Wo hat die Pandemie ihren Ursprung?

Corona-Herkunft unklar: Kommt Covid-19 in Wirklichkeit aus diesem Land?

  • Anna-Maureen Bremer
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Es ist nicht sicher, dass das Coronavirus aus dem chinesischen Wuhan kommt. Jetzt steht ein Land zur Diskussion, das davon weit entfernt liegt. Woher kommt Covid-19?

Fast zwei Jahre Pandemie und es ist noch immer nicht final geklärt, wo die Herkunft des Coronavirus liegt. Während die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg und ganz Deutschland ein Rekordhoch erreichen, suchen Forscher weiterhin nach dem Ursprung von Covid-19. „Die These eines Laborunfalls, bei dem das Virus in der chinesischen Stadt Wuhan entwichen sein könnte, wird von Experten weiterhin nicht gänzlich ausgeschlossen“, schreibt n-TV. Nun steht aber ein ganz anderes Land zur Debatte, in dem das Virus zum ersten Mal aufgetreten sein könnte.

Woher kommt das Coronavirus? Neuer Verdacht zur Herkunft von Covid-19

Das Virus hält Deutschland in Atmen: Seit heute (17. November) gilt in Baden-Württemberg die Alarmstufe mit massiven Einschränkungen für Ungeimpfte. Um die Herkunft des Coronavirus bestimmen zu können, ist zu beachten, dass Experten davon ausgehen, dass Covid-19 von Wildtieren - vermutet werden Fledermäuse - über einen noch unbekannten Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen ist. Es gibt aber auch dafür bisher keine Belege.

Indes bekommen immer mehr Menschen bereits ihre Booster-Impfung. Mit der dritten Dosis soll der Schutz vor Corona aufgefrischt werden. Natürlich tobt auch dazu eine Debatte über die Nebenwirkungen.

Da die ersten Fälle von nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus 2019 im chinesischen Wuhan dokumentiert sind, wurde dort lange der Ursprung von Sars-CoV-2 vermutet. Eine Forschergruppe bringt nun aber eine Region in Südostasien ins Spiel. „Für verstärkte Untersuchungen dort plädiert das Team um Deborah Delaune vom Institut Pasteur in Frankreich“, heißt es im n-TV-Bericht. „Die Wissenschaftler hatten in zwei bereits 2010 von Fledermäusen in Kambodscha entnommenen Proben Viren identifiziert, die dem derzeit grassierenden Pandemie-Virus sehr ähnlich sind.“

Herkunft des Coronavirus nicht geklärt? Kambodscha in Diskussion

„Als wahrscheinlichster Ursprungswirt gelten Fledermäuse aus der Gattung der Hufeisennasen, schreiben die Forschenden in Nature Communications“, darüber berichtet auch die Augsburger Allgemeine. „In Exemplaren, die aus China stammten, seien bereits zahlreiche unterschiedliche Coronaviren nachgewiesen worden. Die bisher engsten Verwandten von Sars-CoV-2 seien in Hufeisennasen aus der chinesischen Provinz Yunnan identifiziert worden.“ Jetzt stehen allerdings andere Regionen im Fokus, den Erreger des Coronavirus hervorgebracht zu haben. Es gibt dafür mehrere Anhaltspunkte: Südostasien gilt bereits als Hotspot für neue Erreger. Außerdem gibt es dort mehr als ein Viertel aller weltweit vorkommenden Fledermausarten. Dazu kommt zudem: „ein naher Verwandter von Sars-CoV-2 sei bereits in Thailand gefunden worden.“

430 archivierte Proben von Fledermäusen - aber auch anderen Säugern - aus Kambodscha wurden untersucht. In fünf davon wurde ein Beta-Coronavirus nachgewiesen. Zu dieser Gruppe gehört auch Sars-CoV-2. In zahlreichen Bereichen des Erbguts war die Nähe der Kambodscha-Proben zu Sars-CoV-2 größer, als bei allen anderen bisher identifizierten nahen Verwandten des Virus.

Kommt das Coronavirus gar nicht aus China? Mögliche Herkunft: Kambodscha

Übereinstimmend heißt es bei der Augsburger Allgemeinen und n-TV: „Unterschiede fanden die Wissenschaftler vor allem in einer Region des Spike-Proteins - sie war bei den Fledermaus-Viren so aufgebaut, dass eine Infektion menschlicher Zellen nicht möglich gewesen wäre“, berichten die Forscher. Die Forscher weisen darauf hin, dass die untersuchte Fledermaus-Art in China nicht vorkommt.

Das Verbreitungsgebiet anderer in Südostasien vorkommender Arten reiche aber bis nach China, bis in die Yunnan-Provinz, wo andere nahe Verwandte von Sars-CoV-2 gefunden wurden. Es komme häufig zum Austausch von Viren zwischen verschiedenen Fledermausarten, besonders wenn die Tiere dieselbe Höhle bewohnten. Verwandte von Sars-CoV-2 seien vermutlich geografisch weiter verbreitet als bisher angenommen, so die Forscher.“

Schuppentiere, Schleichkatzen und Marder kommen demnach als Zwischenwirte für das Coronavirus infrage. Der Handel mit Wildtieren ist in Südostasien verbreitet und es gibt dahingehend eine große Vielfalt. Die Region durchlaufe derzeit einen schnellen Landnutzungswandel, bei der Entwicklung von Städten und Straßen oder dem Ausbau der Landwirtschaft komme es zunehmend zu Kontakten zwischen Wildtieren und Menschen - und damit der Möglichkeit einer Virusübertragung.

Rubriklistenbild: © Ennio Leanza/dpa

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