörnchen brauchen dringend unsere Hilfe, um überleben zu können.

"Den Tieren ist immer geholfen, wenn man zufüttert", sagt Jeannine Maurer von der Eichhörnchenhilfe Stuttgart gegenüber echo24.de *. Ohne Hilfe würden es viele Tiere schlichtergreifend nicht schaffen. "Die Nussernte ist dieses Jahr noch schlechter als letztes Jahr", erklärt Maurer.

Wegen Nuss-Mangel: Vielen Eichhörnchen droht im Winter der Tod

Denn viele Nüsse seien in diesem Jahr hohl. Die Eichhörnchen würden deshalb gar nicht erst genug Futter für mögliche Vorräte finden. Wenn sie aus der Winterruhe für kurze Wach- und Fressphasen aufwachen würden, sei es für die Puscheltierchen deshalb extrem wichtig, dass sie schnell etwas Essbares ausfindig machen. Sonst droht ihnen der Kälte- oder Hungertod.

Besonders Jungtiere sind gefährdet. Denn wegen des langen Sommers hatten viele Eichhörnchen drei statt den üblichen zwei Würfen. "Dieses Jahr ist die Natur völlig aus dem Gleichgewicht. Wir bekommen jetzt noch Baby-Eichhörnchen ohne Fell, gerade mal ein paar Wochen alt. Wenn sie ausgewachsen sind und selbst für sich sorgen könnten, werden diese Tiere keine Nahrung mehr finden", sagt Maurer. Die Kleinen haben zudem größere Schwierigkeiten, Nussschalen zu knacken, als ausgewachsene Tiere.

Eichhörnchen zufüttern: Den Tieren das Leben zu retten, ist ganz einfach

Die Eichhörnchenhilfe Stuttgart ruft deshalb dazu auf, den Nagern zu helfen und sie vor dem Tod im Winter zu retten. Mit einfachen Mitteln sei den Eichkätzchen bereits geholfen. Und die kann jeder problemlos umsetzen.

So helfen Sie, Eichhörnchen vorm Kälte-Tod zu retten:

  • Legen Sie einen Nussvorrat an, weil die Tiere selbst dies nicht können.
  • Setzen Sie auf Nüsse mit und ohne Schale, damit auch die Jungtiere leicht an Nahrung kommen.
  • Es braucht kein besonderes Eichhörnchen-Futter. Geeignet sind stattdessen Hasel- und Walnüsse sowie Sonnenblumen- oder Kürbiskerne. Auch Maronen oder Buchäckern lieben die Tiere.
  • Achtung: Bitte füttern Sie keine Erdnüsse - die sind nicht heimisch. Verzichten Sie ebenfalls auf Eicheln - die können Eichhörnchen trotz der Namensähnlichkeit nämlich nicht verdauen.
  • Lagern Sie die Nüsse trocken und legen Sie regelmäßig eine Portion in einer Schale an einer erhöhten Position zurecht.
  • Wer zusätzlich auch noch eine Schale mit frischem Wasser bereitstellt, kann vielen Eichhörnchen unter Umständen das Leben retten.

Eichhörnchen droht Kälte-Tod: Hier gibt es Hilfe im Notfall

Übrigens: Viele Vereine, die sich für die Rettung der Eichhörnchen einsetzen, nehmen auch gerne Nussspenden an oder päppeln Findelkinder wieder auf. Informationen zu Auffangstationen gibt es zum Beispiel auf der Internetseite Eichhörnchen in Not oder unter dem bundesweiten Eichhörnchen-Notruf des entsprechenden Vereins unter 0700/20020012.

pnr/jt

*echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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