AstraZeneca, Biontech, Moderna und Johnson & Johnson

Tod nach Corona-Impfung: Diese Fälle gab es in Deutschland

Nicola Buhlinger-Göpfarth (r), Fachärztin für Allgemeinmedizin, impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus.
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Dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) wurden bereits über 800 Todesfälle nach einer Corona-Impfung in Deutschland gemeldet. (Symbolbild)
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Dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) wurden bereits über 800 Todesfälle nach einer Corona-Impfung in Deutschland gemeldet — nicht bei allen war der Impfstoff die Todesursache.

Update, 10. Juni: Die sehr seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe machen immer wieder Schlagzeilen. Besonders die bei den Vakzinen von Johnson&Johnson sowie Astrazeneca auftretende Thrombose mit Thrombozytopenie Syndrom (TTS) steht dabei im Fokus. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat nun in einem neuen Sicherheitsbericht zu den Corona-Impfungen aktuelle Zahlen veröffentlicht.

Demnach wurden dem PEI bis zum 31. Mai insgesamt 873 Todesfälle (0,0024% der geimpften Personen) in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung gemeldet. Die betroffenen Personen waren zwischen 24 und 102 Jahren alt. 73 Todesfälle bezogen sich nicht auf eine Impfnebenwirkung, sondern auf eine Corona-Erkrankung.

Tod nach Corona-Impfung: Mittlerweile über 800 Fälle bekannt

Der Großteil der gemeldeten Todesfälle passierte nach einer Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Biontech. Allerdings sind hier auch bislang die meisten Dosen verimpft worden. Von insgesamt über 50 Millionen verabreichten Corona-Impfungen bis Ende Mai verfielen mehr als 70 Prozent auf Biontech/Pfizer.

ImpfstoffTodesfälle
Biontech/Pfizer674
Astrazeneca162
Moderna19
Johnson&Johnson5
ohne Angabe13

„Bei der überwiegenden Mehrzahl der verstorbenen Personen bestanden multiple Vorerkrankungen, die vermutlich todesursächlich waren“, teilt das Paul-Ehrlich-Institut mit. „Ein jüngerer Patient verstarb nach Impfung mit Comirnaty (Vakzin von Biontech/Pfizer, Anm. d. Red.) vermutlich an den Folgen seines Drogenkonsums.“

Tod nach Corona-Impfung: Schwere Nebenwirkung TTS kostete 21 Menschen das Leben

Insgesamt 21 Patienten, die mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft wurden, verstarben in der Folge eines TTS. Eine Frau verstarb in Folge einer Sinusvenenthrombose nach einer Corona-Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer.

Tod nach Corona-Impfung: Paul-Ehrlich-Institut gibt neue Zahlen für Deutschland bekannt

Update, 9. Juni: Seit Montag, 7. Juni, ist die Impfpriorisierung in Deutschland nun aufgehoben. Das heißt: Jeder Impfwillige ab 12 Jahren kann sich theoretisch gegen das Coronavirus impfen lassen. Doch es gibt auch Bedenken, was die unterschiedlichen Impfstoffe angeht. Als besonders kritisch wird der Impfstoff Vaxzevria betrachtet. Denn: In sehr seltenen Fällen kann dieses Vakzin Thrombose mit Thrombozytopenie Syndrom (TTS) auslösen und tödliche Folgen nach sich ziehen.

Wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mitteilte, wurden bis zum 1. Juni 102 Fälle einer TTS nach Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff Vaxzevria (AstraZeneca) gemeldet. 67 Meldungen betrafen dabei Frauen und 35 Meldungen Männer. Laut PEI sind 21 Personen an den Folgen des TTS verstorben: 13 Frauen und acht Männer.

Die hier genannten Zahlen zu den sehr seltenen Fällen von Thrombose mit Thrombozytopenie Syndroms (TTS) müssen jedoch im Kontext der Anzahl verimpfter Dosen betrachtet werden. Laut digitalem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI), das täglich zur Covid-19-Impfung aktualisiert wird, wurden bis Dienstag, 1. Juni, 8.586.297 Erstdosen plus 737.181 Zweitdosen von Vaxzevria (ehemals: AstraZeneca) verimpft.

