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Coronavirus: Wieder deutlicher Anstieg der Corona-Neuinfektionen

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In Bayern öffnen die Schulen, in weiterführenden Schulen ist das Tragen einer Schutzmaske Pflicht. Derweil meldet das RKI die aktuellen Fallzahlen für Deutschland.

  • Die Zahl der Corona*-Infektionen steigt in Deutschland weiter an.
  • Das RKI meldet die aktuellen Corona-Fallzahlen und die Reproduktionszahl.
  • Das Unternehmen Biontech testet einen potenziellen Impfstoff gegen das Coronavirus nun auch in Deutschland

Update vom Dienstag, 08.09.2020, 06.45 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1499 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 252 298 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 8.9., 0.00 Uhr). Bis Dienstagmorgen hatten etwa 226 500 Menschen die Infektion überstanden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9329. Seit dem Vortag wurden vier weitere Todesfälle gemeldet.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montag bei 1,12 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Corona-Krise: Maskenpflicht in bayerischen Schulen

+++ 18.15 Uhr: Die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen in Bayern bleibt bestehen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat den Eilantrag eines Gymnasiasten abgelehnt, mit dem er die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht kippen wollte. Die Maßnahme diene dem Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus unter Schülern und Lehrern zu reduzieren und damit in der Bevölkerung einzudämmen, heißt es in der Entscheidung des Gerichts.

Die Maskenpflicht sei angemessen und die damit verbundenen Einschränkungen hinnehmbar. Im Einzelfall könne die betroffene Person sich aus pädagogischen oder medizinischen Gründen davon befreien lassen. Rechtlich kann gegen den Beschluss nicht vorgegangen werden.

Coronavirus: Biontech darf potenziellen Impfstoff in Deutschland testen

+++ 15.00 Uhr: Biontech testet seinen potenziellen Impfstoff gegen das Coronavirus ab sofort auch in Deutschland. Das Paul-Ehrlich-Institut hat dem Mainzer Biotechnologie-Unternehmen, sowie der Partner-Gesellschaft Pfizer die offizielle Genehmigung erteilt. Die globale Wirksamkeitsstudie, an der bislang über 25.000 Menschen teilnahmen, begann bereits im Juli.

Die Wirksamkeit des Impfstoff-Kandidaten „BNT162b2“ soll an bis zu 30.000 Probanden im Alter von 18 bis 85 Jahren getestet werden. „Die Einbindung von Studienzentren in Europa, und nun auch in Deutschland, hat speziell zum Ziel, eine hiesige Zulassung zu unterstützen“, erklärte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin in einer Pressemitteilung.

Bei einer Genehmigung des Impfstoffes könnten Biontech und Pfizer bis Ende 2020 bis zu 100 Millionen Dosen herstellen. Bis Ende 2021 wären 1,3 Milliarden Dosen geplant.

Biontech und Pfizer dürfen einen Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus nun auch in Deutschland testen (Symbolbild)

Corona in Deutschland: RKI meldet Infektionszahlen

Update vom Montag, 07.09.2020, 06.00 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 814 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die gemeldeten Fallzahlen an Sonntagen und Montagen sind allerdings erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 250 799 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 7.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9325. Seit dem Vortag wurde kein weiterer Todesfall gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 225 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Sonntag bei 1,10 (Vortag: 1,0). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Reproduktionszahl des Coronavirus erreicht kritischen Wert in Deutschland

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,97 (Vortag: 0,97). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Die R-Werte lagen seit Mitte Juli 2020 über 1, seit Mitte August um beziehungsweise unter 1. Das bedeutet, dass im Schnitt etwa ein Infizierter das Virus auf einen weiteren Menschen überträgt.

Corona und Karneval: Laschet setzt auf Verständnis der Menschen in Deutschland

+++ 20.45 Uhr: In Corona-Zeiten ist vieles anders, auf einiges müssen die Menschen derzeit verzichten. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) setzt auf das Verständnis der Menschen für eine mögliche Absage von Veranstaltungen zum Karnevalsauftakt am 11. November. „In diesem Corona-Jahr mussten und müssen wir alle auf Liebgewonnenes verzichten: Christen auf ein Osterfest in der Gemeinschaft, Schützen auf ihr Schützenfest, Fußballfans auf Stadionbesuche“, sagte Laschet dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Karneval in Zeiten von Corona dürfte anders ausfallen als üblich.

