Kinder und Jugendliche

Corona-Impfung für alle ab 12 - so geht‘s in Baden-Württemberg und Heilbronn

  • Christina Rosenberger
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Was wochenlang gefordert wurde, wird jetzt Wirklichkeit: Die Ständige Impfkommission hat ihre generelle Empfehlung zur Corona-Impfung für alle ab 12 ausgesprochen.

Update, 16. August, 21 Uhr: Nachdem die Ständige Impfkommission nun die Corona-Impfung generell für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen hat, reagiert auch das Land Baden-Württemberg. In einer Mitteilung erklärte das Gesundheitsministerium um Minister Manne Lucha (Grüne): „Jetzt, wo die Empfehlung der STIKO vorliegt, wird die Impfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren grundsätzlich in allen Impfzentren möglich sein.“ Jugendliche ab 16 Jahren, die selbst einwilligungsfähig sind, wurden demnach bisher schon in fast allen Impfzentren während der Öffnungszeiten geimpft.

Außerdem hat die Landesregierung Baden-Württembergs unter dem Hashtag #dranbleibenBW für die Sommerferien einige besondere Impfangebote ins Leben gerufen. Dabei werden unter anderem mobile Impfteams bei Konzerten und Festivals ohne Termine impfen. Auch für die Altersgruppe der Zwölf- bis Siebzehnjährigen gibt es demnach einige Aktionen.

Die Stadt Heilbronn gab nun ebenfalls bekannt: „Inzwischen gibt es für alle Menschen ab 12 Jahren ein kostenloses Impfangebot, das jede und jeder wahrnehmen kann.“ Das Kreisimpfzentrum Heilbronn (KIZ) in der Stauwehrhalle Horkheim bietet an den kommenden Augustwochenenden Familienimpftage für Familien mit Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren an. Ab Sonntag, 15. August, ist zunächst für drei Sonntage zusätzlich ein Kinder- und Jugendarzt speziell für die ärztliche Aufklärung von Kindern und Jugendlichen im Einsatz.

Corona-Impfung nun für alle ab zwölf Jahren: Ständige Impfkommission mit Empfehlung

Erstmeldung, 16. August, 16 Uhr: Die Corona-Pandemie ist noch nicht besiegt - erst heute (16. August) ist für Baden-Württemberg deshalb eine neue Corona-Verordnung inkraft getreten. Diese beinhaltet viele Lockerungen für Geimpfte - doch manche Personengruppen konnten sich bisher noch gar nicht regulär gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Impfempfehlung fehlte. Das ändert sich jetzt für eine ganz bestimmte Gruppierung.

Denn die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich nun für die Corona-Impfung für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren ausgesprochen. Das Gremium teilte jetzt mit, man habe neue wissenschaftliche Beobachtungen und Daten sorgfältig bewertet. Dadurch komme man zu der Einschätzung, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen.“ Doch vorerst müssen sich Impfwillige zwischen zwölf und siebzehn Jahren noch gedulden.

Corona-Impfung nun für alle ab zwölf Jahren: Dürfen auch Ungeimpfte weiter in die Schule?

Denn der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor. Erst wird es noch ein Abstimmungsverfahren mit Bundesländern und Fachkreisen geben. Die STIKO warnt derweil davor, Sanktionen für ungeimpfte Kinder und Jugendliche ins Spiel zu bringen. Die Empfehlung ziele „in erster Linie auf den direkten Schutz der geimpften Kinder und Jugendlichen vor Covid-19 und den damit assoziierten psychosozialen Folgeerscheinungen ab“, erklärte die STIKO. Das Gremium spricht sich außerdem ausdrücklich dagegen aus, „dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird.“

Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht sich nun für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren aus.

Dem stimmt auch die Bundesregierung zu. Regierungssprecher Steffen Seibert machte in Berlin klar, es werde für Schülerinnen und Schüler keine Pflicht zur Impfung geben. „Es bleibt dabei, was wir gesagt haben, dass es keinen Impfzwang gibt oder das Impfen nicht Bedingung für den Schulbesuch ist“, sagte er.

Corona-Impfung für alle ab Zwölf: Empfehlung der STIKO aufgrund neuer medizinischer Daten

In den letzten Wochen hatte es für die Ständige Impfkommission immer heftigere Kritik aus Politikerkreisen gegeben. Mehrere Minister, wie Markus Söder oder Jens Spahn, hatten die unabhängigen Experten dazu aufgerufen, ihre Empfehlung auf alle Zwölf- bis Siebzehnjährigen auszuweiten. Mittlerweile kommt die STIKO allerdings selbst zu dem Schluss, dass mögliche Risiken der Impfung in der Altersgruppe zuverlässiger beurteilt werden können. Das liegt unter anderem daran, dass im amerikanischen Impfprogramm mittlerweile nahezu zehn Millionen Kinder und Jugendliche geimpft wurden. Dabei spricht die STIKO nun von „meist unkomplizierten Verläufen“.

Doch schon vor dieser Entscheidung der STIKO hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern Anfang August entschieden, breitere Angebote für Kinder ab zwölf Jahren anzubieten - zum Schutz vor Corona besonders für den Schulstart nach den Sommerferien. Denn immerhin sind mittlerweile zwei mRNA-Impfstoffe für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und siebzehn Jahren zugelassen. Das Präparat von Biontech und das Vakzin von Moderna dürfen EU-weit an diese Altersklasse verimpft werden. Für Kinder, die noch nicht zwölf Jahre alt sind, ist bislang noch kein Impfstoff verfügbar.

Rubriklistenbild: © Raul Mee/dpa

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