Corona-Kreuzimpfung aus AstraZeneca und Moderna

Überraschende Studie zu Kreuzimpfungen: Mehr Nebenwirkungen zu erwarten?

  • Lisa Klein
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Zahlreiche Menschen haben bereits eine Kreuzimpfung erhalten. Eine britische Studie hat ergeben, dass durch die Kombination von Corona-Impfstoffen häufiger Nebenwirkungen auftreten.

Bislang gibt es erst wenige Daten zur Kombination von zwei Corona-Impfstoffen, den sogenannten „Kreuzimpfungen“. Dadurch, dass AstraZeneca laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) nur noch an über 60-Jährige verimpft werden soll, kam es dazu, dass viele Jüngere — die bereits eine erste Impfdosis von AstraZeneca erhalten haben — als Zweitimpfung einen anderen Wirkstoff verabreicht bekommen haben.

Eine Studie der Universität Oxford hat nun erste Ergebnisse einer neuen Studie zum Thema Corona-Kreuzimpfungen veröffentlicht, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet: Wer zwei unterschiedliche Corona-Impfstoffe bei seiner Erst- und Zweitimpfung erhält, hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach der zweiten Dosis. Das geht aus vorläufigen Daten der Studie hervor, die am Donnerstag im englischen Medizin-Fachmagazin The Lancet veröffentlicht wurden.

Anlass zur Sorge um die Patientensicherheit gebe es deswegen nicht, betonten die Wissenschaftler der britischen Impf-Studie. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, könne noch nicht beurteilt werden. Daten dazu würden aber in den kommenden Monaten erwartet. In einer chinesischen Studie an Mäusen fanden Wissenschaftler laut ntv heraus, dass einige Kombinationen von Impfstoffen die Immunantwort sogar verbessern würden — ob das bei AstraZeneca und Biontech auch der Fall ist, wird sich zeigen.

Britische Impfstoff-Studie: Nebenwirkungen treten bei Kreuzimpfung häufiger auf

Untersucht wurden bei der britischen Studie Fälle, bei denen im Abstand von vier Wochen entweder zuerst das Präparat von AstraZeneca verabreicht wurde und dann der Impfstoff von Biontech/Pfizer oder umgekehrt. In beiden Fällen war die Häufigkeit der leichten und moderaten Nebenwirkungen erhöht. „Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Vergabe zweier unterschiedlicher Dosen zu vermehrten Arbeitsausfällen am Tag nach der Impfung führt“ sagte Matthew Snape von der Uni Oxford, der die Studie leitet. Das sei etwa wichtig für die Planung von Impfungen bei Beschäftigten im Gesundheitsbereich.

Betrachtet wurden 830 Freiwillige im Alter von über 50 Jahren. Es sei möglich, dass die Nebenwirkungen bei jüngeren Menschen noch verbreiteter seien, hieß es in der Mitteilung weiter. Im April wurde die Studie um weitere Varianten mit den Impfstoffen Moderna und Novavax als Zweitdosis nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca oder Biontech/Pfizer erweitert — die Ergebnisse dazu stehen noch aus.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

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