Delta-Variante breitet sich rasant aus

Corona: Lauterbach mit Hammer-Aussagen - „Delta ansteckender und tödlicher“

  • Julia Cuprakowa
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Die Inzidenzen in Deutschland steigen wieder. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigt sich deswegen besogt. Er warnt besonders vor Corona-Infektionen bei Kindern.

Im Hinblick auf deutschlandweit steigende Corona-Inzidenzen macht nun, neben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach seinem Ärger Luft und wirft der Bundesregierung Untätigkeit vor. Damit möchte er deutlich machen, dass steigende Inzidenzen zwar nicht mehr zu höheren Todeszahlen führten, aber es zu mehr Infektionen mit der hochansteckender Delta-Variante komme. Dadurch steigt auch die Zahl von Long-Covid-Patienten. Vor allem junge Menschen seien besonders gefährdet.

„Untersuchungen haben gezeigt, dass zehn bis 15 Prozent der Erkrankten, auch wenn sie nicht schwer erkranken, unter Langzeitschäden leiden und vielleicht nicht wieder komplett genesen, weil Herz, Nieren, Lunge und Gehirn angegriffen wurden“, berichtete der SPD-Politiker. Das gelte auch für Kinder und Jugendliche.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: Inzidenz-Explosion im Herbst - Strengere Kontrollen der Rückreisenden

Lauterbach setzt darauf, dass künftig mehr Kinder und Jugendliche geimpft werden, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. „Als Wissenschaftler hoffe ich, dass die Ständige Impfkommission ihre Position noch ändert und Impfungen für Kinder ab 12 Jahren empfiehlt“, sagte der SPD-Politiker. Ohne die Impfung von Kindern und Jugendlichen und bei der hohen Zahl ungeimpfter Erwachsener würden die „Inzidenzen nach dem Sommer schnell wieder eine satte dreistellige Höhe erreichen“, warnte Lauterbach. Doch das RKI hält dagegen und veröffentlicht ein Strategiepapier mit einem Plan, wie die vierte Corona-Welle im Herbst in Deutschland aufgehalten werden kann.

Es sei „schwierig, wenn ein Teil der Politik jetzt wegen des beginnenden Bundestagswahlkampfs trotz steigender Fallzahlen schweigt und so tut, als ob man die Pandemie im Griff habe“. Der SPD-Gesundheitsexperte erklärte außerdem, dass in Hamburg bereits 25 Prozent aller Neuinfizierten Urlaubsrückkehrer seien.

Wir brauchen jetzt auch in NRW strenge Regeln für Urlaubsrückkehrer. Urlauber, auch wenn sie mit dem Auto unterwegs sind, müssen nach der Rückkehr getestet werden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach

Die sei „unbequem, aber wichtig“. Eine schnelle Kontrolle des Impfausweises von Heimkehrern sei möglich. Doch wieso macht dem SPD-Gesundheitsexperten ausgerechnet die Delta-Variante des Coronavirus solche Sorgen?

Hammer-Aussage von Lauterbach: Inzidenzen steigen - „...Endergebnis Long-Covid auch für Kinder...“

Wie die dpa weiter berichtet, hält Karl Lauterbach die Delta-Variante für deutlich gefährlicher als bisherige Mutanten des Coronavirus. „Von allem, was wir bisher wissen, müssen wir davon ausgehen, dass die Delta-Variante sowohl ansteckender als auch tödlicher ist“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies hätten Auswertungen aus Kanada gezeigt. Auch Daten aus England hätten die Hoffnung, Delta wäre zwar ansteckender, aber nicht tödlicher, nicht bestätigt.

Lauterbach sagte, die Delta-Variante könne auch für jüngere Menschen und Kinder in Deutschland schwere gesundheitliche Folgen haben. „Obwohl wir dort keine oder nur sehr wenige Todesfälle erwarten müssen, wird es viele auch schwere Verläufe geben, deren Endergebnis Long-Covid auch für Kinder sein kann“, sagte Lauterbach. Patienten mit Long-Covid haben auch nach einer Infektion anhaltende Symptome.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

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