Antrag auf Zulassung bei der EMA

Corona-Impfung: Moderna beantragt Zulassung für Kinder ab 12 Jahren

In der Debatte um die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche äußern Mediziner:innen trotz der erteilten EMA-Empfehlung Zweifel. (Symbolbild)
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Der Hersteller Moderna hat für seinen Corona-Impfstoff eine Zulassung bei der EMA für Kinder ab zwölf Jahren beantragt. (Symbolfoto)
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Die Corona-Impfung von Kindern könnte bald Fahrt aufnehmen: Der Hersteller Moderna hat eine Zulassung für Kinder ab zwölf Jahren bei der EMA beantragt.

Seit Montag (7. Juni) ist die Impfpriorisierung in Deutschland aufgehoben. Theoretisch darf sich in Deutschland ab sofort jeder, der möchte, gegen das Coronavirus impfen lassen — egal ob beim Arzt oder im Impfzentrum. Dazu gehören nun auch Kinder ab zwölf Jahren. Bislang ist in Europa nur der Corona-Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer für Kinder zwischen 12 und 16 Jahren zugelassen — das könnte sich allerdings schon bald ändern.

Denn auch der US-Hersteller Moderna hat nun nach eigenen Angaben bei der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragt. Moderna hat bislang nur eine EU-Zulassung ab 18 Jahren.

Moderna beantragt Impfstoff-Zulassung für Kinder ab 12 Jahren bei der EMA

Grundlage des Antrags sei eine Phase-2/3-Studie mit dem mRNA-1273 genannten Moderna-Impfstoff bei insgesamt 2.500 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren in den USA, teilte das Unternehmen mit. Die Wirksamkeit habe dabei bei 100 Prozent gelegen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil sowie Nebenwirkungen seien wie bei der Phase-3 Studie von Erwachsenen, hieß es weiter. Das Präparat werde „im Allgemeinen gut vertragen“. Für Erwachsene hat der Moderna-Impfstoff bereits seit 6. Januar eine bedingte Marktzulassung in der Europäischen Union. Er wurde inzwischen millionenfach gespritzt.

Corona-Impfung bei Kindern: Eine Entscheidung der ganzen Familie

Generell sollen Kinder und Jugendliche ab sofort mehr in den Fokus rücken — nicht nur, aber auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Die neue Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) hat große Pläne für die Jugend. Kinder hätten während des quälend langen Corona-Lockdowns viel ausgehalten — die Strapazen „mit Bravour gemeistert“ und seien sehr solidarisch mit ihren Eltern und Großeltern gewesen, sagte die Grünen-Politikerin kürzlich der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

„Aber jetzt haben Kinder und Jugendliche Vorfahrt. Wo immer man Solidarität für Kinder und Jugendliche einfordern kann, sollte man das tun.“ Deshalb will Schopper ab sofort die Lobby für Kinder und Jugendliche in ganz Baden-Württemberg sein. Die Grünen-Politikerin hofft auf mehr Impfstoff für junge Menschen. Zudem appelliert sie an Eltern die Entscheidung, ob ein Kind geimpft werden sollte oder nicht, gemeinsam mit den Kindern zu besprechen und treffen.

Corona-Impfung bei Kindern künftig auch mit Moderna? STIKO-Empfehlung kommt am Donnerstag

Bislang gibt es noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für eine Impfung bei Kindern im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren. Das soll sich allerdings schon am Donnerstag (10. Juni) ändern: Die zum Thema Kinder ergänzte Impfempfehlung der STIKO soll am Donnerstag publiziert werden. Die neue Fassung werde dann im sogenannten Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) erscheinen, sagte eine RKI-Sprecherin gegenüber der dpa.

Es wird erwartet, dass das Expertengremium mangels ausreichender Datenbasis keine generelle Impfempfehlung für alle Kinder ausspricht, sondern den Impfstoff zunächst vor allem etwa für vorerkrankte Kinder vorsieht. Ein Entwurf für den STIKO-Beschluss war am Freitag an Länder und Fachgesellschaften gegangen. Diese können noch Änderungen einbringen, bevor die Stiko den Beschluss fasst.

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