Infektionszahlen steigen weltweit

Corona-Infektion, Impfung und Verlauf: Wie gefährlich ist Delta für mich?

  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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Die Infektionszahlen in Deutschland steigen wieder. Das Coronavirus mutiert und besonders die Delta-Variante scheint gefährlicher und ansteckender zu sein.

Endlich wieder Freiheit, Urlaub, Freunde treffen – in vielen Ländern hatten sich Menschen über Lockerungen der Corona-Maßnahmen gefreut. Man traf sich wieder, war gesellig, sogar Urlaube wurde gebucht. Und jetzt das ganze wieder von vorn? Nicht nur die Zahlen in Baden-Württemberg steigen.

Weltweit scheint die Covid-19-Pandemie trotz fortschreitender Impfkampagnen noch nicht überwunden. Größtes Problem: Virus-Mutationen, die sich rasant ausbreiten. Allen voran sorgt die Delta-Variante für große Sorge. Wie gefährlich ist die Corona-Mutation? Schützt eine Impfung davor überhaupt?

Delta-Variante: Sorge um steigende Corona-Zahlen und neue Gefahr

Die Delta-Variante des Coronavirus wurde Ende 2020 das erste Mal in Indien nachgewiesen. Mittlerweile melden 124 Länder Fälle von Infektionen. Das sind 13 Länder mehr als noch in der Vorwoche. Damit, wie gefährlich Delta ist, beschäftigen sich aktuell zwei Studien: eine aus China und eine aus Kanada. In Fachjournalen wurde noch keine dieser Studien veröffentlicht, wie nTV berichtet.

Im nTV-Bericht heißt es: „In China wurden Menschen untersucht, die nach Kontakt mit einem Delta-Variante-Infizierten in Quarantäne waren.“ Die Ergebnisse sind deutlich: Bei früheren Varianten von Covid-19 wurde das Virus meist binnen sechs Tagen nachgewiesen. Die Delta-Variante wurde über PCR-Tests im Durchschnitt bereits nach vier Tagen festgestellt. „Außerdem sei die Viruslast beim ersten Positiv-Test 1200 Mal höher gewesen als bei ursprünglichen Virusvarianten.“ Die WHO gehen deshalb davon aus, dass die Delta-Variante sich schneller ausbreitet und auch schneller ansteckend ist.

Schwere Verläufe, mehr Tote: Delta-Variante besonders gefährlich

Dazu kommen Fakten aus der kanadischen Studie, die nichts Gutes verheißen: Die Erkrankungen mit einer Delta-Variante verlaufen meist schwerer, das Risiko im Krankenhaus behandelt werden zu müssen ist höher. Die Gefahr, sogar Intensivpflege zu benötigen, ist demnach sogar 287 Prozent höher als bei anderen Covid-Erkrankungen. Das Sterberisiko war um etwa 137 Prozent höher.

Natürlich drängt sich bei vielen die Frage auf, ob der Impfschutz bei den Corona-Mutationen dann überhaupt besteht und welche Impfstoffe am besten schützen vor einer Erkrankung. Forscher der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England haben herausgefunden, dass das Vakzin AstraZeneca rund 60 prozentigen Schutz gegen die neue Variante bietet. Die Wahrscheinlichkeit einer symptomatischen Erkrankung war bei den Geimpften um 60 Prozent weniger als bei Ungeimpften. Biontech soll etwa zu 88 Prozent gegen eine durch Delta ausgelöste Covid-19-Erkrankung schützen. Auch Krankenhausaufenthalte sollen zu 96 Prozent von Biontech/Pfizer verhindert werden können. Wie sich das Vakzin von Johnson & Johnson im Bezug auf die Corona-Varianten verhält, ist noch nicht bekannt.

Coronavirus: Mehr Delta, mehr Infektionen – woran liegt‘s?

Dass die Infektionszahlen weltweit wieder steigen, hat nach Meinung der WHO vier maßgebliche Gründe:

  • Neue hochansteckende Virusvarianten
  • Lockerung von Corona-Schutzmaßnahmen
  • Mehr soziale Kontakte
  • Impfprobleme: Viele noch nicht geimpfte Menschen aufgrund von ungleicher Impfstoff-Verteilung in reichen und armen Ländern.

Wer aktuell trotzdem nicht auf Urlaub verzichten möchte, der sollte sich ausführlich informieren. Denn: Es gibt einiges zum Thema Tests, Quarantäne und Risikogebieten zu beachten. Und nicht nur die Hinreise obliegt häufig diversen Auflagen: Auch die Rückkehr nach Deutschland ist oft mit Regeln und Pflichten verbunden.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

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