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Organschäden auch nach mildem Corona-Verlauf - Studie aus Hamburg erstaunt

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Von: Christina Rosenberger

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Die Corona-Pandemie befindet sich in ständigem Wandel - die Forschung arbeitet auf Hochtouren, um dem Virus auf die Schliche zu kommen. Jetzt gibt es neue Ergebnisse.

Schon milde Verläufe einer Corona-Infektion können Organe nachhaltig beschädigen - zu diesem Schluss sind jetzt Forscher aus Hamburg gekommen. In der „Hamburg City Health Study“ (HCHS) untersuchte das Institut 443 Menschen nach einer Corona-Infektion mit nur leichten Symptomen. Die Ergebnisse sind erschreckend, wie echo24.de* berichtet.

Denn die Corona-Pandemie ist noch immer auf dem Vormarsch - die Zahlen in Baden-Württemberg* und ganz Deutschland steigen wieder und die besonders ansteckende Covid-19-Variante Omikron* ist mittlerweile die Dominierende in Deutschland - auch im Südwesten steigt die Zahl der Omikron-Infektionen* aktuell stark an.

Corona: Organschäden auch nach mildem Verlauf - Kann eine Impfung helfen?

Besonders vor dieser Mutation warnen Experten aus Forschung und Politik - denn die bisherigen Impfstoffe büßen gegen diese Virusvariante an Wirksamkeit ein. Deshalb haben einige Hersteller bereits angekündigt, an speziell auf Omikron angepassten Vakzinen zu arbeiten* - darunter Moderna, Biontech und Novavax*.

Vor Omikron warnt auch Prof. Raphael Twerenbold, der Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Gemeinsam mit der Erstautorin der Studie, der Epidemiologin Elina Petersen, erklärte er: „Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, die mehrheitlich mit milderen Symptomen einherzugehen scheint.“

Doch ob die Impfungen überhaupt gegen Folgeschäden einer Corona-Erkrankung helfen, ist noch gar nicht sicher. Gegenüber dem Hamburg Journal sagte Twerenbold: „Wir hoffen es, können es aber abschließend noch nicht beweisen.“ Denn die Studienteilnehmer waren alle nicht geimpft, da sie zwischen März und Dezember 2020 positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Damals waren die Impfstoffe noch nicht auf dem Markt.

Corona: Organschäden nach mildem Verlauf - so stark leiden Herz, Lunge und Nieren

Insgesamt bestand die Testgruppe in der „Hamburg City Health Study“ aus 443 Personen im Alter von 45 bis 74 Jahren, die an Corona erkrankt waren - 93 Prozent von ihnen wurden rein ambulant behandelt, keiner musste auf einer Krankenhaus-Intensivstation behandelt werden. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Studie: Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von nicht an Covid-19-Erkrankten nahm die Herz-Pumpkraft bei den Infizierten mit milden Verläufen um ein bis zwei Prozent ab und das Lungenvolumen wurde um etwa drei Prozent reduziert.

Ein Pfleger zieht sich beim Verlassen der Intensivstation für Corona-Patienten am Sana Klinikum Offenbach seinen Schutzkittel aus.
Nach einem milden Verlauf einer Corona-Infektion sind auch Organschäden möglich. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Außerdem waren laut Twerenbold bei den Corona-Infizierten zwei- bis dreimal häufiger Zeichen von zurückliegenden Beinvenen-Thrombosen entdeckt worden, als in der Vergleichsgruppe. Bei solchen Thrombosen ist die Gefahr einer Lungenembolie, also eines Infarkts der Lunge, erhöht. Zusätzlich sank die Nierenfunktion bei den untersuchten Corona-Patienten mit vermeintlich milden Symptomen um etwa zwei Prozent.

Corona: Organschäden auch nach mildem Verlauf - auch Gehirn beeinträchtigt?

Immerhin: Die Leistungsfähigkeit des Gehirns schien im Vergleich zur Kontrollgruppe keine Verschlechterung gezeigt zu haben. Doch trotz erschreckender Ergebnisse warnt der Experte vor Panikmache. Er empfiehlt stattdessen allen von Corona Genesenen, sechs bis neun Monate nach der Infektion die Nieren- und Herzwerte beim Hausarzt checken zu lassen, um auszuschließen, dass die Organe schwerwiegende Folgeschäden davontragen könnten.

Dem schließt sich auch der Co-Autor der „Hamburg City Health Study“ Stefan Blankenberg an. Gegenüber der taz sagte er, auch vermeintlich geringe Schädigungen der Organe könnten mit der Zeit gefährlich werden. „Selbst wenn sie unbemerkt bleiben, können sie in zehn, zwanzig Jahren eine eingeschränkte Gesundheit dieser Organe nach sich ziehen“, sagt Blankenberg. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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