Delta-Virus-Variante ist auf dem Vormarsch

Delta-Variante: Verschärfungen kommen – Regel-Hammer für Reiserückkehrer?

  • Julia Cuprakowa
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Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Deswegen wird der Ruf nach strengeren Corona-Kontrollen für Urlaubsrückkehrer lauter.

Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken weiter, gleichzeitig befindet sich die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus auf dem Vormarsch. Diese Entwicklung sehen viele Gesundheitsexperten und Länder-Regierungschefs vor allem angesichts bevorstehender Sommerferien mit wachsender Sorge. Denn scheinbar ist die Delta-Variante nicht nur ansteckender als andere Mutationen, sondern birgt außerdem größere Gefahren für Kinder, wie echo24.de bereits berichtete.

Um die Delta-Ausbreitung in Deutschland möglichst schnell und effizient in den Griff zu bekommen, drängen immer mehr Länder-Regierungschefs darauf, Test- und Quarantäneregeln bei der Einreise aus dem Ausland zu verschärfen. „Diese Stichproben reichen nicht, die im Moment von der Bundespolizei umgesetzt werden“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller im ZDF-Gespräch.

Delta-Variante in Deutschland: Bald verschärfte Corona-Regeln für Reiserückkehrer?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gilt als Verfechter von strengen Corona-Regeln. Auch im Fall von Reiserückkehrern fordert er schärfereTestpflichten, als es die die aktuelle Corona-Reiseverordnung vorsieht. Wer aus dem Urlaub komme, solle sich vor der Rückreise testen und dann nochmal fünf Tage nach der Einreise, sagte er bei RTL/ntv-“Frühstart“.

„Es wäre eine kluge Regelung, wenn man in den fünf Tagen dazwischen für diejenigen, die aus Risikogebieten kommen, sogar Quarantäne vorsehen würde.“ So könne der Reiseverkehr auch aus Staaten außerhalb der Europäischen Union relativ sicher geregelt werden. „Das ist der Preis für den Urlaub: Wenn ich in ein Risikogebiet reise, dann muss ich auch damit rechnen, dass ich danach noch ein paar Tage in Quarantäne bin, bis sichergestellt ist, dass ich mich nicht infiziert habe.“

Politiker unterstützen strengere Corona-Regeln für Reiserückkehrer nach Deutschland

Ähnlich schätzte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher die Lage ein und kritisierte, dass bei Einreisen aus Risikogebieten derzeit ein einmaliger, einfacher Antigen-Test reiche, um Quarantäne zu vermeiden. Dies sei zu unsicher. Stattdessen sollten alle nicht geimpften Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten grundsätzlich in Quarantäne gehen, die frühestens nach fünf Tagen bei einem negativen PCR-Test aufgehoben werden dürfe.

Auch Berlins Regierungschef Müller äußerte sich zum Thema. „Sie können schon bei der Anreise kontrollieren: Wer hat den entsprechenden negativen Testnachweis? Und dann hier nach einer bestimmten Quarantänezeit auch mit einem erneuten Test gegenchecken, dass man auch wirklich negativ ist“, erklärte der SPD-Politiker im ZDF. „Es ist schön, wenn die Menschen Urlaub machen können. Aber wir wollen die Gefahren ja nicht zurückbekommen hier nach Deutschland.“

Wegen Delta-Variante: Politiker fordern strengere Grenzkontrollen - Impfausweise und Negativ-Tests

Zuvor hatte schon Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek verlangt, dass Urlauber an den Grenzen engmaschig auf Impfausweise und negative Corona-Tests kontrolliert werden. Rückendeckung bekam er von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil: „Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung nach Kontrollen an den Grenzen, ob aktuelle Negativ-Tests vorliegen. Genau daran hat es bislang gemangelt“, sagte der SPD-Politiker der Welt.

Auch Weil forderte eine zweifache Testpflicht für alle Rückkehrer, die nicht voll geimpft sind. „Auch in Ländern mit vergleichsweise niedrigen Inzidenzen läuft man Gefahr, mit anderen Urlaubern zusammenzukommen, die das deutlich ansteckendere Delta-Virus mit sich tragen“, sagte er. Gefährlich sei die Delta-Variante vor allem auch deswegen, weil sich die Mutante teils in anderen Symptomen äußert und dadurch nur schwer zu erkennen sei.

Trotz Delta-Ausbreitung: Zahlreiche Urlaubsziele sind kein Risikogebiet mehr

Die Bundesregierung bewertet regelmäßig die Corona-Lage im Ausland und unterscheidet dabei zwischen Virusvariantengebieten, in denen sich als besorgniserregend eingestufte Varianten ausbreiten, Hochinzidenzgebieten mit einer 7-Tage-Inzidenz über 200 und Risikogebieten mit über 50. Bisher unterliegen nur Rückkehrer aus Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten Testpflichten.

Wegen sinkender Infektionszahlen sind aber zuletzt zahlreiche Urlaubsgebiete in Europa aus der Liste der Risikogebiete gefallen. Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland zurückkehrt, muss deshalb keine Einreisebeschränkungen mehr beachten. Für Flugreisende gilt allerdings weiter eine generelle Testpflicht: Jeder - ob aus einem Risikogebiet oder nicht - muss schon vor dem Abflug ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorlegen.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

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