Coronavirus in Deutschland

Bald drastische Reise-Einschränkungen aus Angst vor Mutationen? Merkel mit klarer Ansage

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Die aktuell größte Sorge in der Pandemie sind die Corona-Mutationen. Wird deswegen jetzt der Flugverkehr eingeschränkt? Bundeskanzlerin Merkel macht eine deutliche Ansage.

Update vom 27. Januar: Kommen schärfere Reise-Einschränkungen in Deutschland, vielleicht sogar ein Stopp des Flugverkehrs wie in Israel? Fest steht nichts, nur so viel: Politiker und Wissenschaftler sind extrem besorgt angesichts der Corona-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika. Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte bereits massive Einschränkungen des Flugverkehrs ins Gespräch gebracht (siehe Erstmeldung vom 26. Januar).

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kann offenbar nicht nachvollziehen, warum es noch immer grenzüberschreitenden Touristen-Reiseverkehr gebe. Das berichtet die Zeit und beruft sich auf AFP-Informationen aus der Unions-Fraktionssitzung. Demnach müsse verhindert werden, dass gefährliche Virus-Varianten nach Deutschland eingetragen würden. Allerdings betonte die Bundeskanzlerin dabei wohl ausdrücklich, dass keine generellen Reise-Verbote geplant seien.

Reise-Einschränkungen wegen Corona-Mutationen? Laut Drosten sinnvoll

In Zeiten der Corona-Pandemie geht es Bundeskanzlerin Angela Merkel eher darum, an die Bürger zu appellieren, das Reisen zu unterlassen. Ein großes Problem sieht sie in touristischen Reisen in Regionen mit hohen Inzidenz-Werten und die Gebiete, in denen die Corona-Mutationen gehäuft nachgewiesen werden.

Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, hält weitere Reise-Einschränkungen angesichts der Corona-Mutationen aus wissenschaftlicher Sicht für sinnvoll. Das sagte er in den ARD-Tagesthemen. „Wenn wir sehr viel Infektionstätigkeit im Land haben, dann macht das Bisschen, was von außen kommt, nichts mehr aus“, erklärte Drosten. Da die Corona-Zahlen aber derzeit sinken würden, sei umso wichtiger, darauf zu achten, „was von außen kommt“.

Mega-Angst vor Corona-Mutationen: Kommen massive Reise-Einschränkungen? „Auf nahezu Null“

Erstmeldung vom 26. Januar: Am Mittwoch vor genau einem Jahr war der erste Corona-Fall in Deutschland nachgewiesen worden. Ein Jahr Kampf gegen das Coronavirus – und wo stehen wir? Die Corona-Zahlen sinken langsam, doch noch lange ist man nicht am Ziel. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner als Maximum gilt als solches Ziel, doch aktuell machen der Politik nicht nur die Zahlen Sorgen.

Vor allem die Corona-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika, die wohl deutlich ansteckender sind als die bislang bekannte Virus-Variante, beunruhigen. Jetzt sind weitere drastische Maßnahmen im Gespräch: Die Menschen in Deutschland müssen sich wegen Corona möglicherweise auf neue Reise-Beschränkungen einstellen!

Kommen weitere Reise-Einschränkungen? Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Innenminister Horst Seehofer wohl gebeten, mehrere Szenarien zu erarbeiten.

Sorge vor Corona-Mutationen: Kommen jetzt harte Reise-Beschränkungen?

Wie die Bild (Artikel hinter der Bezahlschranke) berichtet, hat Innenminister Horst Seehofer im Kampf gegen das Coronavirus vorgeschlagen, den Flugverkehr nach Deutschland massiv einzuschränken und zudem schärfere Grenzkontrollen zu veranlassen. Damit soll verhindert werden, dass die Corona-Mutationen vermehrt nach Deutschland eingeschleppt werden. Nach bisherigen Erkenntnissen sind die Corona-Impfungen auch gegen die Mutationen wirksam, bislang haben laut RKI-Angaben aber erst zwei Prozent der Deutschen die erste Impfdosis erhalten.

In Baden-Württemberg werden nach Angaben des Landesgesundheitsamts seit Ende Dezember in mehreren Landkreisen vereinzelt Infektionen mit den Sars-CoV-2-Virus-Varianten B.1.1.7 aus Großbritannien und B1.351 aus Südafrika nachgewiesen. Bislang besteht in allen Fällen ein direkter beziehungsweise indirekter Zusammenhang mit Reisen aus dem Vereinigten Königreich oder Südafrika. Genau hier will Bundesinnenminister Horst Seehofer wohl ansetzen und eine weitere Einschleppung verhindern. Zuletzt war auch eine weitere Virus-Variante in Brasilien nachgewiesen worden.

Coronavirus: Harte Reise-Beschränkungen? Seehofer will Flugverkehr massiv einschränken

Kommen jetzt harte Reise-Beschränkungen? Nach Informationen der Bild hat Horst Seehofer der Kanzlerin Pläne vorgelegt, wie Reisen nach Deutschland eingeschränkt werden könnten. Die Bundeskanzlerin habe ihn zuvor darum gebeten. Seehofer erklärte gegenüber Bild.de, man müsse auch drastische Maßnahmen prüfen und in der Bundesregierung diskutieren.

„Dazu gehören deutlich schärfere Grenzkontrollen, besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten, aber auch die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf nahezu Null, so wie Israel das derzeit auch macht, um die Einschleppung der Virus-Mutation zu verhindern“, sagte der Innenminister. In Israel ist der internationale Flughafen seit Montag für fast alle Flüge gesperrt. Ein großes Problem in Deutschland sei laut Seehofer, dass sich Fluggesellschaften nicht an die strengen Corona-Regeln, zum Beispiel die Testpflicht, hielten.

Corona-Mutationen und Reisen: Kommen jetzt harte Einschränkungen?

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel denkt angesichts der Gefahr durch die Corona-Mutationen über verschärfte Reise-Regelungen nach. Nach einem Bericht der Bild hat sich Merkel in einer Videokonferenz mit Fraktionschefs der Union für weitere Einschränkungen ausgesprochen, thematisierte vor allem die Außengrenzen. Für Warenverkehr und Pendler müssten die Grenzen allerdings offenbleiben, sagte Merkel laut SWR.

Allerdings habe sie auch konkret Einschränkungen des Flugverkehrs angesprochen. „Warum können wir die Reisen nicht verbieten?“, soll sie gefragt haben. Man müsse den Flugverkehr so ausdünnen, „dass man nirgendwo mehr hinkommt“.

In Deutschland gibt es bisher keine staatlichen Eingriffe in den Flugverkehr, wie die dpa berichtet. Der grenzüberschreitende Reiseverkehr ist aber durch Testpflichten und Quarantäne-Regeln für Einreisende aus Corona-Risikogebieten eingeschränkt. Als Risikogebiete sind inzwischen mehr als 150 von 200 Ländern weltweit ausgewiesen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Archiv

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