Streit um Spot geht weiter

Gibt‘s jetzt den nächsten Shitstorm? Edeka legt mit Spot zum Vatertag nach

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Das neue Werbe-Video von Edeka richtet sich nun gegen die Mütter.

Die Supermarktkette Edeka überrascht immer wieder mit provokanten Werbespots. So gab‘s einen Film zum Muttertag, worüber sich die Väter beschwerten. Nun folgt eins zum Vatertag.

Update vom 27. Mai: Edeka hat nach seinem umstrittenen Werbespot zum Muttertag einen ähnlichen Spot zum Vatertag veröffentlicht. Er endet mit den Worten „Danke Papa, dass Du nicht Mama bist“ und greift damit das Ende des ersten Spots auf, der in den sozialen Netzwerken stark polarisierte Reaktionen ausgelöst hatte. 

„Die Kampagne war von Beginn an sowohl für den diesjährigen Mutter- als auch Vatertag angelegt“, schreibt Edeka auf Facebook. 

„Um die Kampagnenidee zu verdeutlichen, aber auch, weil wir uns der Kritik stellen möchten, anstatt sie zu verschweigen, haben wir uns dazu entschieden, auch den Online-Film zum Vatertag zu veröffentlichen.“

Hier geht‘s zum neuen Edeka-Werbespot

Der neue Spot ist deutlich kürzer und weniger angreifbar als der Muttertags-Werbefilm, der als väterfeindlich und sexistisch kritisiert worden war. Er bezieht sich auch stärker auf das Edeka-Geschäft, den Handel mit Lebensmitteln. So stellt zum Beispiel ein Vater seinen Töchtern eine Flasche Edeka-Ketchup auf den Tisch, nachdem die Mutter ihnen Gemüse serviert hat.

Wie der erste Spot ist auch der zweite in Schwarz-Weiß gehalten. „In beiden Online-Filmen stellen wir filmisch, in überspitzter Form und mit einem ironischen Augenzwinkern, das alltägliche Familienleben dar“, erläutert Edeka auf Facebook. „Um zu zeigen, dass die Aussagen im Film nicht unserem realen, modernen Bild von Vätern und Müttern entsprechen, haben wir bewusst einen Schwarz-Weiß-Filter gewählt.“

Gegen den den ersten Spot waren beim Deutschen Werberat 750 Beschwerden eingegangen und hatten zu einer öffentlichen Rüge geführt, weil die Werbung sowohl Männer als auch Frauen diskriminiere. Daran ändere auch die bewusst gewählte ironische Überzeichnung des Spots nichts.

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„Tollpatschig, grobmotorisch, zum Teil sexistisch“ - Männer starten Petition gegen Edeka-Werbung zum Muttertag

Update vom 10. Mai: „Ich fordere den aktuellen Edeka Werbespot anlässlich des Muttertages zu löschen oder durch positive Beispiele zu ergänzen“ heißt es in der Petition, die ein wohl ehemaliger Edeka-Kunde online gestellt hat. Innerhalb weniger Tage hat sein Anliegen mehr als 500 Unterstützer gefunden.

Der Spot „vermittelt ebenso das Bild, dass alle Väter tollpatschig, grobmotorisch, zum Teil sexistisch und gewalttätig sind. Es findet eine absolute Diffamierung sowie eine Denunzierung und eine Diskrimierung der Männer in Ihrer Rolle als Väter statt“, heißt es in der Erklärung für die Petition. Der Initiator wolle mit der Petition eine Entschuldigung von Edeka und eine Richtigstellung erwirken, schreibt er. Um mehr Unterstützer zu finden, hat er auch eine Facebook-Gruppe unter dem Namen „Mehr Rechte für Väter“ gegründet. Bisher hat die Gruppe aber nur 36 Mitglieder (Stand 10. Mai 2019, 19.15 Uhr). 

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Edeka-Werbung: Bayern Familienministerin kritisiert den Spot

Update vom 8. Mai: Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer (CSU) hat einen Online-Werbespot der Einzelhandelskette Edeka zum Muttertag wegen einer angeblich Väter-feindlichen Tendenz kritisiert. „Auf die Idee, aus einem Werbespot zum Muttertag einen Anti-Väter-Spot zu machen, muss man erst einmal kommen“, sagte Schreyer, die auch Frauenbeauftragte der Staatsregierung ist, am Mittwoch in München. Es sei Unsinn, Mütter und Väter gegeneinander auszuspielen, wie das im Werbespot geschehe. „Eltern zu sein, ist kein Wettbewerb um die Zuneigung der Kinder. Väter sind nicht die schlechteren Elternteile“, betonte die Ministerin.