Tod nach Corona-Impfung: Diese Fälle sind in Deutschland tatsächlich bekannt

Update, 2. Juni: Seit die Corona-Impfkampagne auch in Deutschland gestartet ist, werden immer wieder kritische Stimmen laut. Meist geht es um seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen der Impfstoffe, die leider mittlerweile bereits einige Todesopfer gefordert haben. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) meldet über 500 Todesfälle nach einer Corona-Impfung in Deutschland, doch nicht immer war der Impfstoff auch schuld, dass Menschen starben.

Besonders kritisch wird der Impfstoff Vaxzevria begutachtet. Er stammt vom britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca und ist ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Eben diesen „Vektoren“ sagen manche Wissenschaftler nach, sie könnten in seltenen Fällen Thrombosen mit Thrombozytopenie (TTS) auslösen. Mittlerweile (Stand 25. Mai) wurden dem Paul-Ehrlich-Institut 94 solcher Fälle gemeldet.

Tod nach Corona-Impfung? Neue Fälle in Deutschland aufgetaucht

17 Personen sind demnach sogar durch Folgen des TTS verstorben - das sind drei mehr, als noch in den Zahlen vom 30. April. Eine Frau und zwei Männer sind damit innerhalb eines Monats nachweislich durch eine Thrombozytopenie infolge der Impfung mit Vaxzevria verstorben.

Der US-amerikanische Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson weist im Gegensatz dazu bisher keinen Fall eines TTS in Deutschland auf, wobei hierzulande von diesem Präparat auch noch nicht viele Dosen verimpft wurden. Zu den mRNA-Impfstoffen von BioNTech und Moderna gibt es vom Paul-Ehrlich-Institut vorerst keine neuen Zahlen.

Das PEI listet ab sofort nur noch Tode im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung auf, wenn eine Thrombozytopenie bestand und einwandfrei festgestellt werden kann, dass der Verstorbene infolge von Impfkomplikationen ums Leben kam. Da das Paul-Ehrlich-Institut aber kein Signal für Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit mRNA-Präparaten sieht, wird es in Zukunft nur noch Meldungen über die TTS bei Vektorimpfstoffen geben.

Tod nach Corona-Impfung: Deutschlandweit über 500 Fälle gemeldet

Erstmeldung, 12. Mai: Vor allem die Impfstoffe des britischen Herstellers AstraZeneca und des US-amerikanischen Pharmakonzerns Johnson & Johnson sorgen aufgrund von seltenen tödlichen Nebenwirkungen immer wieder für Diskussionen. Vor allem Frauen unter 60 Jahren sind von den Thrombosen, die zum Tod führen können, betroffen — weshalb die Ständige Impfkommission (STIKO) den Impfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) nur noch an Personen über 60 Jahren empfiehlt.

Bis zum 30. April 2021 wurden dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) 67 Fälle einer Thrombose mit Thrombozytopenie (TTS) berichtet, die nach einer Impfung mit Vaxzevria aufgetreten sind. Der Zusammenhang zwischen den Thrombose-Fällen und der Corona-Impfung ist bereits bestätigt. Bei zwei Drittel der 67 Thrombosefälle handelt es sich um die sehr seltenen Sinusvenenthrombosen.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI)

In Deutschland überwacht das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Sicherheit von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln — so also auch für alle zugelassenen Corona-Impfstoffe. Dazu sammelt und bewertet die Abteilung Arzneimittelsicherheit Meldungen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen und ergreift gegebenenfalls Maßnahmen. Jeder, der Nebenwirkungen verspürt, kann diese eigenständig an das PEI übermitteln. Beachtet werden sollte unbedingt, dass auch Reaktionen in zeitlicher Nähe zu einer Impfung nicht unbedingt im ursächlichen Zusammenhang mit einer Impfung stehen müssen.

Vierzehn Patienten, die mit Vaxzevria geimpft wurden, darunter neun Frauen und fünf Männer, verstarben infolge einer Thrombose mit Thrombozytopenie-Syndrom. Vier weitere mit Vaxzevria geimpfte Patientinnen verstarben an einer Hirnblutung bei gleichzeitiger Thrombozytopenie. Inzwischen konnten Forscher bereits die Ursache finden, wodurch die Thrombosen ausgelöst werden.