„Ich glaube, dass die allermeisten Menschen in diesem Jahr Verständnis für die Absage von Karnevalsveranstaltungen zeigen würden“, fügte der CDU-Politiker hinzu. Der Karnevalsauftakt am 11. November und der Karneval überhaupt sei so, wie man ihn kenne, derzeit nur schwer vorstellbar. Er hoffe nach wie vor auf eine gemeinsame Regel in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die von den Vereinen mitgetragen werde.

Fußball in Zeiten von Corona: Union Berlin mit 4500 Fans im Stadion

+++ 11.30 Uhr: Union Berlin ließ beim Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg (2:1) 4500 Fans ins Stadion An der Alten Försterei.  „Wir haben heute den Beweis angetreten, dass es im kleinsten Bundesliga-Stadion geht“, sagte Klubchef Dirk Zingler im Anschluss. Dieser Vorstoß in Zeiten von Corona birgt jedoch Konfliktpotenzial.

Von „Wettbewerbsverzerrung“ sprachen in der vergangenen Woche sowohl Bayerns Ministerpräsident Markus Söder als auch Nordrhein-Westfalens Landesvater Armin Laschet, da das Zuschauer-Comeback in der Corona-Krise in jedem der 16 Bundesländer ganz unterschiedlich abläuft. Tatsächlich dürfen in Berlin schon bis zu 5000 Menschen in die Stadien, RB Leipzig will zum Beginn der Liga 8500, und Schalke 04 testete am Samstag gegen den VfL Bochum vor nur 300 Fans.

Das leere Stadion von Union Berlin An der Alten Försterei dürfte zunächst der Vergangenheit angehören. Der Verein testete mit 4500 Fans.

Misstöne gibt es. So hatte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl die beim Thema Fan-Rückkehr sehr offensiven Köpenicker vor rund zwei Wochen direkt kritisiert. „Ich würde mich freuen, wenn wir uns jetzt nicht ständig positionieren würden und besser dastehen wollen als andere, sondern uns lieber solidarisch als Bundesliga versuchen vorzubereiten“, so Eberl.

Corona-Impfstoff soll weniger als zehn Euro kosten

+++ 08.50 Uhr: Der künftige Corona-Impfstoff der Pharmakonzerne Sanofi und GSK soll weniger als zehn Euro pro Impfdosis kosten. Da Staaten bereit seien, die finanziellen Risiken der Impfstoff-Hersteller mitzutragen, sei es möglich, die Preise „so niedrig wie möglich“ zu halten, sagte der Präsident von Sanofi in Frankreich, Olivier Bogillot, am Samstag dem Sender France Inter. Sanofi arbeitet bei der Corona-Impfstoff-Entwicklung mit dem britischen Unternehmen GSK zusammen.

Der britisch-schwedische Konkurrent AstraZeneca hatte für seinen potenziellen Impfstoff einen Preis von rund 2,50 Euro pro Dosis angekündigt.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland

Update vom Sonntag, 06.09.2020, 06.40 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 988 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. 
 

Coronavirus: R-Wert an kritischer Marke

+++ 19.40 Uhr: Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt nach RKI-Schätzungen in Deutschland am Samstag bei 1,0 (Vortag: 0,85). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,97 (Vortag: 0,94). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Spahn zur aktuellen Corona-Situation: Bürger sollen Urlaub in Deutschland verbringen

+++ 15.26 Uhr: Angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bürger*innen eindringlich aufgerufen, Herbstferien und Weihnachtsurlaub in Deutschland zu verbringen. Man habe beim Winterurlaub in Ischgl und im Sommerurlaub gesehen, dass „zumindest bestimmte Arten von Reisen und Urlaub Risiken mit sich bringen und Infektionen mit zurück nach Deutschland bringen“, sagte Spahn am Samstag (05.09.2020) in Berlin. „Das haben wir mit großem Aufwand, aber jetzt für diese Reiserückkehrer-Situation gut in den Griff bekommen.“

Spahn appellierte an die Menschen in Deutschland: „Vielleicht schaffen wir es ja auch alle zusammen, mal für den Herbsturlaub, und vielleicht auch gleich für den Weihnachtsurlaub mit, nicht so weit zu fahren. Sondern einfach mal die Schönheit Deutschlands zu genießen.“ Der Minister fügte hinzu: „Das macht‘s uns allen, übrigens auch den Gesundheitsämtern vor Ort, deutlich leichter.“

