Brasilianische Mutante P.1. breitet sich aus

Coronavirus: Brasilianische Virus-Mutation P.1. stellt globale Bedrohung dar

  • Lisa Klein
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Die brasilianische Corona-Mutation P.1. breitet sich rasant aus. Die hochansteckende Virus-Variante könnte zu einer globalen Bedrohung werden.

Nicht nur in Deutschland schießen derzeit die Corona-Neuinfektionen in die Höhe, massiv zu kämpfen hat inzwischen auch Brasilien. Ein Grund für den rasanten Anstieg der Neuinfektionen sind unter anderem die Corona-Mutationen, die sich schneller ausbreiten sollen. Die brasilianische Corona-Mutation P.1. soll dreimal ansteckender als das ursprüngliche Coronavirus sein, wie der Gesundheitsminister Brasiliens Eduardo Pazuello bereits Mitte Februar mitteilte.

Den Ernst der Lage, spiegeln die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Brasilien wider, die aktuell einen Höchststand verzeichnen. Binnen 24 Stunden seien 100.158 Neuinfektionen nachgewiesen worden, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Damit stieg die Gesamtzahl der Corona-Infektionen in Brasilien auf 12,3 Millionen – zur Relation: Brasilien hat 211 Millionen. Am 24. März gab es in Brasilien erstmals 3.000 Corona-Tote innerhalb eines Tages, wie die Tagesschau mitteilt. Insgesamt verzeichnete Brasilien bislang 303.462 Corona-Tote (Stand: 26. März).

Brasilianische Virus-Mutation P.1. könnte zur globalen Bedrohung werden

Die Situation in Brasilien verschärft sich bereits seit Februar* und schürt Ängste, wie auch die Frankfurter Rundschau berichtet. Nicht nur in Brasilien sorgt die Virus-Variante P.1. für Sorgenfalten, auch der Rest der Welt fürchtet sich vor globalen Auswirkungen, durch die Ausbreitung dieser Virus-Mutation. Die brasilianische Infektiologin Denise Garrett, Vizepräsidentin des Sabin Vaccine Institute in Washington, sagte gegenüber der BBC, dass Brasilien zu einer „globalen Bedrohung“ geworden sei.

Die gute Nachricht: Die in Deutschland bereits zugelassenen Impfstoffe sollen auch vor der Virus-Variante P.1. schützen. Umso wichtiger ist es, das Impfverfahren in Deutschland zu beschleunigen. Ein Hoffnungsschimmer diesbezüglich ist die Zulassung des Vakzins von CureVac, welches laut Aussagen des Unternehmens bereits Ende Mai/ Anfang Juni von der europäischen Arzneimittelagentur zugelassen werden könnte. Auch die Bundesregierung rechnet bereits fest mit dem mRNA-Impfstoff von CureVac ab Juni.

Kinder besonders stark betroffen von Virus-Mutationen

Eine schlechte Nachricht gibt es allerdings doch noch: Laut neuesten Erkenntnissen des Robert Koch Instituts (RKI) zeigt sich seit den Öffnungen der Kindertagesstätten, dass bei Kindern im Alter von bis zu fünf Jahren besonders häufig die britische Corona-Variante B.1.1.7 nachgewiesen wird. Das Robert Koch-Institut spricht in seinem aktuellen Lagebericht zur Corona-Pandemie davon, dass sich die Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Ausbreitung des Coronavirus zu ändern scheint.

Somit könnte die brasilianische Virus-Mutation P.1. auch für Kinder zu einer besonderen Bedrohung werden. Deshalb hat nun Biontech eine neue Studie eingeleitet, bei der die Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen bei Kindern und Teenagern erforscht werden soll. Den ersten Kindern wurden bereits erste Impfdosen verabreicht, wie die Mainzer Firma mitteilte. *echo24.de und *fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Nanographics/apa | Peter Mindek

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