Impfdurchbrüche kommen immer wieder vor

Corona-Infektion trotz Impfung: Was tun, wenn Sie infiziert sind?

Eine Schutzimpfung wird in einer Arztpraxis durchgeführt.
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Auch vollständig Geimpfte können sich mit Covid-19 infizieren (Symbolbild).
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Auch eine vollständige Corona-Impfung schützt nicht gänzlich vor der Infektion mit dem Virus. Deshalb sollten Sie jetzt wissen, was zu tun ist, wenn Sie Symptome zeigen.

Es ist wieder Herbst – und die Corona-Zahlen steigen. Covid-19 hat Deutschland noch immer fest im Griff, denn die Impfquote ist bisher nicht hoch genug, um eine Herdenimmunität zu garantieren. Deshalb steigt die Zahl der Intensivpatienten in Baden-Württembergs Krankenhäusern mittlerweile wieder an und die Warnstufe ist beinahe erreicht. Zeitgleich kommen die Gesundheitsämter nicht mehr hinterher, Kontaktpersonen zu informieren.

Doch selbst wenn mittlerweile alle gegen Corona geimpft wären, die eine Impfempfehlung erhalten haben – eine Infektion wäre für sie noch immer möglich. Was ist also zu tun, wenn trotz Impfung Corona-Symptome auftreten?

Corona-Infektion trotz Impfung: Andere Symptome bei vollständig Geimpften

Zunächst sollte in jedem Fall bei Erkältungssymptomen ein Antigen-Schnelltest gemacht werden. Denn wie Focus Online berichtet, können nicht nur die typischen Covid-Symptome wie Atemnot, Husten, Fieber, Geruchs- oder Geschmacksverlust auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen. Wie eine Studie aus Großbritannien zeigt, äußert sich eine Covid-Infektion bei doppelt Geimpften am häufigsten mit folgenden Symptomen:

  • Kopfschmerzen
  • Laufende Nase
  • Niesen
  • Halsschmerzen
  • Geruchsverlust

Wer also solche Anzeichen einer Erkältung verspürt, sollte sich in jedem Fall – auch, wenn er geimpft ist – auf Corona testen. Ist dieser Schnelltest dann positiv, so rät das Robert Koch-Institut (RKI) dazu, das Ergebnis durch einen sichereren PCR-Test zu überprüfen. Gleiches gilt übrigens auch dann, wenn Sie Kontakt mit einem infizierten Menschen hatten, und sich daraufhin Symptome entwickeln.

Impfdurchbruch - Corona-Infektion trotz Impfung: So kommen Sie an einen PCR-Test

Einen PCR-Test können Sie dann ganz einfach bei Ihrem Hausarzt machen lassen – oder auch bei einer Corona-Schwerpunkt-Praxis. Rufen Sie allerdings unbedingt vorher in Ihrer erwählten Arztpraxis an, denn Covid-Verdachtsfälle behandeln einige Ärzte nicht während der Sprechstunde, andere machen die Abstriche für die PCR-Tests sogar im Freien oder durch ein geöffnetes Fenster, um das Verbreitungsrisiko der Corona-Pandemie zu minimieren. Im Zweifel können Sie auch immer den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 kontaktieren.

Eine der wohl wichtigsten Regeln nach dem PCR-Test – egal ob geimpft oder nicht – ist, dass Sie in jedem Fall bis zum Ergebnis in häuslicher Quarantäne bleiben sollten. Denn für alle, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, müssen eine Isolationszeit einhalten.

Wie Martin Priwitzer vom Gesundheitsamt Stuttgart gegenüber dem SWR erklärte, soll durch die Quarantäne sichergestellt werden, „dass infizierte Personen möglichst niemanden anstecken.“ Die Anweisung, sich in Isolation zu begeben, kommt allerdings in jedem Fall auch nochmals von der jeweils zuständigen Behörde.

Quarantäne bei Impfdurchbrüchen

In der Regel müssen auch vollständig Geimpfte, die einen positiven PCR-Test erhalten, für mindestens 14 Tage in Quarantäne. Wer allerdings symptomfrei ist, kann sich nach fünf Tagen erneut testen lassen. Ist der PCR-Test dann negativ, kann man sich von der Quarantäne befreien lassen. Kontrolliert wird die Einhaltung der Quarantäne immer vom zuständigen Ordnungsamt.

Corona-Infektion trotz Impfung: Impfdurchbrüche weniger ansteckend?

Doch eine positive Nachricht hat Priwitzer im Gespräch mit dem SWR noch für alle Geimpften: Die Allermeisten, die vollständig immunisiert sind, sind extrem gut vor einem schweren Verlauf geschützt, der auf einer Intensivstation behandelt werden muss. Demnach kommt es in Stuttgart lediglich bei 0,4 Prozent aller Geimpften zu einem Impfdurchbruch – außerdem stecken sich fast nur geimpfte Menschen mit Corona an, die ein geschwächtes Immunsystem haben oder in einem höheren Alter sind.

Außerdem schließt sich der Tübinger Infektiologe Prof. Dr. Christoph Berg dieser Meinung an. Er erklärt zudem, die Erkrankungen bei Impfdurchbrüchen verliefen viel kürzer. „Man kommt in den Kontakt mit den Viren, der Körper erzeugt eine Immunantwort und die Besiedelung der Körper mit Viren ist deutlich kürzer als ohne Impfung“, berichtete er dem SWR. Deshalb seien Menschen mit Impfdurchbrüchen weniger ansteckend als Ungeimpfte. Auch Virologe Hendrick Streeck äußerte sich gegenüber ntv ähnlich. Er sagte: „Ich glaube nicht, dass die Impfdurchbrüche ein Grund zur Sorge sind. Das ist etwas, womit man rechnen kann.“

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