Steinmeier zur Virus-Krise in Deutschland: „Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod“

+++ 12.55 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine offizielle Gedenkstunde für die Corona-Toten in Deutschland ins Gespräch gebracht. „Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod“, sagte Steinmeier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Viele Patienten in Krankenhäusern und Altenheimen seien ohne den Beistand ihrer Angehörigen gestorben, die Hinterbliebenen hätten nicht Abschied nehmen können. „Wir müssen den Menschen in ihrer Trauer helfen – und darüber nachdenken, wie wir unser Mitgefühl ausdrücken können.“

Wann dafür der richtige Zeitpunkt sei und ob etwa eine Gedenkstunde der richtige Rahmen sei, werde er mit den Vertretern der anderen Verfassungsorgane besprechen, sagte Steinmeier. Man dürfe die Trauer der Angehörigen nicht vergessen. „Wir haben 9300 Tote zu beklagen.“ Das seien zwar niedrigere Todeszahlen als anderswo. „Aber es sind in sechs Monaten dreimal so viel wie die jährlichen Verkehrstoten. Das sollten wir nicht übersehen.“ Ohnehin würden die Corona-Zahlen jene nicht trösten, die gerade einen geliebten Menschen verloren hätten.

Corona in Deutschland: Bund und Länder wollen 5000 Stellen im Gesundheitsdienst schaffen

+++ 12.43 Uhr: Als Konsequenz aus der anhaltenden Corona-Krise in Deutschland wollen Bund und Länder bis Ende 2022 mindestens 5000 neue und unbefristete Vollzeitstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst schaffen. In einem ersten Schritt solle es bis zum 31. Dezember 2021 mindestens 1500 Stellen für Ärzte, weiteres Fachpersonal und Verwaltungsmitarbeiter geben, teilten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Vorsitzende der Länder-Gesundheitsminister, Dilek Kalayci (SPD), mit.

Neben den neuen Stellen geht es um eine bessere Digitalisierung der Gesundheitsämter und -behörden sowie darum, die Arbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst attraktiver zu machen und zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Die 375 Gesundheitsämter spielen etwa beim Verfolgen von Infektionsketten sowie bei Anordnungen von Tests und Quarantäne eine wesentliche Rolle.

Corona-Krise in Deutschland ruft Betrüger auf den Plan

+++ 10.15 Uhr:  Die Corona-Pandemie ruft offenbar auch etliche Betrüger auf den Plan. Alleine in Bayern laufen - Stand Mitte Juli - mindestens 537 Ermittlungs- und Vorermittlungsverfahren zu Anträgen auf Corona-Soforthilfen des Bundes und des Freistaats, teilte das bayerische Justizministerium der Presse mit.

Die ausgezahlte Schadenssumme lag Ende Mai bei ungefähr 1,7 Millionen Euro. Zudem bestehe bei noch nicht ausbezahlten Anträgen im Gesamtwert von 2,2 Millionen Euro der Verdacht auf falsche Angaben. Wegen der deutlichen Steigerung der Antragszahlen seit Ende Mai sei auch von einem deutlichen Anstieg der Schadenshöhe auszugehen, sagte ein Ministeriumssprecher.
 

Die aktuellen Corona-Fallzahlen

Update vom Samstag, 05.09.2020, 06.30 Uhr: Innerhalb eines Tages meldet das Robert Koch-Institut (RKI) am frühen Samstagmorgen 1378 neue Corona-Infektionen. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 248 997 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 5.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9324. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten etwa 222 900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 0,85 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Verwirrung um Aussagen von Christian Drosten

+++ 17.30: Der Virologe Christian Drosten stellt klar, dass er keine Verkürzung der Quarantänezeit von 14 auf fünf Tage vorgeschlagen habe. Er habe seinen Vorschlag demnach auf die Isolation von Infizierten bezogen. Seine Äußerungen waren mit ein Auslöser für die aktuelle Debatte um kürzere Quarantänezeiten.

Der Berliner Virologe, auf den sich Politiker in der Debatte zum Teil bezogen, stellte im Kurzbotschaftendienst Twitter nun klar: „Isolierung und Quarantäne geraten durcheinander.“ Sein Vorschlag sei eine Reduktion der Isolierungszeit bei sogenannten Clustern von Infizierten auf zum Beispiel fünf Tage.

