Rote Warnung in der App

Kostenlose PCR-Tests von Ärzten verschwiegen? Wem ein Test zusteht

Die roten Meldungen in der Corona-Warn-App häufen sich. Doch oft ist fragwürdig, wie es nach der Warnung weitergeht. (Symbolbild)
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Die roten Meldungen in der Corona-Warn-App häufen sich. Doch oft ist fragwürdig, wie es nach der Warnung weitergeht. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Immer mehr Menschen stecken sich in Deutschland mit dem Coronavirus an. Entsprechend häufen sich auch die roten Warnungen in der WarnApp.

Corona ist noch immer nicht vorbei. Die Inzidenzen steigen in Baden-Württemberg* und dem ganzen Bundesgebiet immer weiter. Intensivstationen füllen sich und einige Krankenhäuser, wie die SLK-Kliniken in Heilbronn, müssen bereits Maßnahmen ergreifen, um alle Corona-Patienten versorgen zu können*. Doch anders als im vergangenen Winter herrscht kein Lockdown. Einkaufen, Essengehen und Kinobesuche sind weitestgehend noch möglich. Wie echo24.de* berichtet, häufen sich vermutlich auch deshalb die roten Meldungen in den Corona-Warn-Apps.

Dieses Warn-Programm auf dem Handy befindet sich auf den Smartphones vieler Deutscher. Es soll dabei helfen, bei einer Corona-Infektion Kontakte leichter ausfindig zu machen. Über Bluetooth scannt die App ununterbrochen die Umgebung nach anderen Warn-App-Nutzern ab. Die Geräte tauschen dann untereinander Zufallscodes aus. Wird eine Person, die die App nutzt, positiv auf das Coronavirus getestet, kann sie ihr Testergebnis freiwillig in die App eintragen und somit mögliche Kontaktpersonen warnen.

Corona: Immer mehr Infizierte - welche Warnstufen gibt es in der Corona-Warn-App?

Dabei gibt es unterschiedliche Warnstufen für diejenigen, die möglicherweise - wissentlich oder unwissentlich - Kontakt zu einer corona-positiven Person hatten. Die drei Statusinformationen lauten „niedriges Risiko“, „erhöhtes Risiko“ und „unbekanntes Risiko“.

  • Niedriges Risiko: Diese Meldung ist der Idealfall. Die Person hatte keine Begegnung mit nachweislich Corona-positiv getesteten Personen - oder etwaige Begegnungen lagen nicht über dem definierten Schwellenwert.
  • Erhöhtes Risiko: Diese Meldung erscheint, wenn innerhalb der vergangenen 14 Tage Begegnungen mit mindestens einer Corona-positiv getesteten Person stattgefunden haben. In der App erscheinen dann Anweisungen, wenn möglich zu Hause zu bleiben und den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116 117 zu kontaktieren.
  • Unbekanntes Risiko: Diese Meldung bedeutet, dass die App nicht lange genug aktiviert war, um ein mögliches Infektionsrisiko berechnen zu können. Wer die Corona-Warn-App nutzen möchte, muss immer Bluetooth aktiviert haben.

Doch was, wenn plötzlich eine Risiko-Warnung auf dem eigenen Handy-Bildschirm erscheint? Was ist zu tun? Laut Apotheken-Umschau sind folgende Schritte zu beachten:

  • Umgehend nach Hause gehen.
  • Begegnungen reduzieren.
  • Telefonisch bei dem Hausarzt, Gesundheitsamt oder dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116 117 melden. Bitte nicht einfach in eine Praxis gehen, sondern immer vorher anrufen!

Dann wird geklärt, ob ein Corona-Test sinnvoll ist. Das ist laut apotheken-umschau.de der Fall, wenn typische Symptome einer Covid-19-Infektion auftreten, kann aber auch sinnvoll sein, „wenn Sie Kontakt mit Risikogruppen haben oder hatten“. Auch wird hier empfohlen, falls vorhanden, zu Hause einen Selbsttest zu machen, um sich zu orientieren und einschätzen zu können, ob man selbst ansteckend sein könnte. Dennoch raten Experten dazu, auch einen offiziellen Test zu machen, da Schnelltests keine 100-prozentige Sicherheit geben.

Corona-Warn-App: Rote Warnmeldung - und jetzt? Wer bekommt einen PCR-Test?

Doch was, wenn der kontaktierte Arzt einen PCR-Test nicht für nötig befindet? Wie netzpolitik-org in einem Kommentar schreibt, werden Menschen, die eine Corona-Warnung per App erhalten haben, häufig von Hotlines und Ärzten abgewimmelt, „müssen selbst recherchieren und um einen PCR-Test betteln.“ Oftmals wird Geimpften, die eine rote Warnung in der Corona-Warn-App haben, demnach gar nicht gesagt, dass ihnen ein kostenloser PCR-Test zusteht.

Laut netzpolitik.org kommt es so immer häufiger zu dem Vorwurf, man wolle Impfdurchbrüche nicht in der Statistik haben. Ärzte würden Geimpfte gezielt nicht testen. Doch auf der anderen Seite fordern Virologen wie Hendrik Streeck immer häufiger, auch Geimpfte regelmäßig auf Corona zu testen.* Eine 1G-Regel* müsse her, wo auch Geimpfte und Genesene ein negatives Testergebnis brauchen, um Restaurants, Kinos oder den Friseur zu besuchen.

Corona-Warnung in der App: Dieses Recht haben Nutzer mit roter Warnung

Sicher ist allerdings in jedem Fall: Wer eine rote Corona-Warnung in der App hat, kann - auch wenn der Arzt oder das Gesundheitsamt nicht von sich aus einen PCR-Test vorschlägt - auf eine kostenlose Testung pochen. Denn laut Twitter-Account der Corona-Warn-App hat jeder, der eine rote Warnung erhalten hat, Anspruch auf einen kostenlosen Test.

Außerdem ist es seit wenigen Tagen auch ohne begründeten Verdacht auf eine Corona-Infektion wieder möglich, sich ein Mal in der Woche in einem Bürgertest-Zentrum einem offiziellen Schnelltest zu unterziehen*. Dieses Angebot kann jeder nutzen, unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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