Auswirkungen durch den Klimawandel

Wärmere Winter in Deutschland und der Arktis: Dramatische Auswirkungen auch hier!

Nicht nur in der Arktis, auch in Deutschland macht sich der Klimawandel bemerkbar. Der Winter wird nachweislich immer wärmer. Welche Auswirkungen hat das?

  • Der Arktische Ozean könnte bereits 2035 komplett ohne Eis sein.
  • Die Ursache dafür ist der weltweite Temperaturanstieg durch den Klimawandel.
  • Auch in Deutschland sind die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren: Die Winter werden wärmer, es schneit immer weniger und seltener.

Sowohl in der Arktis als auch in Deutschland wird es immer wärmer. Der Klimawandel macht sich in Deutschland vor allem im Winter bemerkbar, es schneit kaum noch und die Temperaturen bleiben meistens sogar über dem Gefrierpunkt. Zu wirklich dramatischen Folgen durch den Klimawandel kommt es vor allem in der Arktis: Bereits seit Jahren schmilzt das arktische Eis immer schneller. Auch aktuell bekommt die Arktis den Klimawandel heftig zu spüren. Dort gab es Ende Oktober 2020 so wenig Eis wie noch nie zuvor im Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

In diesem Jahr hatte die Arktis laut Stuttgarter Nachrichten eine rund sechs Millionen Quadratkilometer große Eisfläche, im Schnitt waren es zu dieser Jahreszeit immer acht Millionen Quadratkilometer Eis. Normalerweise fängt die Eisfläche der Arktis im Oktober an, rasant zu wachsen – nicht in diesem Winter. Das hat dramatische Auswirkungen auf die ganze Welt.

So wenig arktisches Eis wie noch nie: Weltweite Auswirkungen

Während das Eis in der Arktis sonst immer ab Oktober stark wächst, gibt es im Winter 2020 fast kein neues Eis. Das liegt vor allem daran, dass es in diesem Jahr in der Arktis viel zu warm war und auch weiterhin zu warm ist. Die Temperatur in den nördlichen Breitengraden liegt in diesem Jahr vier Grad Celsius über dem Klimamittel. Das ist ein enormer Wert und führt dazu, dass das Wasser nicht genug abkühlt.

Die Menge des Meereises des Arktischen Ozeans ist bereits im Juli aufgrund der warmen Temperaturen auf einen historischen Tiefstand geschmolzen. Die Ausdehnung lag 16 Prozent unter dem Mittelwert der vergangenen Jahre – der geringste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Das Eis des Arktischen Ozeans spielt eine tragende Rolle im Ökosystem der Erde. Das Verschwinden des arktischen Eises würde laut Umweltbundesamt den Meeresspiegel extrem ansteigen lassen sowie zahlreichen Tierarten wie den Eisbären den Lebensraum nehmen. Im Mai und im Juni dieses Jahres war es an der sibirischen Küste mehr als sechs Grad wärmer als in den Jahren zuvor.

Der Winter in Deutschland wird immer wärmer

Aber nicht nur in der Arktis ist eine solche Wetterveränderung durch den Klimawandel bemerkbar. Bereits im November war das Wetter in Deutschland außergewöhnlich warm. Aber wirkt sich das fehlende Eis der Arktis auf unseren Winter aus? Durch die geringe Ausbreitung des Meereseises kann die Aktivität des Polarwirbels gestört werden. Ein starker Polarwirbel steht für einen milden Winter, ein geschwächter Polarwirbel kann für weltweite Wetter-Extreme sorgen.

Das Eis in der Arktis wird von Jahr zu Jahr weniger. Symbolfoto: dpa

„Welchen Einfluss das Eis in der Arktis auf unseren Winter hat, kann man nicht genau sagen. Man kann auch nicht sagen, ob es überhaupt einen Einfluss hat“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung auf dem Wetterportal wetter.net. Deutschland steuert derzeit auf einen Rekordwinter zu. Jung hat erst kürzlich von einer Schockprognose für alle Winterfreunde gesprochen: Der Winter2020/2021 soll rekordverdächtig warm werden.

Der Winter in Deutschland wird immer wärmer

Die Schockprognose wurde inzwischen sogar korrigiert, allerdings nicht zugunsten aller Schnee- und Winterfans: Der Dezember 2020 soll im Schnitt nicht nur zwei sondern sogar drei Grad wärmer werden. Von einem direkten Zusammenhang zwischen diesem Rekordwinter in Deutschland und dem schwindenden arktischen Eises kann derzeit allerdings nicht gesprochen werden.

In den vergangenen zehn Jahren gab es sechs der zehn wärmsten Winter in Deutschland seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Die Winter 2006/2007 und 2019/20 waren die bisher wärmsten Winter. Laut einer Auswertung mitteleuropäischer Wetterdienste betrifft die Erwärmung alle Höhenlagen. Die Abnahme der Schneetage und -menge macht sich allerdings nur unterhalb von etwa 1500 Meter Höhe deutlich bemerkbar. In höheren Lagen ist es noch meist kalt genug für Schnee. Dennoch ist ein Trend klar erkennbar: Der Winter wird immer wärmer, sowohl in der Arktis als auch in Deutschland.

Rubriklistenbild: © Ulf Mauder

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