Neue Corona-Studie aus Dänemark

Omikron-Studie zeigt: Infektion mit Variante BA.1 schützt vor BA.2-Reinfektion

Omikron-Subtyp BA.2
+
Laut neuesten Studien soll eine Infektion mit der Omikron-Variante BA.1 vor einer Reinfektion mit der Subvariante BA.2 schützen. (Symbolbild)
  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
    schließen

Forschende aus Dänemark untersuchen, inwieweit eine Infektion mit der Corona-Variante Omikron BA.1 vor einer Reinfektion mit dem Subtyp BA.2 schützt.

Inmitten der Omikron-Welle kommen gute Nachrichten aus Dänemark: Eine Studie von Forschenden des Statens Serum Institut in Kopenhagen zeigt, dass eine Infektion mit der weit verbreiteten Corona-Variante BA.1 (Omikron) offenbar einen starken Schutz vor einer Reinfektion mit der Subvariante BA.2 (ebenfalls Omikron genannt) bietet, berichtet fr.de. Die Omikron-Variante BA.2 ist in Deutschland mittlerweile weit verbreitet, nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ist ihre Verbreitung bis zur 14. Kalenderwoche (04.-10.04.2022) „auf über 95 Prozent angestiegen“ und hat damit längst BA.1 als dominierende Variante abgelöst.

Die Studie wurde auf dem Preprint-Server medRxiv veröffentlicht und wurde noch nicht von Fachleuten geprüft. Trotzdem gibt sich der Mediziner Eric Topol bereits optimistisch: „Als ich es gelesen habe, sagte ich ‚Das ist definitiv beruhigend‘“, zitiert das Fachmagazin Nature ihn.

Für die Studie hat ein Forschungsteam um Marc Stegger die Daten von mehr als 1,8 Millionen Personen in Dänemark ausgewertet, die sich zwischen dem 21. November 2021 und dem 11. Februar 2022 mit Corona infiziert hatten. Aus dieser Datenmenge suchten die Forschenden die Fälle heraus, in denen sich jemand bereits 20 bis 60 Tage nach einer Corona-Infektion mit einer anderen Corona-Variante infiziert hatte. So blieben insgesamt 1739 Personen übrig – bei 263 von ihnen analysierten die Forschenden die Virus-Variante genauer.

Neue Corona-Studie: Es gibt Reinfektionen mit Omikron BA.2 nach BA.1-Infektion – aber selten

Das Ergebnis: Nur 47 Personen hatten sich bereits kurz nach der Infektion mit der Corona-Variante BA.1 mit der Subvariante BA.2 infiziert – nach einer Delta-Infektion hatten sich dagegen 140 Personen mit BA.2 angesteckt. Durchschnittlich waren die Infizierten 15 Jahre alt, die älteste Person war 38 Jahre alt. Von den Infizierten musste niemand ins Krankenhaus, niemand starb, alle hatten höchstens einige Tage lang leichte Symptome. Besonders auffällig: die große Mehrheit der Betroffenen (89 Prozent) war kein einziges Mal gegen Corona geimpft.

Zusammengefasst liefern wir Beweise, dass Reinfektionen mit Omikron BA.2 selten sind, aber relativ kurz nach einer Infektion mit BA.1 geschehen können.

Zitat aus der Studie

„Diese Studie bestätigt, dass es Reinfektionen mit Omikron BA.2 kurz nach einer BA.1-Infektion gibt“, schreiben die Forschenden. Reinfektionen mit Omikron BA.2 nach einer Infektion mit BA.1 oder Delta seien hauptsächlich bei jungen Menschen unter 30 Jahren beobachtet worden, die meisten von ihnen seien nicht geimpft gewesen. Das unterstreiche „die verstärkte Immunität, die durch die Kombination von Impfung und Infektion im Vergleich zu einer nur durch die Infektion hervorgerufenen Immunität erreicht wird“, führen die Forschenden in der Studie weiter aus. „Zusammengefasst liefern wir Beweise, dass Reinfektionen mit Omikron BA.2 selten sind, aber relativ kurz nach einer Infektion mit BA.1 geschehen können.“

Corona-Studie hat gute Nachrichten: Impfungen bieten „gewissen Schutz“ gegen Omikron

Die Ergebnisse der Studie aus Dänemark deuteten an, dass BA.2 „wahrscheinlich keine große Infektionswelle in Gemeinden auslöst, die eine BA.1-Welle erlebt haben“, ordnet ein Artikel im Journal Nature ein. Offenbar führt eine Infektion mit der Corona-Variante BA.1 dazu, dass sich der Körper besser gegen die nachfolgende BA.2-Subvariante zur Wehr setzen kann. „Im Moment baut sich eine Immunität auf, die eine Katastrophe verhindert“, erklärt der Co-Autor der Studie, Troels Lillebaek gegenüber Nature. Die BA.1-Welle, die der Subvariante BA.2 vorausging, biete Schutz.

Ähnlich erklärt es auch die Evolutionsbiologin Sarah Otto gegenüber dem Fachmagazin: „Wenn BA.2 erst spät in einer Gemeinschaft ankommt, wenn die BA.1-Omikron-Welle schon fast vorbei ist, wird die Immunität durch Omikron-Infektion und/oder durch Boostern BA.2 wahrscheinlich davon abhalten, eine zweite Omikron-Welle auszulösen.“ Co-Autor Lillebaek hat in Nature noch eine weitere gute Nachricht parat: Die Studie unterstütze die Idee, dass Impfungen einen Schutz gegen Omikron inklusive BA.2 bieten. „Es sind vor allem junge, nicht geimpfte Personen, bei denen wir diese Reinfektion mit BA.2 beobachten. Das zeigt, dass die Impfung einen gewissen Schutz bietet“.

Erst kürzlich hatte eine Corona-Studie gezeigt, dass die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna unterschiedliche Antikörperreaktionen gegen Corona hervorrufen. In den USA ist unterdessen ein weiterer Omikron-Subtyp auf dem Vormarsch: BA.2.12.1. (tab)

Mehr zum Thema