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Neue Corona-Variante „B.1.640.2.“ aus Frankreich: Schlimmer als Omikron?

  • Lisa Klein
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Eine neue Corona-Variante (B.1.640.2) ist in Frankreich entdeckt worden. Wie besorgniserregend ist die neue Mutante? Das ist bereits bekannt.

Erst vor wenigen Wochen ist in Südafrika die Omikron-Variante B.1.1.529 entdeckt worden – nun ist wieder eine neue Variante des Coronavirus aufgetaucht, diesmal in Frankreich. Welche genauen Auswirkungen die neue Mutante auf das Infektionsgeschehen haben wird und ob sich die Variante durchsetzt, ist noch offen. Die in Frankreich entdecke neue Corona-Variante „B.1.640.2“ steht vorerst unter genauer Beobachtung.

Eine große Gefahr können Experten laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bislang aber nicht erkennen. „Wir sollten diese wie auch andere Varianten beobachten, aber es besteht kein Grund, speziell über diese Variante besorgt zu sein“, sagte Richard Neher, Experte für Virusvarianten an der Uni Basel (Schweiz), der dpa.

Neue Corona-Variante „B.1.640.2.“ aus Frankreich: Bislang wenig Daten vorhanden

Französische Forscher um Didier Raoult vom Institut IHU Méditerranée Infection hatten die neue Variante bei zwölf Patienten im Südosten Frankreichs nachgewiesen, wie das Team bereits Ende Dezember in einem Preprint-Paper berichtete. Der Patient, der in Frankreich wohl zuerst infiziert war, sei von einer Reise aus Kamerun (Zentralafrika) zurückgekommen. Die Studie zu der neuen Virusvariante wurde bislang noch nicht von Fachleuten begutachtet.

Das Team um Raoult schreibt als Fazit im Preprint-Paper: „Es ist zu früh, um über virologische, epidemiologische oder klinische Eigenschaften der neuen Variante zu spekulieren.“ Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte gegenüber merkur.de: „Wir wissen noch zu wenig, um etwas Brauchbares sagen zu können.“

Neue Corona-Variante aus Frankreich: Was bereits bekannt ist

B.1.640.2 weist einige Mutationen im sogenannten Spike-Protein vor, die Experten bereits von der besonders ansteckenden Omikron-Variante kennen. Das Spike-Protein ist bei der Beurteilung von Varianten von besonderer Bedeutung, weil das Virus damit an menschliche Zellen bindet und auch, weil die Impfstoffe auf dieses Protein ausgerichtet sind.

Mutationen am Spike-Protein können zu einer schnelleren Ausbreitung des Virus führen. Zudem ist es möglich, dass Impfstoffe ihre Wirkung verlieren. Allerdings scheine sich B.1.640.2 bislang nicht stark auszubreiten, meint der Basler Virus-Experte Neher. Sie sei damit eine unter vielen, die sich gegen Omikron und Delta zumindest bislang nicht durchsetzt.

Die in der EU bislang zugelassenen Corona-Vakzine werden aktuell bereits auf die Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante geprüft. Gegebenenfalls sollen die Impfstoffe an Omikron angepasst werden. Inzwischen gibt es bereits zahlreiche Daten in Bezug auf Omikron, die auch bei der neuen Mutation nützlich sein könnten. Beispielsweise eine Studie, wie gut Booster-Impfungen mit Moderna und Biontech vor Omikron schützen.

Neue Corona-Variante „B.1.640.2.“ aus Frankreich steht unter Beobachtung

Die neue Variante aus Frankreich – B.1.640.2 – gehört zu einer Art Varianten-Familie, die bereits seit November auf dem Radar der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist. Darauf verwies WHO-Epidemiologe Abdi Mahamud in Genf. „B.1.640“ wurde nach WHO-Angaben zuerst im September aus der Demokratischen Republik Kongo gemeldet und im November unter Beobachtung genommen, habe sich seitdem nach den vorliegenden Daten aber nicht erheblich ausgebreitet, sagte Mahamud.

Die WHO unterscheidet bei potenziell gefährlichen Corona-Varianten drei Kategorien: (1) besorgniserregende Varianten, (2) Varianten von Interesse und (3) Varianten unter Beobachtung. „B.1.640“ ist in Kategorie 3, ebenso wie zwei weitere Varianten. Omikron hingegen ist in der Kategorie 1.

Insgesamt 17 Varianten, die die WHO seit Beginn der Pandemie beobachtet hat, haben sich als kurzlebig oder wenig bedrohlich erwiesen und stehen nicht mehr unter besonderer Beobachtung. Ob die Frankreich-Variante als „gefährlicher“ eingestuft wird oder doch als weniger bedrohlich, wird sich zeigen, sobald mehr Daten über die neue Mutante vorliegen.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: Pixabay

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