Enzym-Blockade

Coronavirus: Forscher-Durchbruch! Schwachstelle entdeckt – Pandemie-Ende endlich möglich?

  • vonLisa Klein
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Wissenschaftler haben einen Durchbruch in der Corona-Forschung erzielt und womöglich herausgefunden, wie die Entwicklung eines Corona-Medikaments gelingen könnte.

Das Coronavirus ist bei Weitem noch nicht ausgiebig genug erforscht. Zwar ist in Deutschland inzwischen der erste Corona-Impfstoff zugelassen, doch damit ist die Pandemie noch nicht besiegt. Forscher versuchen weiterhin, Corona-Medikamente herzustellen. Bisher gibt es keine Medikamente, die während einer Corona-Infektion eingenommen werden können, um diese einzudämmen. Mögliche Spätfolgen einer Corona-Infektion sind auch bei einem milden Verlauf gravierend – ein Medikament könnte daher bahnbrechend sein.

Forscher der Eberhard Karls-Universität in Tübingen haben mithilfe eines Computermodells ein Enzym des Coronavirus entdeckt, welches in der Forschung für die Entwicklung eines Corona-Medikaments entscheidend sein könnte. Dabei handelt es sich um das Enzym „Guanylatkinase 1“.

Die Wissenschaftler fanden unter der Leitung von Andreas Dräger heraus, dass eine Deaktivierung dieses Enzym eine Vermehrung des Coronavirus verhindert. „Wenn wir das Enzym – die Guanylatkinase 1 – ausschalteten, wurde die Virusvermehrung gestoppt, ohne die Wirtszelle zu beeinträchtigen“, erklärt Dräger in dem Fachmagazin Bioinformatics

Coronavirus: So funktioniert die Enzym-Blockade

Grundlage des Forschungsprojektes war ein Modell, welches das Wirken von Lungenbläschen, die für die Abwehr von Gefahrenstoffen verantwortlich sind, analysierte. Dieses wurde laut Frankfurter Rundschau weiterentwickelt und an das Coronavirus angepasst. So konnten die Tübinger Forscher die Schwachstelle des Coronavirus finden. Darüber berichtet auch ruhr24.de*.

„Wir haben zunächst die Zusammensetzung des Virus analysiert und daraus berechnet, welches Material benötigt wird, um ein Viruspartikel herzustellen“, so der Forschungsleiter Dräger. „Wenn man das weiß, kann man verschiedene Szenarien durchspielen und sehen, wie sich die biochemischen Reaktionen in den Wirtszellen während einer Virusinfektion verändern“, erklärt er. Durch weitere Tests konnten die Forscher gezielt einige Reaktionen ausschalten und so identifizieren, welche Prozesse dem Coronavirus besonders nützen - und welche nicht.

Coronavirus: Ist Schwachstelle der Durchbruch, um ein Corona-Medikament herstellen zu können?

Die Forschungsergebnisse könnten nun die Entwicklung möglicher Corona-Medikamente erheblich beeinflussen. Das analysierte Enzym könnte gezielt gehemmt werden, damit das Coronavirus keine geeigneten Wirtszellen mehr hätte. Wichtig ist dabei, dass die Lungenbläschen auf einen anderen Stoffwechselweg ausweichen können. Sonst könnte es durch den Einsatz eines Medikaments zu erheblichen Nebenwirkungen kommen. *ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Ben Stansall/AFP

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