Kein Corona-Impfstoff von CureVac

Mega-Flaute: CureVac zieht Covid-Impfstoff aus Zulassungsverfahren zurück

Die Tübinger Biotechfirma CureVac forscht auf Hochtouren an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.
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Das Tübinger Unternehmen CureVac zieht seinen Impfstoff aus dem Zulassungsverfahren zurück. (Symbolbild)
  • Lisa Klein
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Es ist offiziell: CureVac zieht seinen Corona-Impfstoff aus dem Zulassungsverfahren der EMA zurück und gibt somit das Vakzin der ersten Generation auf.

Fast ein Jahr ist es nun her, dass der erste Corona-Impfstoff in Deutschland zugelassen wurde. Das Tübinger Unternehmen CureVac hingegen hat sich mit der Zulassungsstudie jede Menge Zeit gelassen. Die Bundesregierung rechnete fest damit, dass der Impfstoff bereits im Juni zugelassen werden kann. Doch die Studien waren bis dahin noch nicht abgeschlossen. Nun nimmt die Geschichte erneut eine drastische Wendung: Das Biotech-Unternehmen zieht sein Vakzin aus dem Zulassungsverfahren zurück, wie zuerst das Handelsblatt berichtete.

CureVac hat heute (12. Oktober) in einer Pressemitteilung verkündet, dass sich künftig „bei der Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs auf mRNA-Impfstoffkandidaten der zweiten Generation in Zusammenarbeit mit GlaxoSmithKline (GSK)“ fokussiert werden soll. „Der COVID-19-Impfstoffkandidat der ersten Generation, CVnCoV, wird aus dem laufenden Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zurückgezogen.“

Doch kein Vakzin von CureVac: Tübinger Unternehmen gibt ersten Corona-Impfstoff auf

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: Vor dem Hintergrund einer aktuellen Information der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) geht CureVac davon aus, dass für CVnCoV mit einer Zulassung frühestens im zweiten Quartal 2022 gerechnet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt erwarten CureVac und GSK jedoch, dass die Kandidaten des Impfstoffprogramms der zweiten Generation eine fortgeschrittene Phase der klinischen Entwicklung erreicht haben. Daher sollen Zeit und Geld nun nur noch in die zweite Generation investiert werden.

Der weltweite Kampf gegen COVID-19 geht weiter, und wir sind fest entschlossen, mit einem sicheren und wirksamen Impfstoff einen entscheidenden Beitrag dazu zu leisten.

Dr. Franz-Werner Haas, Vorstandsvorsitzender von CureVac

Doch was ist mit den bereits versprochenen Impfstoff-Dosen, die CureVac an Europa liefern sollte? „Als unmittelbare Folge dieser Entscheidung endet der bestehende Vorvertrag (Advanced Purchase Agreement) mit der Europäischen Kommission, in dem CVnCoV für den akuten Pandemiebedarf vorgesehen war“, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter: „CureVac prüft, inwieweit die in diesem Zusammenhang eingegangenen Verpflichtungen auch auf die Impfstoffkandidaten der zweiten Generation übertragen werden können. CureVac steht weiterhin in Kontakt mit der Europäischen Kommission und unterstützt deren Bemühungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit.“

CureVac gibt ersten Corona-Impfstoff auf – und setzt auf eine zweite Generation

Rino Rappuoli, wissenschaftlicher Leiter und Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei GSK Vaccines, sagte: „Wir begrüßen, dass CureVac sich auf die vielversprechende mRNA-Impfstofftechnologie der zweiten Generation konzentriert, die wir gemeinsam entwickeln. Im Vergleich zu CureVacs Impfstoffkandidaten der ersten Generation CVnCoV zeigte CV2CoV deutliche Verbesserungen in präklinischen Tests. Neben der Entwicklung dieser nicht-modifizierten mRNA-Technologie der zweiten Generation haben wir im Rahmen unserer Zusammenarbeit auch mit der Entwicklung modifizierter mRNA-Technologien begonnen.“

CureVac und GSK haben ihre Partnerschaft vertieft und setzen dabei zusätzliche Ressourcen und Experten ein, um die Entwicklung und Produktion innerhalb des umfassenden Programms der zweiten Generation zu beschleunigen. Die Unternehmen gehen davon aus, dass sie in den nächsten Monaten in die klinische Entwicklung eintreten werden. Ziel ist, die behördliche Zulassung für die Marktreife eines verbesserten COVID-19-Impfstoffs im Jahr 2022 zu erreichen.

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