Grundsätzlich gilt eine Quarantäne für Menschen, die Kontakt zu Infizierten hatten. Dadurch soll nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vermieden werden, dass diese Menschen während der Inkubationszeit ungewollt andere infizieren. Eine Isolierung gilt für Corona-Infizierte. Diese dauert bislang zehn Tage. Drosten regte an, unter bestimmten Bedingungen diese Zeit auf fünf Tage zu verkürzen.

Neue Panne bei Corona-Tests in Bayern

+++ 14.20 Uhr: Von der jüngsten Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern sind rund 10.000 Menschen betroffen. Diese waren zwischen Samstag und Dienstag an bayerischen Flughäfen auf das Coronavirus getestet worden und bekamen nicht innerhalb der versprochenen Frist von 48 Stunden ein Ergebnis, wie ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag (04.09.2020) in München mitteilte. Grund sei ein EDV-Problem beim privaten Dienstleister Ecolog gewesen, der im Auftrag des Freistaats an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen die Tests durchführt.

Der Sprecher ging davon aus, dass im Laufe des Freitags alle in dem Zeitraum getesteten Menschen ihre Ergebnis-Benachrichtigungen erhalten werden. Bereits am Donnerstagabend hatte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die Verzögerungen bei den Teststationen an Flughäfen eingeräumt. Grund sei „ein Schnittstellenproblem in der Datenverarbeitung“ bei Ecolog.

Panne beim RKI bezüglich der Corona-Fallzahlen für Deutschland

+++ 11.59 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland rund 1430 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Zunächst hatte das Institut am frühen Morgen wesentlich weniger Fälle angegeben (782). Später berichtete das RKI von technischen Problemen und schrieb, es seien 650 Fälle zu wenig ausgewiesen worden.

Zu der Panne schreibt das RKI, dass ab 16 Uhr keine Daten mehr eingelesen worden seien, die aus den zuständigen Landesbehörden kamen. „Daher werden mit Datenstand 04.09.2020 0 Uhr ca. 650 Fälle zu wenig ausgewiesen.“ Die tatsächlich 1430 Neuinfektionen bewegen sich in etwa auf dem Niveau der vergangenen Tage.

Corona in Deutschland: R-Wert liegt deutlich unter 1

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach rund 247.600 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Bis Freitagmorgen hatten etwa 221.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Donnerstagabend bei 0,77 (Vortag: 0,80). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,91 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona in Deutschland: Diskussion über kürzerer Quarantänezeit

+++ 9.00 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag mit 246.948 angegeben - ein Plus von 782 seit dem Vortag. Das RKI registrierte 9319 Todesfälle und damit zwei weniger als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 221.900.

Update vom Freitag, 04.09.2020, 7.30 Uhr: Gesundheitspolitiker aus mehreren Fraktionen haben sich dafür ausgesprochen, die Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen zu verkürzen. „Ich halte es für sehr sinnvoll, die Quarantänezeit auf fünf Tage zu begrenzen“, sagte der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach der „Welt“. „Wir wissen, dass die allermeisten Menschen fünf Tage nach Beginn der Symptome nicht mehr ansteckend sind, auch wenn der PCR-Test noch ein positives Ergebnis ausweist.“ Zuvor hatte der Berliner Virologe Christian Drosten für eine Verkürzung plädiert, um die Akzeptanz der Maßnahmen in der Gesellschaft zu erhalten.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, sprach sich ebenfalls für eine lediglich fünftägige Quarantäne aus. Damit erhöhe man die Akzeptanz in der Bevölkerung und entziehe „zugleich den Verschwörungstheoretikern und Corona-Leugnern den Boden“, sagte sie der „Welt“. Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche sagte: „Für die breite Masse der Bevölkerung kann es sinnvoll sein, bei Verdacht auf einen Kontakt mit einer infizierten Person zunächst in eine verkürzte Quarantäne zu gehen und diese mit einem negativen Test abzuschließen.“

Karl Lauterbach spricht sich für eine Verkürzung der Quarantänezeit aus.

Corona in Deutschland: Ist das Coronavirus rückläufig?

+++ 21:27 Uhr: Die Anzahl an prozentual positiv Getesteten in Deutschland ist nach Angaben von „ntv“rückläufig. Laut RKI ergeben 100 durchgeführte Corona-Tests höchstens einen positiven Befund. Demnach liegt diese Marke bei 0,74 Prozent. Vor einer Woche waren es 0,85 Prozent. Das ist vor allem eine gute Nachricht, da die Anzahl an Tests seit dem Frühjahr erheblich zugenommen haben.

