Folgen nach Covid-19-Erkrankung

Zweite Corona-Infektion möglich? Erstaunliches Ergebnis zu Immunität – Forscher schlagen Alarm

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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In Großbritannien wird eine Studie zur Immunität nach einer Corona-Infektion durchgeführt. Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind erstaunlich und alarmierend zugleich.

Ein Virus hat die Welt fest im Griff. Mit eine der größten Herausforderungen im Kampf gegen das Coronavirus ist die Unwissenheit. SARS-CoV-2 war völlig neu und hatte sich rasant ausgebreitet, die Neuinfektionen in Baden-Württemberg sind noch immer zu hoch. Wissenschaft und Politik mussten immer relativ spontan auf die Entwicklungen in der Corona-Pandemie reagieren, da zu Beginn schlicht das Hintergrundwissen fehlte. Mittlerweile haben es die Menschen bereits seit einem Jahr mit Wörtern wie Covid-19, Lockdown und Inzidenz-Wert zu tun. Doch noch immer ist nicht alles bekannt über das Coronavirus.

Nach Corona-Erkrankung: Forscher mit Ergebnissen zu Immunität und Risiken

Wissenschaftler auf der ganzen Welt forschen deshalb zum Coronavirus und seinen Auswirkungen. Besonders über Langzeitfolgen können aber erst nach Monaten erste Aussagen getroffen werden. Eine zentrale Frage ist dabei auch, ob Menschen, die bereits an Covid-19 erkrankt waren, immun sind oder ob eine erneute Corona-Infektion möglich ist – und wenn ja, wann. Dieser Frage will die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) in der SIREN-Studie auf den Grund gehen. Bereits jetzt gibt es erstaunliche, aber auch besorgniserregende Ergebnisse.

SIREN-Studie von Public Health England

SIREN steht für „Sars-CoV-2 Immunity and Reinfection Evaluation“. An der Studie, die seit Juni 2020 durchgeführt wird, nehmen 20.787 Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Großbritannien teil, darunter beispielsweise klinisches Personal. Sie werden regelmäßig auf eine Infektion mit dem Coronavirus und auf Antikörper, die darauf hindeutet, dass Menschen bereits zuvor infiziert waren, getestet.

6.614 der Teilnehmer wurden beim Start der Studie positiv auf Covid-19-Antikörper getestet. Die Studie wird noch zwölf Monate andauern, um zu untersuchen, wie lange eine Immunität anhalten kann, wie wirksam Impfstoffe sind und inwieweit Menschen mit Immunität das Virus tragen und übertragen können. Ob Antikörper auch vor der Corona-Mutation Schutz bieten, muss noch untersucht werden.

Corona-Studie zur Immunität: Können sich bereits Erkrankte später erneut infizieren?

Fest steht: Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, ist wohl nach der Genesung eine Zeit lang immun gegen das Virus. Nach Ergebnissen der PHE-Studie sind Menschen, die mit Covid-19 infiziert waren, wahrscheinlich mehrere Monate lag vor einer erneuten Infektion geschützt. Die Wissenschaftler sind zu dem Schluss gekommen, dass nach einer Corona-Erkrankung ein 83-prozentiger Schutz vor einer erneuten Infektion bietet – verglichen mit Menschen, die die Krankheit noch nicht hatten. Diese Immunität scheint bis mindestens fünf Monate nach der Erkrankung anzuhalten. Ob der Schutz noch länger anhält, wird weiter beobachtet.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass Personen, die sich in der ersten Corona-Welle im Frühjahr mit dem Virus infiziert haben, jetzt – mehrere Monate später – möglicherweise erneut erkranken können. Von den 6.614 Teilnehmern, die bereits zu Beginn der Studie positiv auf Antikörper getestet worden waren, infizierten sich 44 Probanden zwischen Juni und November ein zweites Mal. Das entspricht 83 Prozent. Aber: „Unter den Reinfizierten fanden sich eine größere Anzahl asymptomatischer Infektionen“, hieß es laut mdr.de. Würden nur die bei der ersten Welle symptomatischen Reinfektionen (2) betrachtet, reduziere sich das Risiko für eine erneute Infektion sogar um 95 Prozent.

Corona-Studie: Experten schlagen Alarm – dringender Appell an die Bürger

Die britischen Wissenschaftler schlagen allerdings auch Alarm. Die Experten weisen nämlich darauf hin, dass selbst für einige Monate immune Personen das Coronavirus in dieser Zeit immer noch in Nase und Rachen tragen können und daher auch das Risiko tragen, andere zu infizieren. Sich in Sicherheit zu wiegen, kann also fatale Folgen für die Mitmenschen haben, denn es ist möglich, dass diese Personen auch ohne Symptome andere anstecken können.

„Wir wissen jetzt, dass die meisten derjenigen, die das Virus hatten und Antikörper entwickelt haben, vor einer erneuten Infektion geschützt sind, aber das nicht vollständig und wir wissen noch nicht, wie lange der Schutz hält. Entscheidend ist, dass wir glauben, dass Menschen das Virus möglicherweise noch weitergeben können“, erklärt Studienleiterin Professor Susan Hopkins. Es sei entscheidend, dass jeder weiterhin die Regeln befolge und zu Hause bleibe, auch wenn er schon an Corona erkrankt war. Nur so könne die Verbreitung des Virus verhindert werden.

Rubriklistenbild: © Niaid/Europa Press/dpa

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