Pfizer gilt mit Paxlovid als großer Gewinner

Corona-Medikamente: Das große Milliarden-Geschäft der Pharmahersteller

Corona-Medikament
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Pharmahersteller: Milliarden-Geschäft mit Corona-Medikamenten - die Gewinner.
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Corona-Medikamente stehen immer mehr im Blickpunkt der Forschung. Es steckt viel Geld drin. Bei den Herstellern gibt es auch einen Umsatz-Verlierer.

Geht man nach der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), so sind zurzeit fünf Medikamente im Kampf gegen Corona in der EU freigegeben (Stand 1. März). Dabei steht besonders Paxlovid von Pfizer und Molnupiravir (Handelsname Lagevrio) vom US-amerikanisches Pharmaunternehmen Merck & Co. (MSD) im Blickpunkt. Für Erkrankte gibt es damit jetzt eine Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten. Für die Hersteller eröffnet sich gleichermaßen ein Markt mit Milliardenumsätzen.

Dazu kommen die mRNA-Impfstoffe von Biontech, Moderna, der Vektorimpfstoff AstraZeneca, sowie das proteinbasierte Vakzin Novavax. Außerdem steht wohl auch bald der inaktivierten Ganzvirusimpfstoffen Valneva zur Verfügung. Mit Blick auf die Zukunft steckt aber gerade in den Corona-Medikamenten große Hoffnung im Kampf gegen Corona.

Pfizer als Marktsieger mit Paxlovid? Deutschland bekommt auch das Corona-Medikament

Und gerade weil die Corona-Medikamente immer gefragter werden, könnten sie den Pharmaunternehmen Milliarden-Umsätze in die Kassen spülen. Laut tagesschau.de gilt gerade der Hersteller Pfizer als der wohl größte Gewinner der Pandemie. Für Paxlovid hat der US-Konzern demnach bereits Bestellungen im Wert von 22 Milliarden US-Dollar erhalten.

Nachdem es zunächst etwas schwierigere Verhandlungen der Bundesregierung mit dem Hersteller gab, wird das Medikament seit wenigen Tagen auch an Deutschland geliefert. Gegenüber der tagesschau.de sprach das Bundesgesundheitsministerium über „eine erste Teillieferung von 40.000 Einheiten“.

Pfizer als Gewinner der Pandemie: Paxlovid sehr begehrt

Das US-Pharmaunternehmen Pfizer kann auf volle Bestellbücher schauen. Ein Sprecher erklärt in dem Beitrag dazu: „Neben der Liefervereinbarung mit der deutschen Bundesregierung liegen entsprechende Vereinbarungen beispielsweise für die USA, das Vereinigte Königreich, Israel, Australien, Südkorea, Belgien und Bahrain vor. Wir gehen derzeit davon aus, dass wir bis Ende 2022 mindestens 120 Millionen Packungen produzieren können - davon circa 30 Millionen in der ersten Jahreshälfte 2022.“

Wie das Nachrichten-Portal schreibt, kann kein anderes Unternehmen „bisher Verträge in dieser Größenordnung für sein Medikament aushandeln“. Dank weiterer Lieferung des Impfstoffs Biontech kann der US-Pharmagigant in diesem Jahr wohl Einnahmen „in Höhe von rund 32 Milliarden US-Dollar“ verbuchen. Bereits 2021 spülte das Vakzin Biontech dem Hersteller satte 36 Milliarden US-Dollar in die Kassen.

Auch wenn es zuletzt immer wieder auch kritische Töne zum Corona-Medikament gab, wird die Euphorie nicht abreißen. Es war die Rede von zahlreichen möglichen Wechselwirkungen mit anderen Präparaten. Dazu wurde eine Liste veröffentlicht. Der Vergleich mit Molnupiravir lieferte zudem weitere wichtige Daten zur Wirksamkeit.

Merck & Co. mit Molnupiravir: Steigender Umsatz mit Corona-Medikament

Eben jenes Corona-Medikament von US-Hersteller MSD hat zuletzt immer wieder für wechselnde Studienergebnisse gesorgt. Im Januar äußerte sich ein US-Professor besorgt über die möglichen Nebenwirkungen. Im Februar folgte dann eine Omikron-Studie, die überraschende Daten zu Molnupiravir zeigte.

Finanziell hat sich die Entwicklung für das Unternehmen aber gelohnt. Wie tagesschau.de meldet, hat die deutsche Bundesregierung 80.000 Dosen bestellt. Ähnlich wie Pfizer mit Paxlovid, kann auch Merck & Co. mit seinem Corona-Medikament auf volle Bestellbücher blicken. Ein Sprecher erklärt in dem Bericht: „Insgesamt haben wir mit 32 Ländern Vereinbarungen über zehn Millionen Therapieeinheiten geschlossen, darunter Australien, Kanada, Dänemark, Deutschland, Japan, Korea, Malaysia, Neuseeland, Slowenien, Serbien, Singapur, Schweiz, Thailand, UK und den USA.“

Für 2021 konnte das Unternehmen MSD mit Molnupiravir bereits 952 Millionen Dollar einnehmen. Für 2022 plant der Konzern damit rund 20 Millionen Therapiezyklen herzustellen und zu verkaufen. Damit könnten 5 bis 6 Milliarden Euro in die Kassen kommen.

Nach Impfstoff-Pleite: AstraZeneca setzt auf Corona-Medikament

Und auch AstraZeneca setzt nach dem Impfstoff in Zukunft auch auf die Herstellung und den Vertrieb eines Corona-Medikaments. Mit Evusheld soll auch der finanzielle Erfolg wieder zurückkommen. Aktuell wird das Präparat durch die EMA geprüft. Laut tagesschau.de ist es in den USA seit September 2021 bereits zugelassen. Die Bundesregierung hat wohl auch hier Vorverträge abgeschlossen.

AstraZeneca scheint aktuell einer der Pandemie-Verlierer zu sein. Der britisch-schwedische Pharmakonzern hatte sich mit seinem Corona-Impfstoff deutlich bessere Absatzzahlen erhofft. Nach einigen negativen Schlagzeilen, wie unter anderem einen Todesfall nach der Impfung, wurde das Vakzin immer seltener verimpft.

Die Einnahmen blieben demnach „mit rund vier Milliarden Dollar weit hinter denen der Konkurrenz zurück“. Mit Evusheld soll jetzt die Wende her. Bisher konnte der Hersteller mit seinem Corona-Medikament „rund 85 Millionen Dollar einnehmen, für 2022 werden Zuwächse erwartet“.

Weitere Milliarden-Umsätze mit Corona-Medikamenten

Weitere „Mitspieler“ auf dem Milliarden-Markt der Medikamente sind das britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline mit Xevudy und das irische Pharmaunternehmen Gilead Sciences, das Veklury produziert. GlaxoSmithKline kommt laut Tagesschau-Angaben im vergangenen Jahr auf Einnahmen in Höhe von 958 Millionen britische Pfund und rechnet für 2022 mit ähnlichen Einnahmen auf Grundlage der bisher geschlossenen Lieferverträge.

Gilead Sciences hat einen Umsatz von 5,5 Milliarden Dollar mit dem Medikament Veklury erwirtschaftet - das sind 20 Prozent des Jahresumsatzes. Der Meldung zur Folge prognostiziert das Unternehmen für 2022 „einen Umsatz von rund zwei Milliarden Dollar, der ausschließlich mit dem Medikament erwirtschaftet wird“

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