Das Coronavirus ist rückläufig.

Anfangs waren es nämlich rund 400.000 Abstriche pro Woche. Im August wurden über 800.000 Tests durchgeführt. In der vergangenen Woche waren es mehr als eine Million. Deshalb vertreten Fachleute die Meinung, dass Corona nachlässt. Abzuwarten gilt natürlich, wie sich das Infektionsgeschehen im Herbst und Winter entwickelt. Denn dann ist bekanntlich Grippe-Saison.

Corona-Krise: Streit um Maske – Mann schlägt Zugbegleiterin blutig

+++ 14.09 Uhr: In einem Regionalzug in Hamburg hat ein Mann eine Zugbegleiterin blutig geschlagen, nachdem sie ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte und seine Fahrkarte sehen wollte. Beides hatte der Mann nicht bei sich, wie die Bundespolizei am Donnerstag mitteilte.

In einer Regionalbahn in Hamburg endete ein Streit um die Maskenpflicht für die Zugbegleiterin blutig.

Zunächst hatte die Zugbegleiterin den Mann gebeten, sich mit seinem T-Shirt Mund und Nase zu bedecken. Daraufhin habe er in der Zugtoilette eine improvisierte Mund-Nase-Bedeckung angelegt. Als sie dann auch noch seine Fahrkarte kontrollieren wollte, rannte der Mann plötzlich an einem Bahnhof aus dem Zug. Kurz danach stieg er aber wieder ein und schlug der Bahnmitarbeiterin mit der Faust ins Gesicht. Dann sei der Mann endgültig unerkannt geflüchtet. Fahrgäste hatten sich den Angaben zufolge bis zum Eintreffen der Rettungskräfte um die stark blutende Frau gekümmert.

Corona in Düsseldorf: Karnevalsauftakt ohne Alkohol

Der Vorfall hat sich bereits vor einer Woche am Mittwoch ereignet. Die Bundespolizei sucht nun nach Zeugen, die den Mann nach der Tat gesehen haben.

+++ 11.45 Uhr: Der Karnevalsauftakt soll in Düsseldorf wie gewohnt am 11. November stattfinden. Jedoch ist er unter freiem Himmel und ohne Alkohol geplant. Das gab jetzt das Comitee Düsseldorfer Carneval bekannt.

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf startet seit 150 Jahren am 11.11. in die fünfte Jahreszeit. „An dieser Tradition werden wir auch in Zeiten der Corona-Krise festhalten“, so das Comitee. Das Erwachen des „Hoppeditz“ auf dem Rathausplatz werde aber komplett ohne Alkoholausschank stattfinden.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen

Update vom Donnerstag, 03.09.2020, 05:25 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1311 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 246 166 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 3.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9321. Das sind acht mehr als noch am Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 220 500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Mittwochabend bei 0,80 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,91 (Vortag: 0,89). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Corona-Warn-App stößt auf Vorbehalte

+++ 14.50 Uhr: Die Corona-Warn-App des Bundes stößt in der Bevölkerung weiterhin auf große Vorbehalte. In einer Umfrage im Auftrag des Technikverbandes gfu gaben 52 Prozent der Befragten an, sie wollten die App des Robert Koch-Instituts nicht installieren. Die Studie mit 2000 Befragten wurde am Mittwoch im Vorfeld der Technikmesse IFA veröffentlicht.

Knapp die Hälfte (48 Prozent) erklärte, die App habe für sie keinen persönlichen Mehrwert. Ein Drittel (33 Prozent) bezweifelte, dass die Daten ausreichend geschützt sind. Dabei hatten Datenschützer und auch Nicht-Regierungsorganisationen wie der Chaos Computer Club das Datenschutzkonzept der App zum Start ausdrücklich gelobt. Knapp ein Drittel (30 Prozent) befürchtet Eingriffe in die Selbstbestimmung.

