Mitarbeiter in Sindelfingen nun auch betroffen

Produktionsstopp von begehrtestem Mercedes – Kurzarbeit bei Daimler

Ein Mercedes-Stern auf einer Flagge vor dem Daimler Hauptsitz.
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Daimler muss wegen Lieferengpässen die Produktion in Stuttgart teilweise ruhen lassen. Für einige Mitarbeiter bedeutet das erneut Kurzarbeit.
  • Julia Thielen
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Daimler muss bestimmte Mitarbeiter erneut in Kurzarbeit schicken. Grund ist offenbar der Produktionstopp eines Mercedes-Modells.

Schon wieder muss Daimler Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Grund ist offenbar ein Produktionsstopp des begehrtesten Mercedes-Modells im Werk in Sindelfingen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf die Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Demnach sollen die weltweiten Lieferengpässe bei Elektronikbauteilen derzeit erneut den Autokonzern betreffen.

Erst in dieser Woche verlängerte Daimler die Kurzarbeit für Teile seiner Angestellten in den Werken in Bremen und Rastatt. Der Halbleitermangel bereitet dort auch dem Autobauer aus Stuttgart erhebliche Probleme. Nun ruht auch in Sindelfingen seit Montag die Produktion.

Daimler: Kurzarbeit wegen Produktionsstopp bei begehrtestem Mercedes

Betroffen sein soll ausgerechnet das beliebteste Modell von Mercedes: die E-Klasse. Eine offizielle Bestätigung der Daimler AG gibt es bislang nicht. Allerdings beriefen sich Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten auf einen ungenannten Mitarbeiter. „Die Bänder der E-Klasse stehen bis zum 14. Mai still – zunächst einmal“, wurde dieser zitiert.

UnternehmenDaimler AG
Tochtergesellschaftenu.a.: Mercedes-Benz, Mercedes AMG, Smart
HauptsitzStuttgart

Eine Sprecherin von Daimler erklärte demnach lediglich, dass das Werk in Sindelfingen „in ausgewählten Teilbereichen“ die Fahrweise in Kalenderwoche 18 und Kalenderwoche 19 anpasse. Hier sei für die Beschäftigten für diesen Zeitraum Kurzarbeit beantragt worden.

Mercedes E-Klasse: Offenbar Produktionsstopp bei Daimler

Wie viele Mitarbeiter genau betroffen sind und wie viele Autos nun nicht gebaut werden können, ist bislang nicht bekannt. In Sindelfingen sind die rund 24.000 Beschäftigten außer mit der Produktion der E-Klasse auch noch mit der S-Klasse sowie dem neuen Elektroflaggschiff EQS betraut.

Die E-Klasse war in den vergangenen Jahrzehnten zwar das meistverkaufte Modell von Mercedes. Dennoch setzt Daimler wegen der Offensive in Sachen Elektromobilität derzeit vor allem auch auf den Hoffnungsträger EQS. Zudem liefen die luxuriöseren Modelle S-Klasse und S-Klasse Maybach ebenfalls vorrangig vom Band, wie eine Daimler-Sprecherin auf Anfrage der Blätter die Aussagen bestätigte.

Daimler: Kurzarbeit in drei Werken – Situation könnte sich noch mehr zuspitzen

Noch ist offenbar schwer abzusehen, wie sich die Situation der Autobauer in den kommenden Monaten darstellen wird. Auch Audi hatte beispielsweise Kurzarbeit angemeldet. Es ist zu befürchten, dass der Chipmangel in der Produktion bei Daimler noch deutlicher zu spüren sein wird.

Daimler-Finanzchef Harald Wilhelm hatte kürzlich gesagt, möglicherweise könnten auch die hochpreisigen Modelle betroffen sein. Zwar versuche Daimler, die Auswirkungen der Krise weitgehend von der S-Klasse fernzuhalten – garantieren könne man das aber nicht.

Im Fall des Falles dürfte das für die Mitarbeiter der Werke in Sindelfingen, Rastatt und Bremen auch weiterhin gravierende Folgen haben. Bislang soll die Kurzarbeit an allen drei Standorten spätestens Ende der kommenden Woche auslaufen.

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