Corona-Impfstoff von CureVac

CureVac: Zulassung soll bald kommen — droht jetzt schon der Impf-Engpass?

Ein Mitarbeiter arbeitet in der Impstoffproduktion der Bayer AG an einer Maschine.
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Die Zulassung des Corona-Impfstoffs des Tübinger Herstellers CureVac verzögert sich drastisch — inzwischen ist die Rede von August. (Symbolbild)
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Die Zulassung des Corona-Impfstoffs des Tübinger Herstellers CureVac verzögert sich drastisch. Manne Lucha rechnet inzwischen mit August. Drohen nun Engpässe?

Die Zulassung des Corona-Impfstoffs von CureVac dauert nun noch länger als geplant — eigentlich war die Rede von einer Zulassung Ende Mai/Anfang Juni. Nun verzögert sich die Zulassung des Vakzins des Tübinger Herstellers durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) weiter, da immer noch wichtige Studiendaten fehlen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bestätigte am Dienstag (8. Juni) in Stuttgart, dass sich das Verfahren weiterhin verzögern wird. Lucha sagte, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe in der Gesundheitsministerkonferenz mitgeteilt,“ dass wir nach der derzeitigen Situation leider erst realistisch im August erwarten können, dass der CureVac-Impfstoff zulassungsfähig appliziert werden kann oder zugelassen wird.“ Der Grünen-Politiker erklärte, dass es bei der von CureVac durchgeführten klinischen Studie zu dem Vakzin „Komplikationen“ gebe.

Corona-Impfstoff von CureVac: Zulassung erst im August erwartet

Vor allem vor dem Hintergrund, dass am 7. Juni die Impf-Priorisierung bundesweit aufgehoben wurde, könnte die späte Zulassung und die fehlenden Lieferungen von CureVac zum Problem werden. Denn seit Montag darf sich jeder — auch Kinder ab 12 Jahren — um einen Impftermin beim Arzt oder im Impfzentrum bemühen. Dazu kommt: Bald könnten die ersten Auffrischungsimpfungen fällig werden.

Die Regierung hatte auf den Tübinger Impfstoff gesetzt. Denn CureVac hat schon vor Monaten angefangen, Impfdosen mithilfe zahlreicher Partner vorzuproduzieren — somit würde ab dem Moment der Zulassung jede Menge Impfstoff für Deutschland zur Verfügung stehen. Außerdem hat der CureVac-Impstoff hat einen erheblichen Vorteil gegenüber den anderen bereits zugelassenen Impfstoffen: Es konnte bereits ausgiebig erforscht und bewiesen werden, dass der Impfstoff eine hohe Wirksamkeit gegen die Corona-Mutanten aufweist.

Business Insider hatte als erstes berichtet, dass Spahn in der Konferenz davon gesprochen hat, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) „nicht vor August“ mit einer Zulassung des CureVac-Mittels rechne. Das konkrete Problem: Bei der Studie gebe es noch nicht genug Teilnehmer. Noch Ende Mai hatte es demnach in internen Lieferprognosen der Bundesregierung geheißen, dass bis Ende Juni 1,4 Millionen Dosen von CureVac kommen sollen, bis Ende September 9,4 Millionen und im letzten Quartal 28,9 Millionen. In den aktualisierten Prognosen von Juni tauche CureVac nun für dieses Jahr gar nicht mehr auf.

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