Doch auch bei den anderen Corona-Impfstoffen — von Biontech, Moderna und Johnson & Johnson — gab es bereits mehrere Todesfälle nach einer Corona-Impfung. Und das nicht gerade wenige: Insgesamt 524 Todesfälle wurden dem PEI nach einer Impfung mit einem Corona-Vakzin gemeldet. Doch nicht in allen Fällen besteht auch ein Zusammenhang zwischen Tod und Impfung.

Deutschland: Über 500 Todesfälle nach Corona-Impfung gemeldet

Bis zum 29. April 2021 wurden laut Angaben des Robert Koch-Instituts in Deutschland 28.774.580 Corona-Impfungen durchgeführt. Insgesamt erhielt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) laut des aktuellen Sicherheitsberichts über 49.961 Meldungen aus Deutschland bezüglich Verdachtsfällen von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit Corona-Impfung der mRNA-Impfstoffe von Biontech (Comirnaty) und Moderna sowie dem Vektor-Impfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) von Beginn der Impfkampagne in Deutschland am 27. Dezember 2020 bis zum 30. April 2021.

Bis zum 30. April wurden dem Paul-Ehrlich-Institut insgesamt 524 Todesfälle (das entspricht 0,0018 Prozent der geimpften Personen) in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung bei Personen im Alter von 24 bis 102 Jahren gemeldet. 405 Todesfälle betrafen Personen, die mit dem Vakzin von Biontech geimpft worden waren. In zehn Fällen verstarben Personen nach einer Impfung mit dem Moderna-Vakzin und in 48 Fällen nach einer Impfung mit Vaxzevria. Bei 61 gemeldeten Todesfälle war nicht angegeben, mit welchem COVID-19-Impfstoff geimpft worden war.

Bei der überwiegenden Mehrzahl der verstorbenen Personen bestanden laut PEI multiple Vorerkrankungen, wie beispielsweise Karzinome, Niereninsuffizienz, Herzerkrankungen und arteriosklerotische Veränderungen, die vermutlich todesursächlich waren. 58 der 524 gemeldeten Todesfälle beziehen sich auf eine COVID-19-Erkrankung, davon 52 nach einer Impfung mit Comirnaty, zwei nach Vaxzevria und in vier Fällen wurde der Impfstoff nicht angegeben. Ein jüngerer Patient verstarb nach einer Impfung mit Comirnaty vermutlich an den Folgen seines Drogenkonsums.

Tod nach Corona-Impfung mit AstraZeneca

Die Thrombose mit Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) ist eine sehr seltene Nebenwirkung des Impfstoffs von AstraZeneca. „Die meisten bisher berichteten TTS-Fälle traten innerhalb von drei Wochen nach Impfung auf. Nach bisherigen internationalen Daten sind am häufigsten Frauen unter 60 Jahren betroffen. Bislang konnten keine spezifischen Risikofaktoren für die Entstehung von TTS identifiziert werden. TTS ist eine schwerwiegende Nebenwirkung, die in einigen Fällen tödlich verlief. Daher ist die frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig“, schreibt das Paul-Ehrlich-Institut in dem aktuellen Sicherheitsbericht zu den Corona-Impfstoffen.

Am 20. April 2021 wurde durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) laut eines Berichts des PEI zudem beschlossen, „dass das Vorkommen ungewöhnlicher Blutgerinnsel mit erniedrigter Anzahl von Blutplättchen als sehr seltene Nebenwirkung in die Fach- und Gebrauchsinformation des COVID-19-Impfstoffs Janssen aufgenommen werden sollte.“

Grund dafür waren unter anderem acht Fallberichte „von schwerwiegenden ungewöhnlichen Blutgerinnseln in Verbindung mit niedrigen Thrombozytenspiegeln aus den USA. Eine Person verstarb.“ Auch hier sind die berichteten Fälle laut PEI „bei Personen unter 60 Jahren, mehrheitlich Frauen, innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der ersten Dosis aufgetreten. Die untersuchten Fälle waren den Fällen sehr ähnlich, die nach Gabe des Impfstoffs Vaxzevria von AstraZeneca aufgetreten sind.“

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