SPD-Politiker äußert sich auf Twitter

Coronavirus in BaWü: Verschärfte Kontaktbeschränkungen - Lauterbach fordert Kontrollen in Privatwohnungen

  • Julia Cuprakowa
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Das Coronavirus breitet sich in Baden-Württemberg immer weiter aus. Politik berät über eine Verschärfung der Corona-Regeln. Auf Twitter schlägt SPD-Politiker Karl Lauterbach vor, Kontaktbeschränkungen auch in privaten Räumen zu kontrollieren.

Baden-Württemberg - Die Corona-Zahlen in Deutschland explodieren. Alleine für das Bundesland Baden-Württemberg übermittelte das Landesgesundheitsamt (LGA) 1.843 Neuinfektionen mit dem Coronavirus*, wie echo24.de* in seinem Corona-Ticker berichtet (Stand 27. Oktober). Angesichts dessen hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel die anstehende Corona-Konferenz* vorgezogen. Demnach sollen bereits heute die neuen Corona-Regeln beschlossen werden. 

Heute berät sich Kanzlerin mit den Länderchefs. Unsicher ist, ob sich Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten auf einen einheitlichen Kurs einigen können. Den haben am Dienstag unter anderem Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gefordert. Fakt ist: Es zeichnet sich eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen ab, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Dabei geht der SPD-Politiker Karl Lauterbach sogar einen Schritt weiter und schlägt Kontrollen der Kontaktbeschränkungen auch in privaten Räumen vor. Dies könnte zu ungeahnten Folgen führen - auch in Baden-Württemberg.

Coronavirus in BaWü: Verschärfte Kontaktbeschränkungen - Lauterbach fordert Kontrollen in Privatwohnungen

„Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein“, sagte Lauterbach, „Rheinischen Post“ gegenüber. Laut welt.de bezeichnete der SPD-Gesundheitsexperte private Feiern, die in privaten Wohnungen stattfinden, als Superspreading-Events, die nicht länger toleriert werden sollen. Damit griff er NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an, der sich dagegen ausgesprochen hat. „Laschet irrt, wenn er solche Superspreading-Events weiterhin tolerieren will.“ Um das sogenannten „Superspreading“ zu verhindern, sagen viele Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg große Events ab. Wie echo24.de* berichtet, wurde der bekannte Öhringer Pferdemarkt in Baden-Württemberg abgesagt.

Und Karl Lauterbach geht noch ein Schritt weiter und fordert einen sogenannten „Wellenbrecher-Shutdown“. Es gehe um ein Konzept, „bei dem man über zwei Wochen hinweg mit Ankündigung - in der Regel mit einer Woche Vorlauf - bundesweit Einrichtungen schließt: Restaurants, Bars, Kneipen, alle Kulturstätten, Fitnessstudios, Vereine. Offen bleiben aber Schulen, Kitas und essenzielle Geschäfte.“ Private Treffen müssten auf ein absolutes Minimum reduziert werden. In Betrieben sollte so viel Homeoffice gemacht werden wie möglich.

Seiner Meinung nach erfüllt der Entwurf der Beschlussvorlage für die Ministerpräsidentenkonferenz am heutigen Mittwoch diese Ansprüche. „Das Konzept, mit dem Merkel in die Verhandlung geht, würde die Funktion eines Wellenbrecher-Shutdown voll erfüllen“, schrieb Lauterbach auf Twitter. „Ein Brechen des exponentiellen Wachstums wäre fast sicher.“

Coronavirus-Ausbreitung: SPD-Politiker Lauterbach fordert einen „Wellenbrecher-Lockdown“

Im weiteren Tweet erklärt der Gesundheitsexperte warum in einem Wellenbrecher-Lockdown auch Restaurants und Bars geschlossen werden sollten, wie es die Bundesregierung anstrebt.

„In der Gastronomie fänden die meisten Kontakte außerhalb der Familie statt, verschiedene Altersgruppen träfen aufeinander. Zudem sei eine Übertragung von Aerosolen in Innenräumen nicht zu vermeiden“, heißt es in dem Tweet.

Coronavirus-Ausbreitung: Lauterbach auf Twitter - „Ansteckungen in Gastronomien nicht belegt, aber ...“

Laut Robert-Koch-Institut seien die Ansteckungen mit dem Coronavirus in Gastronomien zwar nicht belegt, heißt es weiterhin auf Twitter. „Bei der extrem schwachen unvollständigen Datenlage der kollabierenden Nachverfolgung ist das nicht relevant“, so Lauterbach. Für SPD-Politiker ist es Grund genug die Gastro wieder dichtzumachen. „Wenn man die Schulen offen halten wollte, müsse man die Gastronomie schließen“, twittert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach will angesichts der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen Treffen in privaten Räumen, etwa der eigenen Wohnung, kontrollieren lassen. 

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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