Urlaub 2021 trotz Corona-Pandemie

RKI warnt: In diesen Ländern ist die Corona-Ansteckungsgefahr extrem hoch

  • Lisa Klein
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Wer aus dem Urlaub kommt, kann nicht ausschließen, das Coronavirus mit im Gepäck zu haben. In diesen Urlaubsländern ist die Infektionsgefahr besonders hoch.

Corona-Ansteckungen, die mit sehr hoher wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim derzeitigen Infektionsgeschehen in Deutschland. Laut dem wöchentlichen Lagebericht des RKIs sind in der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli demnach 3.662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen sich wahrscheinlich im Ausland mit dem Coronavirus infiziiert haben.

Als Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien und die Niederlande sowie die Türkei am häufigsten genannt, noch vor Kroatien und Griechenland. Ein besonders starker Zuwachs seit Mitte Juli ist für die Türkei verzeichnet, hier verdoppelte sich die Zahl der pro Woche erfassten Fälle. Mit Frankreich, Italien, Österreich und Dänemark stehen weitere beliebte Reiseziele der Deutschen auf den ersten zehn Plätzen der Liste. Spanien ist dabei die größte „Corona-Schleuder“*, wie *mannheim24.de berichtet.

Die Regierung hat nun auf die steigenden Corona-Zahlen – unter anderem durch Reiserückkehrer – reagiert und plant deshalb strengere Einreiseregeln inklusive Testpflicht für alle bereits am Sonntag (2. August) einzuführen. Für die Umsetzung fehlt aktuell nur noch der Beschluss des Kabinetts, welcher am heutigen Freitag (30. Juli) kommen soll sowie das Inkraftteten der Neuregelungen an sich.

Hohes Infektionsrisiko für Urlauber in Spanien, Niederlande, Kroatien und der Türkei

Eine Corona-Ausbreitung durch heimkommende Sommerurlauber soll durch die neuen Regeln für die Einreise nach Deutschland gebremst werden. Auf breitere Testpflichten müssen sich nach einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vor allem Nicht-Geimpfte einstellen.

In Deutschland und dem europäischen Ausland sind dem Bericht zufolge als besorgniserregend eingestufte Virusvarianten vorherrschend. Hierzulande wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante in einer Stichprobe mittlerweile in rund neun von zehn Fällen gefunden (91 Prozent). Der Anteil war über Wochen teils sehr rasch gewachsen.

Der überwiegende Anteil der Corona-Übertragungen finde allerdings weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI – die Rede ist von mindestens 81 Prozent. Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland liegen allerdings nicht bei jedem Fall vor, womit es hier eine Dunkelziffer für die Ansteckungen im Ausland gibt.

RKI warnt: Corona-Ansteckungsgefahr vor allem für Jüngere hoch

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt laut RKI derzeit vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen zehn und 34 Jahren. Die mit Abstand höchsten Werte werden für die Vorwoche bei den Untergruppen der 15- bis 19-Jährigen mit einer Inzidenz von 40 und bei den 20- bis 24-Jährigen mit 45 Neuinfektionen pro 100.000 verzeichnet.

Vor allem die Menschen ab 60, bei denen die Impfquote höher ist als bei Jüngeren, sind bislang von dem deutlichen Anstieg verschont. In Baden-Württemberg gibt es deshalb nun eine Impfaktion, welche sich vor allem an Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17-Jahren richtet.

Da die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen insgesamt noch niedrig sei, könnten Gesundheitsämter viele Infektionsketten noch nachvollziehen, hält das RKI fest. Weiter setzt sich laut RKI der Rückgang der Zahl von Krankenhaus- und Intensivstation-Fällen mit Covid-19 nicht fort. Stattdessen sei der Anteil von Patienten mit dieser Diagnose an allen Fällen mit schweren Atemwegsinfektionen vergangene Woche wieder leicht angestiegen. „Insgesamt liegen die Werte zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau.“

Dennoch ist die Sorge vor einer vierten Welle groß. Der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil schließt deshalb auch ein Comeback der Homeoffice-Pflicht nicht aus und will diese notfalls wieder in Kraft setzen, sollten die Corona-Neuinfektionen weiter ansteigen. Das Robert-Koch-Institut hat zudem ein Strategiepapier veröffentlicht, wie eine vierte Welle möglichst abgewendet werden soll. Das Thema Impfen ist darin auch ein wichtiger Punkt.

Rubriklistenbild: © Socrates Baltagiannis/dpa

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