Der Spot dagegen stelle Väter als inkompetent für die Erziehung und Betreuung von Kindern dar. Er dränge Frauen und Männer in längst überkommene Rollenbilder. „Hier wird wirklich jedes Klischee bedient. Gleichstellungspolitisch waren wir schon mal weiter!“

Meldung vom 7. Mai: Edeka-Werbung zum Muttertag sorgt für Empörung

Der Spot der Supermarktkette Edeka ist in schwarz-weiß gehalten. Die Dankeserklärung, von einem Kind gesprochen, ist mit emotionaler Musik untermalt. Die Bilder zeigen ein gänzlich gegensätzliches Bild: Väter, die bei dem Versuch ihren Töchtern die Haare zu kämen, diese so verwursteln, dass sie zur Schere greifen müssen, Väter, die ihre Tochter nicht rechtzeitig auf die Toilette bringen oder bei dem Versuch Frühstück zu machen, die ganze Küche auf den Kopf stellen. Der Spot endet mit den Worten: „Danke Mama, dass du nicht Papa bist.“ 

Edeka-Kunden empört: „Muss das sein ...?“

Viele Nutzer reagieren auf Youtube und Facebook ehrlich aufgebracht. Mütter wollen das „Danke“ nicht annehmen. Ein Vater ruft sogar zum Boykott des Lebensmittelhändlers auf. „Wenn Edeka Mütter nur durch Abwertung von Vätern loben kann, dann hat Edeka noch nicht begriffen, dass beide Eltern Kindern wichtige Fähigkeiten fürs Leben mitgeben. Das ist unterste Schublade der Werbung und geht gar nicht“, schreibt ein Nutzer auf Facebook. 

Eine Nutzerin findet: „Muss denn im Jahre 2019 solch eine Werbung, die ein Geschlecht derart abwertet, sein? Bei allem Sinn für Humor: NEIN!!!“ Provokante Werbung sei man von Edeka zwar gewohnt, aber diesmal sei es einfach nicht witzig, so der Tenor, der meisten Kommentatoren. 

Edeka-Werbung zum Muttertag: „Aldi, Danke das du nicht Edeka bist!“

Dabei sind die kritischen Kommentare wohl noch das geringste Problem für Edeka, das sich bei früheren Werbeaktionen sogar schon über die Grenzen des Legalen bewegten. „Danke für viele Jahre Einkauf-Genuss. Nun sind mal andere Supermärkte dran, wo Väter nicht Elternteile zweiter Klasse sind, Tschüß dann“, erklärt ein Nutzer, dass er künftig nicht mehr bei Edeka einkaufen wolle. „Zum Glück gehe ich sowieso recht selten zu Edeka. Zukünftig dann gar nicht mehr“, schreibt ein weiterer auf Youtube. „Wenn Väter nicht gewünscht sind, brauche ich bei euch auch nix mehr holen“, schreibt ein anderer auf der Plattform und wieder ein weiterer schreibt: „Aldi, Danke das du nicht Edeka bist!“

Die Supermarktkette hat inzwischen reagiert und auf manche Posts geantwortet. „Mit dem Spot möchten wir Väter keinesfalls schlecht darstellen, sondern etwas überspitzt und auf humorvolle Art und Weise allen Müttern anlässlich des Muttertags „Danke“ sagen. Es tut uns leid, wenn dir der Film nicht gefällt“, schrieb Edeka auf Facebook. Doch die Reaktionen sind großteils ebenso ungehalten, wie unter dem Video. Diesmal scheint Edeka nicht den Humor vieler Käufer getroffen zu haben. 

Edeka-Werbung zum Muttertag: Provokanter Spot

Einige jedoch freuen sich über den neuen Spot - und machen sich zugleich noch über die empörten Beschwerde-Posts lustig. „Wahre Männer verstehen die Ironie. Einfach mal Lachen, entspannt die verhärtete Gesichtsmuskulatur“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook. „Bitte heul‘ leise“, schreibt ein Facebook-Edeka-Fan als Reaktion auf eine der Beschwerden gegen den Werbespot.

Zumindest in Bezug auf Reichweite im Netz hat der provokative Edeka-Spot sein Soll erfüllt. Auf Facebook hatte er bis Dienstag, 7. Mai, um 15.51 Uhr 3220 Kommentare und wurde 2941 Mal geteilt. Auf Youtube ist das Video um diese Zeit bereits mehr als eine halbe Million mal geklickt (547.517 Aufrufe).

Aldi: Lieferung frei Bordsteinkante für 400-Kilo-Trumm

Weniger für Empörung als für ein wenig Spott sorgt dieses kuriose Produkt beim Lebensmittel-Discounter Aldi:Lieferung frei Bordsteinkante bietet die Kette für das neue 400-Kilogramm-Produkt. Nur wie kommt es ins Haus?

Neuerdings sorgt auch der Drogeriemarkt dm für Aufregung im Netz. Unter dem Motto #Frühlingsgefühle wirbt dm für „Spielzeug“ für Erwachsene. Wie solle man das nur den Kindern erklären, so der Tenor besorgter Eltern. 

Die Kritik an einem Webespot ging in Großbritannien sogar noch weiter. Dort hat die Werbeaufsicht einen Spot von Automobilhersteller Volkswagen sogar verboten

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Edeka setzt nun voll auf Bio-Produkte und eröffnet zwei neue Bio-Supermärkte.

nai

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