Wie gut schützen vier Impfungen?

Neue Corona-Studie zeigt: So wirksam ist eine zweite Booster-Impfung

  • Lisa Klein
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Ist eine zweite Booster-Impfung sinnvoll? Eine neue Corona-Studie aus Israel zeigt: Eine vierte Impfdosis erhöht die Anzahl der Antikörper deutlich – allerdings nicht genug.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt inzwischen eine Auffrischungsimpfung bereits nach drei Monaten. Denn wie eine schwedische Studie zeigt, lässt die Wirksamkeit der Impfstoff von Biontech, Moderna und AstraZeneca mit der Zeit erheblich nach, wie echo24.de berichtet. Doch wie sieht es mit einer zweiten Booster-Impfung aus? Könnte für viele schon bald eine vierte Impfung notwendig werden? Eine neue Corona-Studie aus Israel gibt Aufschluss darüber, wie effektiv eine zweite Booster-Impfung tatsächlich ist.

Neue Corona-Studie: Zweiter Booster erhöht Antikörper-Zahl – doch reicht das?

Eine aktuelle Studie aus Israel zeigt, dass die Antikörper nach einer vierten Corona-Impfung – also nach einem zweiten Booster – um das Fünffache ansteigen. Allerdings ist die Leiterin der israelischen Studie mit dem Ergebnis einer vierten Corona-Impfung nicht zufrieden, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Professorin Gili Regev sieht einen beobachteten fünffachen Anstieg der Antikörper als „gut, aber nicht ausreichend“ an.

Kurz nach der vierten Impfung seien die Geimpften wieder auf demselben Antikörper-Stand wie kurz nach der dritten, sagte Regev der israelischen Nachrichtenseite ynet. Allerdings habe sie sich von einer zweiten Booster-Impfung mehr erhofft. Es könne nicht das Ziel sein, sich etwa alle vier Monate erneut gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Gili Regev sei zwar froh, dass gefährdeten Bevölkerungsgruppen wie Immungeschwächten und über 60-Jährigen in Israel bereits die vierte Dosis bekommen, aber sie sagt auch: „Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob man sie nun allen geben sollte. Wir brauchen noch mehr Informationen.“

Zweiter Booster: Neue Studie in Israel zu Kreuzimpfungen startet

Dennoch betonte die Professorin gleichzeitig die enorme Wichtigkeit der ersten Booster-Impfung: „Wer die erste und zweite Dosis bekommen hat, muss dringend auch die dritte bekommen.“ Wer noch keinen Booster erhalten habe, solle zur Impfstation „rennen“, riet sie.

Am Mittwoch begann im Schiba-Krankenhaus in Israel ein weiterer Versuch mit einer vierten Impfdosis gegen das Coronavirus. 150 Teilnehmer sollen nach drei Dosen des Präparats von Biontech/Pfizer eine vierte Impfung mit Moderna erhalten. „Es kann sein, dass eine Kombination von Impfstoffen besser ist“, sagte Regev. Es sei weltweit der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen. Eine Studie aus England hat bereits ergeben, dass Booster-Kreuzimpfungen generell besser vor Omikron schützen sollen.

Mit Blick auf die neue Virusvariante Omikron B.1.529 hat sogar Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits das Thema vierte Corona-Impfung ins Spiel gebracht. Denn die in der EU bereits zugelassenen Impfstoffe schützen nicht optimal vor einer Infektion mit der Corona-Mutante. Deshalb sollen einige Impfstoffe an die Omikron-Variante angepasst werden. Derartige Anpassungen könnten im Laufe der Zeit noch des Öfteren notwendig werden – erst kürzlich wurde noch eine neue Corona-Variante in Frankreich entdeckt „B.1.640.2“.

Der SPD-Politiker sagte auf eine entsprechende Nachfrage der dpa, man wisse nicht, wie lange der Booster-Schutz bei der Omikron-Variante anhalte. Möglicherweise sei der Impfschutz „nicht allzu dauerhaft“ und eine vierte Impfung gegen das Coronavirus notwendig.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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