Corona-Test nach Demo in Berlin verweigert

+++ 13.17 Uhr: Ein Senioren- und Pflegeheim im schleswig-holsteinischen Itzstedt hat einer Mitarbeiterin fristlos gekündigt, weil sie nach der Teilnahme an der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin einen Corona-Test verweigert hatte. Der Pflegedienstleiter der privaten Einrichtung bestätigte die Kündigung am Mittwoch (02.09.2020). In einem Pflegeheim seien besonders strenge Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, an die sich alle Mitarbeiter halten müssten, sagte er zur Begründung. Dazu gehöre unter anderem ein Corona-Test bei entsprechenden Krankheitssymptomen.

Die Mitarbeiterin hatte am Wochenende an der Großdemonstration in Berlin gegen die Corona-Auflagen teilgenommen und sich anschließend wegen Erkältungssymptomen krank gemeldet. An der Demo hatten tausende Menschen teilgenommen, unter ihnen zahlreiche Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger und andere Rechte. Die meisten der Demo-Teilnehmer trugen weder einen Mundschutz noch achteten sie auf die Abstandsregelungen. Ob die Kündigung wirksam ist, ist unter Arbeitsrechtlern trotzdem umstritten.

Deutschland: Roche will Corona-Schnelltest auf den Markt bringen

+++ 09.45 Uhr: Der Schweizer Pharmakonzern Roche will bis Ende September einen Corona-Antigen-Schnelltest auf den Markt bringen. Mit dem Test soll binnen 15 Minuten eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus festgestellt werden können, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Der Test werde zunächst in Ländern verfügbar sein, die die CE-Kennzeichnung der EU für Produkte anerkennen. Es sei aber geplant, auch eine Zulassung durch die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA zu erhalten.

Bei der Markteinführung sollen nach Unternehmensangaben zunächst 40 Millionen Corona-Schnelltests pro Monat hergestellt werden, teilte das Unternehmen weiter mit. Bis Ende des Jahres könne die Kapazität mehr als verdoppelt werden.

Leipziger Forscher haben derweil Corona-Antikörpertests für zu Hause auf den Markt gebracht. Sie sind in Apotheken oder online erhältlich. Doch es bleiben noch Fragen offen.

Corona in Deutschland: Die tagesaktuellen Fallzahlen

Update vom 02.09.2020, 05.30 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1256 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen bekannt (Datenstand 2.9., 0.00 Uhr). Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 244 855 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9313. Seit dem Vortag wurden elf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 219 100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstagabend bei 0,84 (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Virologe Christian Drosten für kürzere Corona-Quarantäne in Deutschland

+++ 18.04 Uhr: Christian Drosten hat sich für eine Verkürzung der Quarantäne für Menschen mit Corona-Verdacht von 14 auf fünf Tage ausgesprochen. Mit diesem Vorschlag gehe er „bis an die Schmerzgrenze der Epidemiologie“, sagte er am Dienstag (01.09.2020) in seinem ersten NDR-Podcast nach der Sommerpause. „Das ist schon, sagen wir mal, eine steile These, dass man sagt, nach fünf Tagen ist eigentlich die Infektiosität vorbei“, so Drosten. Die Überlegung sei aber: „Was kann man denn in der Realität machen, damit man nicht einen de-facto-Lockdown hat?“, erklärte er. „Es nützt ja nichts, wenn man alle möglichen Schulklassen, alle möglichen Arbeitsstätten unter wochenlanger Quarantäne hat.“

Zudem sind Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, nach Ansicht von Christian Drosten vor einer erneuten Erkrankung geschützt. Zumindest für den Zeitraum der gegenwärtigen Virus-Pandemie dürfte die Immunität anhalten, sagte der Virologe. „Da bin ich sehr zuversichtlich.“ Im Ausnahmefall könne es möglicherweise bei erneutem Kontakt mit dem Virus zu einer neuerlichen, oberflächlichen Infektion kommen, eine schwere Lungenentzündung dürfte daraus aber nicht werden. 

Corona in Deutschland: Gerichtshof will Alkoholverbot in München wieder abschaffen

+++ 16.40 Uhr: Das nächtliche Alkoholverbot in München könnte wieder abgeschafft werden. Dafür setzt sich der bayrische Verwaltungsgerichtshof ein, laut dem das Verbot unverhältnismäßig ist. Das Verbot sieht vor, dass ab 23 Uhr auf öffentlichen Plätzen in München kein Alkohol mehr konsumiert werden darf. So sollen große Menschenmassen während der Corona-Pandemie vermieden werden.

Zunächst hatte ein Mann gegen das Verbot geklagt. Im Anschluss an die Klage erklärte auch der bayrische Verwaltungsgerichtshof das Verbot für unangemessen. Die Stadt München legte daraufhin zwar Einspruch ein, dieser wurde aber abgelehnt.

