Schutzmaßnahmen nicht vernachlässigen

Spahn spricht von 7-Tage-Inzidenz über 800 im Oktober – das will der Minister

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Schnellen die Corona-Zahlen wegen der Delta-Variante bald rasant in die Höhe? Gesundheitsminister Jens Spahn malt düstere Prognosen.

Es ist eine krasse Ansage - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) macht seiner Besorgnis, was die Corona-Pandemie angeht, jetzt Luft und appelliert an die Bevölkerung, sich auch weiterhin an die Schutzmaßnahmen zu halten. Denn die 7-Tage-Inzidenzen steigen wieder - auch in Baden-Württemberg klettern die Infektionszahlen langsam in die Höhe. Der Gesundheitsminister warnt sogar vor einer Verdopplung der Zahlen alle zwölf Tage.

Denn genau das ist in den vergangenen zwei Wochen passiert. Die Inzidenz sprang vom jüngsten Tiefststand am 6. Juli (4,9) auf eine Inzidenz von 11,4 am Mittwochmorgen. Das vermeldete das Robert Koch-Institut (RKI). Auch die Neuansteckungen haben sich extrem gesteigert - hatten sich vor einer Woche noch täglich 1.548 Menschen neu mit Corona infiziert, waren es zuletzt schon 2.203.

Corona-Inzidenz von 400 im September? Gesundheitsminister Jens Spahn warnt

Wenn das so weitergeht, so Spahn am Mittwoch in Berlin, dann hätte man im September einen Wert von über 400, im Oktober 800. Deshalb müssten sich alle miteinander die Frage stellen, „wollen wir das passieren lassen?“ Wenn es nach dem Gesundheitsminister geht, lautet die Antwort darauf natürlich „Nein!“ - deshalb appelliert er an die Bevölkerung, die bekannten Maßnahmen einzuhalten - also in Innenräumen Maske zu tragen und sich regelmäßig testen zu lassen.

Auch ein wichtiger Punkt ist laut Spahn die Corona-Impfung. Wer noch nicht geimpft sei, solle sich schnellstmöglich impfen lassen, sagte er. „Wir entscheiden jetzt, jetzt in diesen Tagen des Julis darüber, wie September, Oktober, November werden.“ Immerhin: Inzwischen sind laut Impfdashboard des RKI 47,3 Prozent der Deutschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Knapp über 60 Prozent erhielten mindestens eine Impfdosis.

Corona-Inzidenz von 400 im September? Delta-Variante als Beschleuniger der Pandemie

Und die Tendenz sieht dahingehend gut aus. „In keinem anderen Land Europas sind mehr Menschen geimpft als in Deutschland“, schrieb Spahn auf Twitter. Und warnt trotzdem. Denn: Auch wenn das positiv klingt, macht der CDU-Mann sich weiterhin Sorgen um eine vierte Welle im Herbst. Spahn erklärt, die jetzige Impfquote reiche noch nicht, um die Delta-Variante des Virus einzudämmen.

Jens Spahn sorgt sich um den kommenden Herbst.

Denn die Delta-Mutation gilt als besonders ansteckende Variante des Coronavirus. Sie ist außerdem oft schwerer zu erkennen, als eine herkömmliche Infektion mit dem ursprünglichen Virus oder vorher bekannten Varianten. Denn sie äußert sich in etwas anderen Symptomen und ähnelt viel eher einer Erkältung oder Sommergrippe. Deshalb lohnt es sich zur weiteren Vermeidung von Neuansteckungen bei jedem Infekt, einen Corona-Selbsttest zu machen - außerdem sollte man auf keinen Fall mit einer Erkältung unangekündigt eine Arztpraxis aufsuchen, sondern immer vorher anrufen.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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