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Corona: Vernichtet! 3,9 Millionen Impfdosen kaputt – Steuergelder futsch

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Von: Juliane Reyle

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Fast vier Millionen Impfdosen müssen vernichtet werden - eine unkalkulierbare Vorsorgemaßnahme? Dem Gesundheitsminister wird von der CSU Steuerverschwendung vorgeworfen.

Die Bundesregierung hat mit einem höheren Impfaufkommen gerechnet, als es nun tatsächlich gegeben hat. Als Folge sind jetzt beinahe vier Millionen Corona-Impfdosen über ihrer Haltbarkeitsfrist und müssen vernichtet werden – das sind mehr Impfdosen, als bisher befürchtet.

Es soll sich um etwa 3,9 Millionen Impfdosen des Moderna-Impfstoffes handeln, die zwischen Anfang Dezember 2021 und Ende Juni 2022 abgelaufen sind, wie das Bundesgesundheitsministerium auf eine parlamentarische Anfrage von Stephan Pilsinger, einem CSU-Bundestagsabgeordneten, mitteilt. Das sind 900 Tausend Impfdosen mehr, als noch im April vom Gesundheitsministerium, laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), angenommen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in der Kritik: Alarmismus

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat bereits im Dezember Kritik geerntet, als er bereits kurz nach Antreten seines Amtes 92 Millionen Impfdosen nachgeordert hat. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge hat Lauterbach bereits im Dezember „Alarmismus“ vorgeworfen, wie die Tagesschau berichtet. „Karl Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen – obwohl er weiß, dass es gar nicht brennt“, erklärte Sorge. Der CSU-Abgeordnete Pilsinger wirft Lauterbach in seiner Aussage gegenüber dem RND das Verschwenden von Steuergeldern vor und das „in Zeiten knapper Kassen und Inflation“.

Absicherung für alle Fälle – Nachbestellung von Ärztevertretern begrüßt

Doch Ärztevertreter hingegen haben die Impfstoff-Nachbestellung im vergangenen Winter sogar begrüßt, denn lieber etwas mehr, als zu wenig Impfstoff zu bestellen, wurde von Experten zuvor empfohlen – um für alle Wahrscheinlichkeiten abgesichert zu sein. Darüber hinaus war zu Beginn der Impfkampagne immer wieder mit Problemen bezüglich der Liefermenge zu rechnen, sodass ein Impfstoffmangel auch trotz Bestellung hat entstehen können.

Kein gespendeter Impfstoff mehr benötigt

Seit Anfang 2021 bis Ende Juni 2022 soll die Bundesregierung rund 134,3 Millionen Impfdosen bestellt haben, jedoch haben sich deutlich weniger Menschen impfen lassen, als erhofft. Die Bereitschaft, die überflüssigen Impfdosen nun zu spenden, war zwar da, doch die internationale Impfstoffallianz Gavi erklärt, dass aktuell gar keine Spenden mehr benötigt sind und deshalb auch nicht angenommen werden. Somit kommt es nun zu einer Vernichtung von beinahe vier Millionen Impfdosen.

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