Corona in Deutschland: Christian Drosten nimmt Stellung zur Corona-Lage

+++ 15.45 Uhr: Virologe Christian Drosten ist aus einer Sommerpause zurückgekehrt und nimmt zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland Stellung. In seinem Podcast erklärt Drosten, wie er die Zahlen interpretiert – und hat eine wichtige Botschaft. „Es ist jetzt eine andere Art von Patienten, die sich infiziert“, sagt der Virologe. Anfangs hätten sich vor allem ältere Menschen infiziert und an starken Symptomen und Verläufen gelitten.

Nun seien es eher junge Menschen, die aber häufig an milden Symptomen leiden. Christian Drosten empfiehlt Jugendlichen, die auf einer Party waren, ausdrücklich den Gang zum Arzt. Auch bei einem schlechten Gewissen. Zudem spricht Drosten Reiserückkehrertests an.

„Die Menschen haben sich an den unterschiedlichsten Orten unterschiedlich verhalten“, ergänzt der Virologe. Manche hätten Urlaub gemacht. Andere wiederum ihre Familie besucht. Wichtig sei auch zu unterscheiden, ob sich Urlauber*innen im Ausland infiziert haben. Falls dies so wäre, seien sie unter Umständen nicht mehr ansteckend, wenn sie zurück nach Deutschland reisten. „Den muss man anders betrachten als einen frisch symptomatischen, der vor wenigen Tagen auf einer großen Grillveranstaltung war“, sagt Drosten. Beide Menschen seien nach dem PCR-Test positiv, bei einer Grillparty liege das Cluster allerdings in Deutschland.

Außerdem empfiehlt der Virologe auch das Tragen von Alltagsmasken gegen Corona. Selbst, wenn diese nicht perfekt sitzen würden, sei die Gefahr geringer, als wenn man gar keine Maske trägt. Auch wenn Aerosole an der Maske vorbeigingen, „trifft es einen nicht direkt", sagt Drosten.

Corona in Deutschland: Deutschland führt neues Gesundheitsportal ein

+++ 13.29 Uhr: Deutschland stellt ein neues Gesundheitsportal vor, auf dem sich Bürger*innen in Deutschland zukünftig für Fragen rund um Gesundheit informieren können. Auf der Seite soll einem Bericht von „tagesschau.de" zufolge nachvollziehbar dokumentiert werden, wer den jeweiligen Beitrag verfasst hat und ob dieser fachlich geprüft wurde. Außerdem soll kenntlich gemacht werden, wie aktuell der Beitrag ist und welche Quelle verwendet wurde.

Vor allem Informationen über das Coronavirus sollen damit für alle Bürger*innen einfach zugänglich werden: „Gerade die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig seriöse Gesundheitsinformationen sind“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn über das Gesundheitsportal. Neben Covid-19 enthält das Portal aber auch Beiträge zu vielen anderen Krankheitsbildern – so etwa zu Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen. Nach und nach soll das Angebot erweitert werden.

Corona: RKI meldet neue Fallzahlen für Deutschland

+++ 11.22 Uhr: Forscher*innen ist im Kampf gegen das Coronavirus ein Durchbruch gelungen. Mit dem Einsatz von Krebsmedikamenten konnten die Wissenschaftler aus Frankfurt die Verbreitung von Corona* stoppen. Die Medikamente seien in der Lage gewesen, die Signalwege des Coronavirus komplett zu unterbrechen.

Nun werde in einer klinischen Studie überprüft, ob Krebsmedikamente ausdrücklich gegen Corona zugelassen werden können. Ob das möglich ist, steht noch in den Sternen. Allerdings haben die Medikamente den Vorteil, dass sie bereits gegen Krebs zugelassen sind. Es entfällt also eine komplette Neuentwicklung eines Medikamentes.

