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Corona-Maßnahmen im Herbst: Schulschließungen könnten erneut drohen

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Von: Lisa Klein

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Manche Corona-Maßnahmen werden im Herbst wohl ihr Comeback feiern. Auch Schulschließungen könnte es laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erneut geben.

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen stetig weiter, die Sommer-Welle schwappt bereits übers Land. Doch vor allem auf den Herbst blicken Experten mit Sorge, die Angst vor einer neuen Variante ist groß. Dass einige Corona-Regeln im Herbst 2022 wieder zurückkehren werden, ist inzwischen so gut wie sicher – offen ist jedoch, welche Maßnahmen die Regierung konkret wieder einführen wird. Generell gibt es Handlungsbedarf: Die bundesweite Rechtsgrundlage für die Corona-Maßnahmen läuft am 23. September 2022 aus.

Während Bundeskanzler Olaf Scholz für den kommenden Herbst und Winter nicht mehr so drastische Corona-Regelungen für nötig hält, schließt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) härtere Maßnahmen wie etwa Schulschließungen nicht aus.

Corona-Maßnahmen im Herbst: Lauterbach zieht Schulschließungen in Erwägung

Baden-Württemberg hat bereits konkrete Vorstellungen, wie im Herbst gegen das Coronavirus vorgegangen werden soll. Wie echo24.de berichtet, fordert das Land ein Maßnahmen-Paket, auf das im Herbst zurückgegriffen werden soll. Darunter Maßnahmen wie eine Maskenpflicht in Innenräumen, 3G/2G-Zugangsregeln, Testpflichten, Personenobergrenzen und Kontaktbeschränkungen. Doch wie sieht es mit härteren Regelungen wie Schulschließungen aus?

„Schulschließungen sollte es nicht mehr geben, und ich glaube auch nicht, dass wir so einen Lockdown brauchen, wie wir ihn in den letzten Jahren hatten“, sagte der Bundeskanzler am Sonntag im ARD-Sommerinterview im Bericht aus Berlin. Es sei laut Scholz inzwischen eine „völlig veränderte Situation“ mit Blick auf eine Impfquote von 76 Prozent (Grundimmunisierung) in Deutschland, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Der Bundesgesundheitsminister sieht das Thema Schulschließungen anders: „Ich halte sie für sehr, sehr unwahrscheinlich. Sie wären dann das allerletzte Mittel. Aber sie kategorisch auszuschließen, da wäre ich vorsichtig, weil: Wir wissen ja nicht, welche (Virus-)Varianten kommen“, sagte Lauterbach am Sonntagabend in der ARD-Sendung Anne Will. Immerhin: Eine weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens durch einen Lockdown hält auch er als Schutzinstrument dagegen nicht mehr für nötig. „Dafür haben wir einfach einen zu guten Immunstatus in der Bevölkerung“, erklärte Lauterbach.

Erneut Schulschließungen in Deutschland? Bundesbildungsministerin warnt

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat vor erneuten breiten Schulschließungen zur Eindämmung des Coronavirus gewarnt. „Im Ergebnis waren die flächendeckenden Schulschließungen ein Fehler, den wir nicht wiederholen dürfen“, sagte die FDP-Politikerin im Rückblick auf die vergangenen zwei Pandemie-Jahre im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Es darf keine flächendeckenden Schulschließungen mehr geben.“

Stark-Watzinger verwies auf „gravierende Nebenwirkungen“ wie Gewichtszunahme, psychische Auffälligkeiten und Vereinsamung sowie auf deutliche Lernrückstände bei Kindern und Jugendlichen. „Es gibt Studien, die zeigen, dass es etwa im Bereich der Lesekompetenz von Viertklässlern bis zu sechs Monate Rückstand gibt.“ Zudem gehe es um Bildungsgerechtigkeit. So seien junge Menschen, die zu Hause Unterstützung bekämen und gut selbstorganisiert lernen könnten, besser durch die Pandemie gekommen als diejenigen ohne diese Voraussetzungen.

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