Hitzige Debatte

Dürfen Asylbewerber Urlaub in der Heimat machen? Merkel findet deutliche Worte

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Kanzlerin Merkel hat eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen.

Dürfen Flüchtlinge in ihrem Heimatland Urlaub machen? Darüber ist in den vergangenen Wochen eine hitzige Debatte entbrannt. Jetzt hat sich Kanzlerin Merkel mit deutlichen Worten dazu geäußert. 

Merkel stellte unmissverständlich klar: „Tatsächlich Urlaub in dem Land zu machen, in dem man verfolgt wird, geht nicht“, sagte die Kanzlerin im Interview mit der Welt am Sonntag. Geschehe dies dennoch, „kann es Anlass sein, die Asylentscheidung noch einmal zu überprüfen.“

Zuletzt hatten Berichte über vermeintliche Heimaturlaube von Flüchtlingen für Diskussionen gesorgt. Auslöser dafür war eine Anfrage der AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag. Sie wollte wissen, wie viele in Baden-Württemberg anerkannte Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer gereist sind. Laut dem baden-württembergischen Innenministerium sollen dies seit 2014 insgesamt 153 gewesen sein. 

Gründe für die Reisen wurden jedoch nicht nicht genannt, sprich es blieb unklar, ob es sich dabei tatsächlich um Urlaube der Asylbewerber gehandelt hat. In vielen Fällen war dies nach Recherchen des SWR allerdings nicht der Fall.

Merkel: Keine Zusammenarbeit mit der AfD

Im Interview mit der Welt am Sonntag schloss Merkel unterdessen eine Zusammenarbeit der Union mit der AfD im neuen Bundestag aus. Sie sagte, „dass die AfD für uns kein Partner für irgendeine Form der Zusammenarbeit sein kann“. Die Union müsse vielmehr versuchen, jeden einzelnen AfD-Wähler zurückzugewinnen. „Das erfordert Geduld mit den Sorgen der Menschen und den Versuch, sie immer wieder mit konkreten Lösungen für konkrete Probleme anzusprechen“, sagte Merkel.

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