Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts

Nach Corona-Impfung tot: Anzahl der Fälle in Deutschland bekannt

Impfung
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Tod nach Impfung: Das Paul-Ehrlich-Institut gibt alle Fälle in seinem Sicherheitsbericht bekannt. (Symbolbild)
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    VonChristina Rosenberger
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Die deutsche Impfkampagne stockt – das liegt wohl auch an der Angst vor tödlichen Nebenwirkungen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat alle Fälle aufgelistet.

Es gibt kaum ein Thema, das derzeit so kontrovers diskutiert wird – und das Deutschland so sehr spaltet, wie die Corona-Impfung. Seit Juni ist die Priorisierung besonders vulnerabler Gruppen aufgehoben und jeder, für den eine Impfempfehlung vorliegt, kann sich kostenlos immunisieren lassen. Recht frisch ist dabei die Empfehlung zur Corona-Impfung bei Schwangeren und Stillenden – außerdem arbeitet der Impfstoffhersteller Biontech an der Zulassung seines Impfstoffs für Kinder ab fünf Jahren. Doch es gibt auch immer wieder Zweifel an der Corona-Impfung.

Denn besonders zu Anfang der Impfkampagne rückte der Impfstoff Vaxzevria des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca wegen potenziell tödlicher Nebenwirkungen in den Fokus der Medien. Immer wieder wurden Fälle bekannt, in denen vor allem jüngere Frauen nach der Impfung gefährliche Hirnvenenthrombosen erlitten. In einigen Fällen endete die Komplikation sogar tödlich.

Tod nach Corona-Impfung: Paul-Ehrlich-Institut mit konkreten Zahlen

Deshalb wurde der Vektorimpfstoff zeitweise sogar aus dem Verkehr gezogen. Doch wurden die Blutgerinnsel als Nebenwirkung der Corona-Impfung kürzlich in einer Tübinger Studie widerlegt. Außerdem melden Ärzte, Impfzentren und Patienten faktisch nicht nur für AstraZeneca schwere Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Spritze, sondern für alle Corona-Impfstoffe.

Das Paul-Ehrlich-Institut hat nun einen neuen Sicherheitsbericht zu Verdachtsfällen von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach der Corona-Impfung veröffentlicht. Darin finden sich alle Fälle vom 27. Dezember 2020 bis zum 31. August 2021. In den Bericht fallen alle vier in Deutschland zugelassenen Impfstoffe der Hersteller BioNTech, Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson. Insgesamt hat das PEI über 156.360 Verdachtsfälle registriert.

Impfstoff:insgesamt verabreicht/Nebenwirkungen
Biontech / Comirnaty76.982.568/84.763
Moderna / Spikevax9.396.381/24.457
AstraZeneca / Vaxzevria12.645.915/41.534
J&J / Janssen2.852.260/4.895
101.877.124/156.360

Diese Zahl sieht zwar zunächst beängstigend aus, doch laut Experten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts muss man hier immer das Verhältnis von verabreichten Impfungen zu schwerwiegenden Impfungen sehen. Mittlerweile wurden demnach insgesamt fast 102 Millionen Impfdosen verabreicht. Bedeutet, der Prozentsatz liegt lediglich bei etwa 0,15. Von diesen 0,15 Prozent nahmen 1.450 einen tödlichen Verlauf.

Nebenwirkungen der Corona-Impfung: Hier kann man Symptome melden

Meistens jedoch bleibt es nach der Corona-Impfung bei leichteren Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Ermüdung, Schwindelgefühl oder Schüttelfrost. In jedem Fall bittet das PEI darum, mögliche Nebenwirkungen nach der Impfung zu melden – entweder im Impfzentrum, beim Hausarzt oder beim Paul-Ehrlich-Institut selbst auf dem Meldeportal www.nebenwirkungen.bund.de.

Dennoch weist das PEI darauf hin, dass Corona-Impfungen eine effektive Maßnahme sind, um die Corona-Pandemie einzudämmen und sich selbst vor Covid-19 zu schützen. Das zeigen auch die aktuellen Corona-Zahlen für Baden-Württemberg. Demnach herrscht unter Ungeimpften eine viel höhere Ansteckungsrate, als unter jenen, die vollständig immunisiert sind. Laut Robert Koch-Institut liegt die 7-Tage-Inzidenz unter Geimpften bei 18,1 – unter den Ungeimpften ist sie zehnmal höher und liegt bei 182,8. (Stand 22. September)

Nicht umsonst spricht Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann mittlerweile von einer „Pandemie der Ungeimpften“. Der Südwesten hat in der vergangenen Woche sogar eine Corona-Verordnung eingesetzt, die für Menschen ohne Impfung heftige Einschränkungen vorsieht.

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