Auch deutsche Firmen forschen an Corona-Arzneien

Medikamente gegen Corona: Diese Kandidaten sind vielversprechend

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Im Kampf gegen das Coronavirus wird weiterhin vor allem auf die Impfungen gesetzt. Es gibt aber auch einige Corona-Medikamente, die unterstützend wirken können.

Zwei Jahre nach den ersten Corona-Fällen in Deutschland entwickelt die Pandemie mit Omikron erneut eine dramatische Dynamik, wie echo24.de im Corona-Ticker für Baden-Württemberg berichtet. In der aktuellen Welle wird es weiter vor allem auf Impfstoffe ankommen. Mit der Zulassung von immer mehr Medikamenten für Covid-Patienten gibt es aber auch zusätzliche Mittel gegen die Pandemie. Davon profitiert auch der Pharmastandort Deutschland. Welche Medikamente gibt es bereits gegen Covid-19-Erkrankung?

Bei Corona-Impfstoffen hat die deutsche Pharmaindustrie einen Coup gelandet. Der Erfolg des Mainzer Herstellers Biontech brachte der Branche internationales Ansehen und milliardenschwere Geschäfte – mit der Aussicht auf erneut kräftig steigende Umsätze 2022. Denn: Der US-Konzern und Biontech-Partner Pfizer stellt sein Medikament Paxlovid gegen schwere Covid-Verläufe hauptsächlich in Freiburg her.

Nach Corona-Impfstoffen: Diese Medikamente sind im Kampf gegen Corona vielversprechend

Die Bundesregierung hat bereits eine Million Packungen von Paxlovid bestellt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Mit ersten Lieferungen rechnet Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) noch im Januar. Das Mittel eigne sich insbesondere für die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten, heißt es.

In den USA gibt es für den Wirkstoff Molnupiravir des Unternehmens Merck & Co., das hierzulande als MSD auftritt und in Burgwedel bei Hannover auch einen Ebola-Impfstoff herstellt, eine Notfallzulassung. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA liegt ein Antrag für eine Zulassung vor. Paxlovid und Molnupiravir eignen sich beide für den Kampf gegen Corona. Eines der Medikamente weist jedoch Möglichkeit von gefährlichen Nebenwirkungen auf, wie echo24.de berichtet.

Schweizer Konzern entwickelt Medikament für stark vorgeschrittene Covid-19-Erkrankung

Eine weitere Arznei ist Roactemra vom Schweizer Konzern Roche. Sie wird gegen eine überschießende körpereigene Immunabwehr bei stark fortgeschrittenen Corona-Erkrankungen verabreicht. Das in der EU zugelassene Mittel wird unter anderem in Mannheim abgefüllt und verpackt.

Gegen Corona-Erkrankungen im frühen Stadium lassen sich außerdem Antikörper einsetzen – dazu forschen auch Universitäten, zum Beispiel die Medizinische Hochschule Hannover. Roche bietet etwa das Präparat Ronapreve mit den Antikörpern Casirvimab und Imedvimab an. Diese werden in den USA produziert, im südbadischen Grenzach ist die Qualitätssicherung und Freigabe der Chargen für Europa angesiedelt.

Corona-Medikamente: Teuer und aufwendiger als Corona-Impfungen

Die Covid-19-Medikamente gelten als eine weitere Säule der Corona-Bekämpfung. Sie sind aber im Vergleich zu Impfungen teurer und in der Anwendung oft komplizierter. „Der große Gamechanger sind sicherlich die Impfstoffe, nicht die Therapeutika“, sagt der Münchner Infektiologe Christoph Spinner. Therapeutika seien jedoch eine wichtige Ergänzung für „Menschen, die beispielsweise wegen einer chronischen Erkrankung nicht geimpft werden und damit keinen vergleichbaren Immunschutz aufbauen können“.

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