Astrazeneca-Impfstoff auch für Ältere?

Impfkommission plant Änderung der Empfehlung – besseres Image für AstraZeneca-Impfstoff?

  • Lisa Klein
    vonLisa Klein
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Die Empfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff soll durch die Ständige Impfkommission in Deutschland (STIKO) überarbeitet werden. Kann eine neue Empfehlung das Image des Impfstoffs retten?

Die Ständige Impfkommission in Deutschland (STIKO) will ihre Empfehlung zum Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca überarbeiten, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. Es werde „sehr bald zu einer neuen, aktualisierten Empfehlung kommen“, sagte der Chef der Kommission, Thomas Mertens, am Freitagabend im ZDF-heute journal.

Die STIKO hat den Impfstoff vorerst nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen, weil bislang Daten zur Wirkung bei Person über 65 Jahren fehlen. Generell sorgt der Corona-Impfstoff von Astrazeneca derzeit für Diskussionen und trifft bei vielen Menschen auf Vorbehalte – zum einen aufgrund der Wirksamkeit, aber auch aufgrund möglicher Nebenwirkungen.

Ständige Diskussion um Astrazeneca-Impfstoff: „Das Ganze ist irgendwie schlecht gelaufen“

„Das Ganze ist irgendwie schlecht gelaufen“, räumte STIKO-Chef Mertens ein. Er rechtfertigte aber die Entscheidung der Ständigen Impfkommission, den Impfstoff vorerst nur für jüngere Menschen zu empfehlen, mit einer dünnen Datenlage: „Wir hatten die Daten, die wir hatten und haben auf der Basis dieser Daten die Empfehlung gegeben. Aber wir haben nie den Impfstoff kritisiert. Wir haben nur kritisiert, dass die Datenlage für die Altersgruppe über 65 nicht gut oder nicht ausreichend war.“

Ansonsten sei der Impfstoff „sehr gut“ und er werde „jetzt durch hinzukommende neue Daten noch besser in der Einschätzung“, betonte Mertens. Es besteht also die Vermutung, dass schon bald der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland auch für ältere Menschen angeboten werden könnte.

Besseres Image für den AstraZeneca-Impfstoff: Ständige Impfkommission plant Änderung der Empfehlung

Derzeit schlagen viele Berechtigte ein Impfangebot aus. Der Grund dafür ist das schlechte Image des Astrazeneca-Impfstoffs. Zumindest was den Kritikpunkt Wirksamkeit angeht, könnte ein neuer Kenntnisstand eventuell das Image des Impfstoffs etwas verbessern. Denn der Astrazeneca-Impfstoff soll eine höhere Wirksamkeit haben, wenn der Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung vergrößert wird.

Auch der STRIKO-Chef Thomas Mertens schloss nicht aus, die Abstände zwischen den zwei notwendigen Corona-Impfungen in Deutschland generell zu verlängern: „Ich halte das für möglich, gerade bei dem Astrazeneca-Impfstoff, dass man sich da noch für etwas längere Intervalle entscheiden kann.“

Generell beschleunigt sich derzeit in Deutschland das Impftempo nach einem doch eher schleppenden Start. Inzwischen stehen immer mehr Impfdosen zur Verfügung. Um das Impfverfahren zusätzlich zu fördern, wurde in Baden-Württemberg zudem die Impfreihenfolge angepasst. Da bereits viele das Angebot einer Astrazeneca-Impfung abgelehnt haben, sollen ab Mitte März auch Personen aus der Prioritätsgruppe zwei ein Impfangebot mit dem britischen Impfstoff bekommen. Das passt allerdings nicht jedem und löste bereits heftige Diskussionen aus. Selbst Thomas Merten kritisierte die Änderung Impfreihenfolge in Baden-Württemberg.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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