Positive Nachricht in der Pandemie

Neues Medikament gegen Corona: Ist die Lösung ein Antikörper-Cocktail aus den USA?

Adrienne Gilkes, Mitarbeiterin der US-Firma Regeneron, pipettiert Zellkulturmedien in einer mikrobiologischen Werkbank im Labor für Infektionskrankheiten.
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Das Biotechnologie-Unternehmen stellt den experimentellen Antikörper-Cocktail REGN-COV gegen Covid-19 her.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gibt es inzwischen mehrere Impfstoffe, aber noch kein Medikament. Das könnte sich bald ändern.

Noch immer hält die Corona-Pandemie die Welt in Atem. Zwar gibt es inzwischen mehrere Impfstoffe, die in der Europäischen Union zugelassen sind, doch noch immer gibt es zu wenig Dosen. Zudem soll der Wirkstoff von AstraZeneca in Deutschland nur Menschen zwischen 18 und 64 geimpft werden.

Im Sommer soll auch die Zulassung des Impfstoffs von CureVac erfolgen, um Lieferengpässe zu vermeiden, hat das Tübinger Unternehmen bereits im Vorfeld zwei Partnerschaften verkündet. Inzwischen gibt es zudem einen weiteren Hoffnungsträger im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Corona-Pandemie: Ema prüft Medikament gegen Coronavirus

Die Europäische Arzneimittelagentur (Ema) prüft die Zulassung eines Corona-Medikaments des Pharmakonzerns Roche und dessen Partner Regeneron. Wie die Behörde am Montagabend mitteilte, werde das aus der Kombination von zwei Antikörpern bestehende Mittel derzeit vom Ema-Ausschuss für Humanmedizin untersucht.

Das Medikament von Roche und dem US-Hersteller Regeneron soll es laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) im vergangenen Jahr bei der Behandlung der Coronavirus-Erkrankung von Ex-US-Präsident Donald Trump eingesetzt worden sein. In den USA besitzt das Medikament REGN-COV2 bereits eine Notfallzulassung der Arzneimittelbehörde FDA.

Corona-Pandemie: Noch kein Antrag auf Zulassung für Medikament

In der EU gibt es bislang noch keinen Antrag auf eine Zulassung, dennoch hat die Ema bereits damit begonnen, die Wirksamkeit im Rahmen eines sogenannten Rolling-Review-Verfahrens zu überprüfen. Im Rahmen dieses Verfahrens überprüfen Experten Daten aus Studien - auch wenn diese für das Medikament von Roche und Regeneron noch nicht abgeschlossen sind. Ein mögliches Zulassungsverfahren könnte so erheblich beschleunigt werden.

Laut der Ema legen die bisherigen Studien nahe, dass das Mittel die Virenmenge im Blut reduzieren kann. Allerdings sei es noch zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen, was das Verhältnis von Risiken und Nutzen angeht. Entsprechend ist noch unklar, ob die EU-Kommission eine Zulassung des Coronavirus-Medikaments empfehlen wird.

Corona-Pandemie: Medikamenten-Studien laufen noch

Aktuell befindet sich das Medikament von Regeneron und Roche in einer Phase-II/III-Studie und wir an ambulant behandelten Patienten getestet. Wie die dpa unter Berufung auf den Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) berichtet, zeige REGN-COV2 auch bei Corona-Patient die im Krankenhaus liegen antivirale Effekte. Parallel läuft zudem eine Phase-III-Studie, in der das Medikament Freiwilligen zur Prävention verabreicht wird.

Bei den Antikörpern, die in dem Coronavirus-Medikament zum Einsatz kommen, handelt es sich laut spiegel.de um künstlich erzeugte Abwehrstoffe, die im Labor geklont und somit identisch vervielfältigt werden. Die eingesetzten Antikörper sind somit monoklonal: Das heißt, alle Abwehrstoffe sind gleich und greifen das Virus an einer fest definierten Stelle an. In diesem Fall docken die Antikörper an dem Schlüsselprotein des Sars-CoV-2-Virus und verhindern, das es in die Zellen eindringen und sich vermehren kann.

Corona-Pandemie: Deutschland bestellt Coronaviurs-Medikament

Das Medikament von Roche und Regeneron enthält dabei zwei Antikörpervarianten, um auch gegen mögliche Mutationen des Coronavirus wirksam zu sein. Derzeit wird bereits an Wirkstoffdosen geforscht, die drei unterschiedliche Abwehrstoffe gegen das Coronavirus enthalten.

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte bereits Ende Januar angekündigt, neben dem Medikament REG-COV2 von Roche und Regeneron auch das Mittel des US-Pharmaunternehmens Eli Lilly zu bestellen. Insgesamt wurden 200.000 Dosen im Wert von 400 Millionen Euro angekauft.

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