Tübingen: CureVac ab Juni verfügbar

Corona-Impfstoff Deutschland: Bundesregierung rechnet mit CureVac ab Juni

  • Lisa Klein
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Die Bundesregierung rechnet mit dem Vakzin von CureVac ab Juni, sollte die Zulassung durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA pünktlich klappen.

Der deutsche Impfstoffhersteller CureVac rechnet laut Deutscher Presse-Agentur mit einer EU-Zulassung seines Corona-Impfstoffs Anfang Juni. Dies teilte CureVac-Chef Franz-Werner Haas in einer Anhörung des Europaparlaments bereits Ende Februar mit. Die entscheidenden Daten der klinischen Tests für den bisher noch nicht zugelassenen Impfstoff von CureVac seien für Mitte April zu erwarten, so das Unternehmen.

CureVac

CureVac ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit rechtlichem Sitz in den Niederlanden und Zentrale in Tübingen. Die Firma wurde im Jahr 2000 gegründet. Das Unternehmen hat sich auf die Erforschung und die Entwicklung von Arzneimitteln auf der Grundlage des Botenmoleküls mRNA spezialisiert.

Auch der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung rechnet inzwischen fest mit dem mRNA-Impfstoff von CureVac ab Juni: „Die Regierung setzt große Hoffnungen in die Impfstoffherstellung durch CureVac“, sagte Christoph Krupp gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Klappe die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) wie geplant, „dann können wir den CureVac-Impfstoff ab der zweiten Jahreshälfte einsetzen“.

Deutschland: Bundesregierung rechnet mit dem Impfstoff von CureVac ab Juni

Bereits im Februar übergab das Pharmaunternehmen mit Sitz in Tübingen erste Datenpakete bezüglich des Impfstoffes an die EMA. Seit Dezember 2020 führt CureVac eine Studie mit einem eigens entwickelten Corona-Impfstoff durch. Die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna sind bereits in Deutschland zugelassen, bald soll mit dem Vakzin von CureVac ein dritter mRNA-Impfstoff zur Verfügung stehen.

Das Tübinger Pharmaunternehmen hat sich für die Produk­tion des Corona-Impfstoffes bereits mit der GSK zusammengetan, wird aber auch vom deutschen Chemie- und Pharmakonzern Bayer und dem Schweizer Pharmakonzern Novartis unterstützt. Laut Bundesregierung soll Deutschland bei CureVac 54,1 Millionen Impfdosen über die EU reserviert haben.

GSK

GSK steht für „GlaxoSmithKline plc“ und ist ein britisches Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in London. Das Unternehmen hat weitere Produktionsstätten in Europa sowie in Nordamerika und Asien.

GSK beschäftigt über 3.400 Mitarbeiter an fünf Standorten in Deutschland. In Dresden befindet sich das GSK-Zentrum für die Entwicklung und Herstellung eines Grippeimpfstoffs. In Marburg werden Impfstoffe und Impfstoffbestandteile gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und gegen bestimmte Meningokokken-Gruppen produziert.

Corona-Impfstoff Deutschland: CureVac kurz vor der Zulassung

Aktuell wird die Wirksamkeit des Impfstoffs von CureVac in einer Studie mit rund 35.000 Menschen in Europa und Lateinamerika erprobt. Aufgrund der steigenden Fallzahlen mit Mutationen des Coronavirus erweitert das Tübinger Unternehmen nun die Analyse der klinischen Studie. Die Wirksamkeit des Vakzins bei spezifischen Varianten des Coronavirus soll ermittelt werden, wie CureVac mitteilte. Zudem soll es durch die Erweiterung der Studie ermöglicht werden, auch die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes bei den rund 270 Teilnehmern über 60 Jahren zu erfassen.

„Unser Ziel ist es, die Bevölkerung und besonders die gefährdeten älteren Altersgruppen vor dem Virus und seinen Mutationen mit unserem Impfstoffkandidaten zu schützen“, heißt es in einer Pressemitteilung von CureVac. Aber warum dauert es eigentlich so lange, bis der Impfstoff von CureVac kommt? Schließlich wurde in Deutschland bereits im Dezember mit dem Impfen losgelegt.

Corona-Impfstoff: Warum dauert es so lange, bis CureVac zur Verfügung steht?

Warum es so lange dauert, bis das Vakzin von CureVac verfügbar ist, hat mehrere Gründe. CureVac hat mit der Zulassungsstudie später angefangen. Im Gegensatz zu Biontech führt CureVac seine Studien teilweise hier in Deutschland durch, wie der SWR berichtet. Biontech hat die Studien in den USA und in Südamerika durchgeführt.

Das Problem dabei: Für die Studie müssen sich in der Kontrollgruppe – also jener Gruppe, die nicht den Impfstoff erhalten haben – mehrere Personen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, sonst ist die Wirksamkeit des Vakzins bei den Geimpften nicht belegt. In Deutschland haben sich verhältnismäßig weniger Personen als in den USA und Südamerika mit dem Coronavirus infiziert, wodurch sich dieser Prozess entschleunigt hat.

Inzwischen befindet sich CureVac glücklicherweise auf der Zielgeraden und in der letzten Phase der Zulassungsstudie. Schon bald könnte der Corona-Impfstoff des Tübinger Unternehmens der EMA vorgelegt werden. Sollte es zu keinen weiteren Verzögerungen kommen, könnte der Impfstoff bereits ab Juni bereitstehen und die Massenproduktion der Impfdosen beginnen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow / dpa

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