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CureVac: Tübinger Impfstoff-Hersteller will Schweiz-Zulassung - was wird aus Deutschland?

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Das Logo des Biotech-Unternehmens Curevac mit dem Slogan «the RNA people» an der Unternehmenszentrale in Tübingen.
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Der Tübinger Impfstoffhersteller CureVac will jetzt so richtig durchstarten - und zwar in der Schweiz. Was es damit auf sich hat:

Über ein Jahr Pandemie - über ein Jahr Corona, Lockdowns, Abstand halten und Hygienemaßnahmen. Die Welt wurde durch Covid-19 ziemlich auf den Kopf gestellt. Den einzigen Weg raus aus der Corona-Falle kann uns die Forschung bieten - entweder durch wirksame Medikamente oder durch genügend zuverlässige Impfstoffe.

Ein erster Schritt ist für Deutschland - und Baden-Württemberg - mittlerweile getan. Dank der Impfkampagne haben knapp über 20 Prozent der Menschen im Südwesten zumindest eine Corona-Impfung erhalten. Immerhin sind die Impfstoffe von AstraZeneca, Moderna und BioNTech inzwischen seit einiger Zeit zugelassen. Letzterer hat für die letzte Aprilwoche jetzt sogar mehr Impfstoff für die deutschen Hausärzte zugesagt als ursprünglich angedacht.

CureVac: Tübinger Impfstoff-Hersteller will die Schweiz erobern

Weitere Hoffnung macht ein Nachzügler aus Baden-Württemberg. Der mRNA-Impfstoff CVnCoV des Tübinger Herstellers CureVac soll spätestens Ende Juni in der EU zugelassen werden. Und wenn es nach dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach geht, dann könnte Deutschland mithilfe einer Notfallzulassung sogar schon in Kürze mit CureVac impfen. Nach dem Lieferstopp für den Coronaimpfstoff von Johnson & Johnson forderte Lauterbach, nicht auf die „langwierige EU-Zulassung“ zu warten.

Doch bis es tatsächlich so weit ist und CureVac in Deutschland verimpft werden kann, will das deutsche Arzneimittel-Unternehmen jetzt wohl noch einen weiteren Markt erobern. Denn CureVac hat jetzt einen Zulassungsantrag bei Swissmedic gestellt - der schweizerischen Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte. Dazu hat der Impfstoffhersteller im März 2021 in Basel die CureVac Swiss AG gegründet.

Corona-Impfstoff CureVac: Zulassung in der Schweiz noch vor EU-Zulassung?

Diese Nachricht hat CureVac jetzt am Montagnachmittag (19. April) bekannt gemacht. In einer Mitteilung heißt es: „CureVac hat das erste Datenpaket für seinen Covid-19-Impfstoffkandidaten CVnCoV bereits eingereicht.“ Jetzt werde Swissmedic diese Daten auf Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit prüfen, um herauszufinden, ob eine Marktzulassung in der Schweiz möglich ist.

Genau so ein „rollierendes Zulassungsverfahren“ hatte CureVac bereits Mitte Februar bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) angemeldet. Das bedeutet, dass alle aktuellen Studiendaten und -ergebnisse immer sofort an die Behörde gegeben werden, nicht alles gesammelt zum Schluss. So soll am Ende die Zulassung schneller gehen, weil die meisten Daten ja bereits im Voraus ausgewertet wurden.

CureVac-Impfstoff: 300 Millionen Impfdosen bis Ende des Jahres?

Im Dezember 2020 hatte CureVac seine sogenannte „2b/3-Studie“ gestartet, die für eine Zulassung dringend notwendig ist, mittlerweile sollen rund 40.000 Probanden in Lateinamerika und Europa rekrutiert worden sein. Wenn die Zulassung in der Schweiz durchgeht, dann wartet auf CureVac ein lukrativer Deal - schon Anfang Februar hat der Arzneimittelhersteller mit der Schweizer Regierung einen Vertrag über eine Lieferung von fünf Millionen Impfdosen abgeschlossen.

UnternehmenCureVac
HauptsitzTübingen
ImpfstoffCvnCoV
Impfstoff-TypmRNA

Deutschland hat sich aus den EU-Verträgen und auf eigene Initiative insgesamt 61 Millionen Dosen des CureVac-Impfstoffs gesichert. Und das sollte kein Problem werden, denn CureVac plant, bis Jahresende 300 Millionen Dosen Impfstoff zu produzieren und auszuliefern - dazu hat der Tübinger Impfstoffhersteller viele Produktionspartner wie Bayer, Novartis oder Wacker Chemie.

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