Corona-Impfkampagne

Corona-Impfung beim Hausarzt: 2 Mio. Impfdosen erwartet - ein Hersteller fällt weg

Coronavirus - Impfung in Hausarztpraxis
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Die Hausärzte in Deutschland sollen zwei Millionen Impfdosen bekommen (Symbolbild).
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Deutschlands Hausärzte werden immer stärker in die Corona-Impfkampagne einbezogen. Nächste Woche sollen sie zwei Millionen Dosen bekommen.

Die deutsche Impfkampagne gegen das Coronavirus kommt langsam ins Rollen. Nach über einem Jahr Pandemie, Kontaktbeschränkungen und Abstandhalten scheint nach und nach ein Ende der Corona-Maßnahmen* in Sicht. Bis zum heutigen Tag (21. April 2021) sind in Deutschland immerhin 20,8 Prozent der Bevölkerung zumindest ein Mal gegen Covid-19 geimpft - Tendenz steigend.

Denn nicht nur, dass seit Montag in Baden-Württemberg (19. April) alle Menschen impfberechtigt sind, die das 60. Lebensjahr vollendet haben*, außerdem werden seit den Osterferien die Corona-Impfzentren in Deutschland tatkräftig von den niedergelassenen Arztpraxen* unterstützt. Wie echo24.de* berichtet, kontaktieren Hausärzte seitdem nach und nach ihre impfberechtigten Patienten und machen ihnen ein Termin-Angebot. Doch bisher war das nur eine sehr geringe Anzahl. In den ersten beiden Wochen „Impfung beim Hausarzt“ konnten zum Beispiel Praxen in Baden-Württemberg lediglich 18 Dosen pro Woche verplanen. Das soll in der nächsten Woche anders laufen.

Corona-Impfung in Arztpraxen: Hunderttausende Impfdosen zusätzlich ab Montag

Eigentlich sollten die Hausärzte ab dem 26. April 1,5 Millionen Impfdosen bekommen - diese Zahl wurde allerdings jetzt aufgestockt. Nach einem Bericht der Rheinischen Post sollen die niedergelassenen Ärzte in Deutschland in der kommenden Woche 500.000 Covid-19-Impfdosen mehr erhalten als bisher geplant. Das wären dann immerhin 24 bis 48 Dosen pro Praxis. Und es gibt noch eine Änderung.

Ursprünglich war angedacht, unterschiedliche Impfstoffe an die Arztpraxen auszuliefern - drei Viertel BioNTech/Pfizer und ein Viertel AstraZeneca. Das ist laut Rheinischer Post jetzt Geschichte und es soll für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ausschließlich den Impfstoff von BioNTech/Pfizer für die niedergelassenen Ärzte geben.

Corona-Impfung beim Hausarzt: Nur noch Impfstoff eines Herstellers

Diese Pläne sind laut des Apothekerverbands Nordrhein höchst erfreulich. Die Steigerung werde die Impfkampagne in den Hausarztpraxen erheblich beschleunigen, sagte Verbandschef Thomas Preis gegenüber RP. Der „gut etablierte Impfstoff“ von BioNTech und Pfizer sorge für schnellere Abläufe in Praxen und Apotheken - und habe besonders einen entscheidenden Vorteil.

Durch diese Vereinfachung falle nämlich laut Preis viel Beratungszeit weg. Der AstraZeneca-Impfstoff hat in den vergangenen Wochen wegen einer seltenen aber heftigen Nebenwirkung - der sogenannten „Hirnvenenthrombose“ - viele Untersuchungen und Änderungen durchlaufen und wird bestimmten impfberechtigten Personengruppen nur noch nach ausführlicher Beratung und auf ausdrücklichen Wunsch hin verabreicht. Für das Vakzin von BioNTech/Pfizer gelten solche Regelungen dagegen nicht - was den gesamten Ablauf der Impfung wesentlich vereinfacht.

Comirnaty - der Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer

Der Impfstoff Comirnaty (BNT162b2) ist ein mRNA-Vakzin. Er wurde zur Zulassung in einer Studie mit etwa 43.500 Teilnehmenden getestet. Nach den Ergebnissen kann er vor Covid-19 schützen. Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Kopfschmerzen oder Muskel- oder Gelenkschmerzen sind häufig, aber meist nur leicht. Britische Forscher behaupteten außerdem kürzlich, auch bei BioNTech-Impfungen gäbe es, wie bei AstraZeneca, als Komplikation die seltenen Hirnvenenthrombosen.

Und noch etwas merkte Thomas Preis gegenüber der Rheinischen Post als positiv an: Das Ziel, dass schon im Sommer zumindest jeder eine Impfung erhalten hat, werde durch die beschleunigte Impfkampagne in den Hausarzt-Praxen immer wahrscheinlicher, „zumal BioNTech angekündigt hat, im Juni die Zahl der ausgelieferten Dosen noch einmal deutlich zu steigern“. Wenn das tatsächlich so ist, könnte die Pandemie tatsächlich noch dieses Jahr besiegt werden. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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