Positiver Schnelltest – Handlungsempfehlung

Corona-Schnelltest positiv: Was muss ich jetzt tun? Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Was muss ich tun, wenn mein Corona-Schnelltest positiv ist? Das Bundesgesundheitsministerium gibt dazu eine klare Empfehlung ab.

In Deutschland wird im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus ausgiebig getestet. Vor allem Schnelltests finden im Alltag häufig ihre Anwendung: Manche testen sich zu Hause freiwillig selbst vor privaten Treffen, nicht-Immunisierte müssen sich aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg* testen, um Zugang zu bestimmten Bereichen zu erhalten, und andere müssen sich sogar täglich auf der Arbeit testen, aufgrund der 3G-Regelung am Arbeitsplatz*. Doch was ist zu tun, wenn der Corona-Schnelltest positiv ist?

Vorab: Generell wird bei Schnelltests in zwei Kategorien unterschieden – den Selbsttests und den Antigen-Schnelltests, wie echo24.de* berichtet. Selbsttests tragen diesen Namen, da sie meistens von Privatpersonen „selbst“ durchgeführt werden. Dabei können schnell Anwendungsfehler passieren, welche zu einem falschen Ergebnis führen können.

Corona-Schnelltest: Was bei einem positiven Testergebnis zu tun ist

Antigen-Schnelltests hingegen funktionieren wie Selbsttests, werden allerdings von geschultem Personal durchgeführt – dadurch passieren weniger Anwendungsfehler und die Ergebnisse sind etwas zuverlässiger. Antigen-Schnelltests werden auch „Bürgertests“ genannt, seit dem 13. November 2021 hat jeder Bürger mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen solchen kostenlosen Antigen-Schnelltest*. Ein positiver Antigen-Schnelltest ist im Gegensatz zum positiven Selbsttest meldepflichtig.

Generell gilt sowohl bei positiven Selbsttests als auch Antigen-Schnelltests: Es sollte ein PCR-Test durchgeführt werden, um das Ergebnis zu verifizieren. Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt: „Nach jedem positiven Schnell- und Selbsttest“ sollte „immer ein PCR-Test zur Bestätigung gemacht werden“. PCR-Tests gelten als am verlässlichsten, da der Corona-Test durch medizinisches Personal durchgeführt wird und die Auswertung im Labor erfolgt.

Nach einem positiven Antigen-Schnelltest oder Selbsttest besteht sogar Anspruch einen kostenlosen PCR-Test. Allerdings sind die Kapazitäten für PCR-Tests in Deutschland aktuell knapp. Deshalb wurde beim letzten Bund-Länder-Beschluss vom 24. Januar eine Priorisierung von PCR-Tests beschlossen. Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt generell, dass „bei Vorliegen von Symptomen direkt eine PCR-Testung veranlasst“ werden sollte. Vor allem, wenn dazu auch noch der Corona-Schnelltest positiv ist. Generell sollen Risikopatienten bevorzugt werden.

Positiven Schnelltest bestätigen: Diese Alternative gibt es zum PCR-Test

Doch es gibt noch eine weitere Testvariante, die vor allem aufgrund der geringen Kapazitäten für PCR-Tests bei einem positiven Corona-Schnelltest zur Verifizierung infrage kommt. „PoC-NAT-Tests sind Tests, die wie der PCR-Test auch auf der Nukleinsäureamplifikationstechnik (NAT) basieren, jedoch vor Ort (Point of Care, PoC), also patientennah und kurzfristig vor Ort ausgewertet werden können“, schreibt das Bundesgesundheitsministerium. Sie sind in der Anwendung nicht auf ein Labor angewiesen.

„Eine PoC-NAT-Testung bietet sich aufgrund der guten Spezifität (wenig falsch-positive Testergebnisse) zur schnellen Verifizierung positiver Antigen-Schnelltests bei asymptomatischen Personen an“, schreibt das Bundesgesundheitsministerium weiter. Bedeutet also: Wer einen positiven Schnelltest hat – egal ob Selbsttest oder Bürgertest – und keine typischen Corona-Symptome* hat, kann statt einem PCR-Test auch ein PoC-NAT-Test durchgeführt werden.

„Ein positiver PoC-NAT-Test muss nicht durch einen PCR-Test bestätigt werden“, schreibt das Bundesgesundheitsministerium. Allerdings wird darauf hingewiesen, sollte es Zweifel an einem negativen PoC-NAT-Testergebnis geben, etwa aufgrund später auftretender Symptomen, sollte ein PCR-Test in Erwägung gezogen werden.

Mein Corona-Schnelltest ist positiv: Was muss ich jetzt tun?

Soweit zum Thema Testen. Doch es gibt noch ein paar weitere Dinge, die bei einem positiven Schnelltest beachtet werden sollten. Denn bis das Ergebnis des PCR-Tests oder eine Bestätigung durch einen PoC-NAT-Test da sind, sollten positiv-Getestete ebenso wie Menschen mit Corona-Symptomen* nicht einfach durch die Gegend spazieren.

Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt: Vorsichtshalber solange „zu Hause bleiben, niemanden treffen und auch Abstand zu anderen Haushaltsmitgliedern wahren, bis das Ergebnis vorliegt.“ Auch die AHA+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene einhalten, Alltags-Maske tragen, Lüften) sind weiterhin zu beachten. Das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg hat ein Corona-Merkblatt veröffentlicht, was bei einem positiven Schnelltest zu tun ist. Das sind die wesentlichen Punkte:

  • Begeben Sie sich unverzüglich in Absonderung (Isolation). Vermeiden Sie jeglichen direkten Kontakt zu weiteren Personen. Verlassen Sie das Haus nur in medizinischen Notfällen oder zum Testen.
  • Bleiben Sie wenn möglich alleine in einem gut belüfteten Raum. Benutzen Sie gemeinsame Räumlichkeiten zeitlich getrennt von anderen Haushaltsangehörigen. Sollte Kontakt nicht unumgänglich sein: Tragen Sie beide eine FFP2-Maske, halten Sie einen Abstand von mindestens 1,5 Metern ein und öffnen Sie ein Fenster.
  • Generell sollten alle Räume regelmäßig gelüftet werden. Häufig berührte Oberflächen sollten täglich mit einem Flächendesinfektionsmittel gereinigt werden.
  • Lassen Sie Ihr positives Schnelltest-Ergebnis bestätigen.
  • Sollte die Corona-Infektion durch einen PCR-Test oder PoC-NAT-Test bestätigt werden, müssen Sie in Quarantäne. Baden-Württemberg hat die Quarantäne-Regeln erst kürzlich angepasst. Informieren Sie außerdem Ihre Haushaltsangehörigen und jegliche Kontakte aus den vergangenen Tagen. Ist das Ergebnis negativ, kann die Absonderung beendet werden.

Wer eine bestätigte Corona-Infektion hat, sollte außerdem den Krankheitsverlauf im Blick behalten. „Wenn sich Ihr Gesundheitszustand nicht während der ersten Woche der Erkrankung bessert oder wenn sich die Beschwerden im Verlauf sogar verschlimmern, wenden Sie sich unbedingt telefonisch an Ihre Hausarztpraxis“, heißt es auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Und weiter: „Benötigen Sie außerhalb der üblichen Sprechzeiten medizinische Hilfe, wenden Sie sich am besten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117. In Notfällen, z. B. bei akuter Atemnot, rufen Sie die 112 an.“ *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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