Hausarzt hatte die Idee

Endlich Tempo bei Corona-Impfungen? Neue Software verspricht Großes

  • Julia Thielen
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Die Corona-Impfungen gehen in Deutschland immer noch schleppend voran. Eine neue Software soll das ändern. Die Hersteller versprechen Großes.

Bis zum 21. September sollen in Deutschland alle Menschen ein Angebot erhalten haben, die eine Corona-Impfung wünschen. Dieses Versprechen von Bundeskanzlerin Angela Merkel steht trotz des Mega-Chaos bei Impfterminen, Impfstoffen und Impffortschritt. Doch viele zweifeln offenbar daran, dass die Kanzlerin es auch halten können wird. Immer noch gehen die Impfungen in Deutschland nur schleppend voran. Eine ausgeklügelte Software soll jetzt endlich Abhilfe schaffen, berichtet echo24.de*.

62 Prozent der Befragten einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur glauben nicht daran, dass Ende September tatsächlich allen freiwilligen Erwachsenen ein Impf-Angebot gemacht wurde. Zu viele Probleme gab es seit dem Impfstart im Dezember 2020. Anfang Februar hatten in einer vergleichbaren Umfrage „nur“ 57 Prozent kein Vertrauen in das Versprechen von Angela Merkel.

Corona-Impfungen: Endlich Tempo? Neue Software mit Mega-Versprechen

Von Beginn an standen die Corona-Impfungen in Deutschland unter keinem guten Stern. Im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien waren die Impfungen hierzulande nur schleppend angelaufen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Samstag, 3. April, sind mittlerweile gut zwölf Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft worden. 4,3 Millionen Menschen sind inzwischen vollständig geimpft.

Nach Ostern sollen endlich auch die Hausärzte mit ins Boot geholt werden. Trotzdem platzte einem Arzt aus Heilbronn gerade erst der Kragen*, weil er auch hier Probleme in der Strategie sieht. Und damit steht er offenbar nicht allein da. „Ich dachte mir: Es kann doch nicht sein, dass die Profis außen vorgelassen werden“, zitiert der Tagesspiegel Dr. Achim Wallau. Der Internist ergriff selbst die Initiative - und will das Impf-Chaos in Deutschland nun mit einer Software beenden.

Corona-Impfungen: Endlich Tempo? „Impfplaner 4.0“ Mega-Versprechen

„Impfplaner 4.0“ heißt die Software, die Wallau gemeinsam mit der Firma Navatec aus Heilbronn entwickelt hat. Und sie verspricht Gewaltiges! Statt bislang rund 180.000 Impfungen am Tag sollen dank der Software täglich künftig eine Millionen Corona-Impfungen verabreicht werden können. „Wir machen Hausärzte, Impfpraxen und Impfzentren noch schneller“, verspricht Navatec in einem Erklärvideo auf Facebook.

Dafür soll der „Impfplaner 4.0“ die bürokratischen Hürden förmlich selbstständig überwinden können. Aufklärungsgespräche organisieren, Terminbuchung vornehmen - Vorgänge, für die sonst Absprachen möglich wären, könnten gebündelt in der App stattfinden. Im Optimalfall könne die Zeit, die für eine Verweildauer rund um die eigentliche Corona-Impfung benötigt würde, von bis zu 60 auf 5 Min gesenkt werden, heißt es von Navatec. Womöglich würde sich auch das Problem erledigen, dass immer wieder Menschen abgewiesen werden* - trotz Impftermin.

Corona-Impfungen in Deutschland: Software soll Tempo massiv beschleunigen

Ganz nebenbei soll die Software aber auch das Logistikproblem lösen. Hausärzte und Impfzentren sollen zukünftig zentral Lieferungen der Corona-Impfstoffe* organisieren können. Der „Impfplaner 4.0“ soll sogar aufgrund der Terminlage selbstständig erkennen können, wo es mehr Impfstoff braucht und wo umgelagert werden kann, berichtet der Tagesspiegel.

Eine Herdenimmunität könnte bereits nach drei Monaten erreicht werden.

Navatec über die Software „Impfplaner 4.0“

Mit ihrer Software unterbieten Navatec und Dr. Wallau sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel. Vorausgesetzt genügend Impfstoff ist da* und es passieren keine weiteren unerwarteten Probleme - wie beispielsweise beim Impfstoff von Astrazeneca*. Das irre Versprechen der Software-Hersteller: „Eine Herdenimmunität könnte bereits nach drei Monaten erreicht werden.“

Damit der „Impfplaner 4.0“ zu diesem Zeil beitragen kann, muss die Software breite Akzeptanz finden. Inhaltlich und aus Datenschutzsicht könnte sie das nach eigenen Angaben bieten, erste Gespräche sollen laut Tagesspiegel ebenfalls bereits stattgefunden haben. Der Bund soll bald folgen. Eine Umsetzung läge zum Greifen nah. Demnach soll Andreas Steinbauer, Vertriebsleiter bei Navatec, sich sicher sein: „Wir sind bereit.“ *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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