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Corona-Impfungen für Kinder ab fünf kommt – mit diesen Einschränkungen

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Von: Julia Cuprakowa

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Die Corona-Infektionen schießen durch die Decke – auch bei Kinder in der Schule. Die Stiko empfiehlt daher Corona-Impfung für Kinder ab fünf Jahren – aber eingeschränkt.

Seit bereits zwei Jahren hat das Coronavirus Deutschland fest im Griff – jedoch waren die Zahlen noch nie so katastrophal hoch wie in diesem Herbst, wie echo24.de in aktuellen Corona-Ticker für Baden-Württemberg berichtet. Auch an den Schulen steigen die Corona-Zahlen immer weiter. Die Politik und die Gesundheitsexperten sind sich weiterhin einig, dass das Impfen der einzige Ausweg aus der Pandemie sei.

Deswegen rücken Corona-Impfungen von Kindern unter zwölf Jahren in Deutschland immer näher – allerdings noch nicht im ganz großen Umfang. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung zunächst nur für bestimmte Kinder. Was bedeutet das jetzt aber genau?

Corona-Impfung für Kinder ab fünf: Stiko mit eingeschränkter Empfehlung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Corona-Impfung erst einmal nicht generell für alle Fünf- bis Elfjährigen. Sie rät diese nur für Kinder dieses Alters mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten. Aber auch bei gesunden Kindern sollen Impfungen auf Wunsch ermöglicht werden. Welche Vorerkrankungen sind dabei gemeint?

Im Beschlussentwurf werden rund ein Dutzend Vorerkrankungen genannt, bei denen die Impfung empfohlen wird. Darunter zum Beispiel starkes Übergewicht, bestimmte chronische Lungenerkrankungen und schweres Asthma bronchiale, Tumorerkrankungen und das Down-Syndrom, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Warum geht die Stiko nicht den einfachen Weg und spricht eine generelle Impf-Empfehlung für Kinder aus – vor allem, weil die Inzidenzen an Schulen so extrem sind?

Corona-Impfung für Kinder: Inzidenzen an Schulen hoch – trotzdem keine generelle Impf-Empfehlung

Die Datengrundlage dafür reiche im Augenblick nicht aus, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt zwar keinen direkten Hinweis auf ein Risiko der Impfung in dieser Altersgruppe, aber es gibt eben auch keine ausreichend sichere Datenbasis, um die Sicherheit abschließend zu bewerten.“ Bei Kindern gilt die Sicherheit der Impfung als besonders wichtig, da sie im Unterschied zu Erwachsenen viel weniger schwer erkranken. Die Nutzen-Risiko-Abwägung ist also eine andere als bei Erwachsenen.

„Nach unserer Analyse, auch aller Daten aus der laufenden vierten Welle, ist die Krankheitslast bei Kindern in der Altersgruppe gering“, sagte Mertens. Meist verliefen Infektionen bei ihnen ohne oder mit nur sehr milden Krankheitsanzeichen. „Bei sehr wenigen Kindern – weniger als 1 von 10.000 Infizierten in dieser Altersgruppe – wird eine Krankenhausbehandlung nötig. Und selbst bei ihnen ist der Verlauf günstig.“ In Deutschland seien während der gesamten bisherigen Pandemie bei Kindern ohne Vorerkrankungen in dem Alter keine Todesfälle wegen Covid-19 aufgetreten.

Fachleute sprechen sich für allgemeine Impf-Empfehlung für Kinder aus

Es gibt aber auch Experten, die sich für eine Corona-Impfung für alle Kinder aussprechen. Sie argumentieren mit dem Verhindern von möglichen Langzeit- und Spätfolgen wie Long Covid und PIMS als Nutzen der Impfung. Letzteres ist ein Entzündungssyndrom, das bei Kindern einige Wochen nach der Corona-Infektion auftreten kann*. Es gilt zwar als gut behandelbar, die kleinen Patienten müssen jedoch ins Krankenhaus. Unter Long Covid werden verschiedene Symptome wie zum Beispiel langanhaltende Müdigkeit gefasst.

Die Stiko hat sich auch mit diesen Themen beschäftigt. Mertens erklärte, dass etwa drei von 10.000 infizierten Kindern PIMS entwickelten. „Aber auch da hat es keine Todesfälle gegeben und die Kinder konnten erfolgreich behandelt werden.“ Long Covid sei bei diesen Kindern „wissenschaftlich gesehen immer noch sehr unklar“. Es gebe kaum wirklich zuverlässige Studien, die eine Unterscheidung erlaubten, ob Symptome durch pandemiebedingte Einschränkungen oder die Infektion hervorgerufen wurden. Wird es also bei einer eingeschränkten Empfehlung bleiben?

Corona-Impfung für Kinder in Deutschland: Empfehlung kann jederzeit ausgeweitet werden

Laut Stiko muss es nicht sein. „Es ist nicht absehbar, ob und wann wir die Empfehlung ausweiten“, erklärt Mertens. „Aber es liegt mir am Herzen, dass die Menschen verstehen, dass es im Sinne der Sicherheit ein vernünftiges Vorgehen ist.“ Stiko-Empfehlungen seien nie in Stein gemeißelt, sondern gäben den jeweiligen Stand des internationalen Wissens wieder.

„Wenn sich die einschlägigen wissenschaftlichen Erkenntnisse ändern, dann kann auch eine Anpassung nötig werden.“ Er sehe dies als Vorteil und „verantwortliches Handeln der Stiko“.

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