1. echo24
  2. Welt

Neue Covid-Medikamente in der EU: EMA empfiehlt diese zwei neuen Wirkstoffe

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jason Blaschke

Kommentare

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) gibt grünes Licht für zwei neue Covid-Medikamente. Einer der Wirkstoffe soll auch gegen Omikron helfen.

Zwar nehmen die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg und ganz Deutschland langsam ab, der Kampf gegen das Virus ist deshalb aber noch lange nicht gewonnen. Im Gegenteil, die neue Corona-Mutation „Omikron“ aus Südafrika ist für viele Experten ein Anlass zur Sorge. Erst vor wenigen Tagen enthüllte eine neue Studie aus Südafrika zu „Omikron“ erschreckende Details. So soll der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer zwar vor schweren Verläufen schützen, aber nicht so gut vor einer Ansteckung.

Im Kampf gegen die neue Variante wollen Impfstoffhersteller ihre Vakzine an „Omikron“ anpassen und so verhindern, dass sich die Mutation weiter ausbreitet. Noch ist unklar, wie gefährlich „Omikron“ tatsächlich ist und welche Personengruppen möglicherweise besonders gefährdet sind – Stichwort: Vorerkrankte, Senioren oder auch Kinder. Umso notwendiger ist es, noch andere Waffen im Kampf gegen die Pandemie in der Hand zu haben – denn die Corona-Impfstoffe sind ein Schutz im Voraus.

Neue Covid-Medikamente in der EU: So wirken die zwei Präparate im Körper

Medikamente bietet stattdessen die Möglichkeit, schon an Covid-19 erkrankte Menschen zu behandelt. In der EU sind aktuell drei Medikamente zugelassen. Und bald könnten zwei neue dazu kommen. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) empfiehlt der EU-Kommission die Zulassung von zwei neuen Medikamenten. Die Präparate von ‚Xevudy‘ und ‚Kineret‘ seien wirksam und gut zur Behandlung von Patienten geeignet, teilte die Behörde mit Sitz in Amsterdam am 16. Dezember mit.

Die Zulassung von der EU-Kommission ist Formsache – bisher orientierte sich die oberste EU-Behörde immer an der Empfehlung der EMA. Im Fall der Medikamente ‚Xevudy‘, ‚HersGlaxoSmithKline‘ und ‚Vir Biotechnology‘ geht es um sogenannte monoklonale Antikörper, die nach Einschätzung von Experten bei Erkrankten eine Verschlechterung des Zustands verhindern. Der Wirkstoff ‚Kineret‘ kann Patienten mit Lungenentzündung verabreicht werden, welche Sauerstoff benötigten.

Monoklonale Antikörper

Monoklonale Antikörper sind Antikörper, die von einer bestimmten Zelllinie gebildet werden und welche sich gegen die Bestandteile eines Antigens richten. Monoklonale Antikörper sind zumeist gentechnisch modifizierte Antikörper, welche Patienten im Rahmen einer Therapie verabreicht werden. Sie unterstützen das körpereigene Immunsystem und kämpfen im Falle der Covid-Therapie gegen die Viruserreger. Man spricht auch von einer passiven Immunisierung.

Quelle: Paul-Ehrlich-Institut

Neue Covid-Medikamente in der EU: Kommission sichert sich Tausende Dosen

‚Kineret‘ wird in der EU schon zur Behandlung anderer Entzündungen benutzt. Stella Kyriakides – EU-Kommissarin für Gesundheit – begrüßte am Donnerstag Berichten von Tagesschau.de zufolge die Entscheidung der EMA. Mit der Zulassung der neuen Covid-19-Medikamente in der EU stehe eine größere Palette von Medikamenten zur Verfügung. In den kommenden Monaten würden neue folgen. Kurz vor der EMA-Entscheidung war bekannt geworden, dass sich die EU viele Medikamenten-Dosen sicherte.

Berichten von Tagesschau.de zufolge geht es um rund eine halbe Million Einheiten neu entwickelter Covid-Medikamente, die auf Basis von Antikörpern wirken. Dazu sollen auch etwa 220.000 Dosen des Medikaments von GlaxoSmithKline zählen. Medikamente gegen Covid werden in der Regel in Kliniken eingesetzt, wo schwer oder sehr schwer erkrankte Patienten behandelt werden. Weil Covid eine Virusinfektion ist, kann die Krankheit nicht mit Antibiotika bekämpft werden.

Auch interessant

Kommentare