Corona-Krise in Deutschland: RKI veröffentlicht aktuelle Fallzahlen

Update vom Dienstag, 01.09.2020, 7.30 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1218 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Homepage bekannt. Am Samstag waren es noch 1479 neue registrierte Fälle, am Sonntag 785 und am Montag 610. Die Fallzahlen an Sonn- und Montagen sind oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 243.599 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete (Datenstand 1.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9302. Seit dem Vortag wurden vier Todesfälle mehr gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 217.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden

Nordrhein-Westfalen verschärft Corona-Vorgaben für größere Veranstaltungen

+++ 15.06 Uhr: Nordrhein-Westfalen verschärft als erstes Bundesland die Vorgaben für größere Veranstaltungen: Über die bisherigen Corona-Regeln hinaus muss von nun bei mehr als 500 teilnehmenden Personen auch sichergestellt werden, dass An- und Abreise unter Einhaltung der Belange des Infektionsschutzes erfolgen können, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag. Zudem müssen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern auch noch vom Gesundheitsministerium genehmigt werden.

Das Ministerium habe damit „das letzte Wort“, sagte Laumann. Ministerpräsident Armin Laschet* (CDU) hatte vergangene Woche gesagt, dass die neue Genehmigungskette eine Lehre des geplanten Großkonzerts in Düsseldorf sei.

Corona in Deutschland: Maskenpflicht als Teil des Hygienekonzepts

+++ 13.56 Uhr: Nach dem Ende der Sommerferien gilt in Bayerns Schulen zunächst für neun Schultage eine Maskenpflicht für alle Schüler im Unterricht. Dies teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag nach Beratungen mit Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern in München mit. Von der Maskenpflicht als „Sicherheitspuffer“ im Unterricht seien einzig Grundschüler und auch Lehrer ausgenommen. Der Unterricht beginnt in Bayern am Dienstag nächster Woche wieder.

Angela Merkel: „Es ist ernst, unverändert ernst“

Die Maskenpflicht zum Auftakt des Schuljahres ist Teil des Hygienekonzeptes, mit dem der Regelbetrieb an den Schulen auch in der Pandemie aufrechterhalten werden soll. Dazu gehört, dass zur Minimierung der Ansteckungsrisiken zudem in den Gebäuden und überall dort, wo kein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, eine Pflicht zum Tragen des Mund-Nase-Schutzes gibt.

Erstmeldung vom 31.08.2020, 11.50 Uhr: Angesichts einer steigenden Zahl von Corona*-Infektionen in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Deutschen auf schwierige Zeiten eingestimmt. „Man muss damit rechnen, dass manches in den nächsten Monaten noch schwieriger wird als im Sommer“, sagte die Regierungschefin am Freitag in Berlin. „Es bleibt dabei: Es ist ernst, unverändert ernst - und nehmen Sie es auch weiterhin ernst.“

Corona in Deutschland: April-Marke erstmals überschritten

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder 1571 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet. Vor einer Woche war sogar erstmals seit April die Marke von 2000 neuen Corona-Infektionen binnen 24 Stunden überschritten worden.

Trotzdem demonstrierten am Samstag (29.08.2020) erneut Tausende Menschen in der Berliner Innenstadt gegen die Corona-Beschränkungen demonstrieren. Die Polizei hatte den Protestmarsch gegen die Corona-Politik zwar verboten, doch das Berliner Verwaltungsgericht kippte diese Verfügung. Bei den teilweise gewalttätigen Protesten gegen die Corona-Politik in Berlin sind nach Angaben der Polizei am Samstag 316 Menschen festgenommen worden. Es seien 33 Beamtinnen und Beamte verletzt worden, teilte die Polizei am Sonntagabend in der Hauptstadt mit.

Zu der Kundgebung hatte die Initiative Querdenken 711 aus Stuttgart 22.000 Teilnehmer angemeldet. Insgesamt nahmen über 38.000 Menschen an den Anti-Corona-Protesten teil. Das verkündete Innensenator Andreas Geisel (SPD) bei einer ersten Zwischenbilanz am Wochenende.

Demos gegen Corona-Politik in Deutschland: Tausende gehen auf die Straße

Im Vorfeld der Demonstrationen gab es im Internet zahlreiche Aufrufe, ungeachtet eines möglichen Demo-Verbots in die Bundeshauptstadt zu reisen und zu protestieren. Bei der Berliner Polizei gingen mehrere tausend Anmeldungen für weitere Demonstrationen ein. Bereits am 1. August waren in Berlin mehrere tausend Menschen gegen die Corona-Politik in Deutschland auf die Straße gegangen. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten, noch Masken trugen, löste die Polizei die Kundgebung auf.

Merkel bedankte sich ausdrücklich bei den Bürgern für ihr umsichtiges Verhalten. Schlimme Erfahrungen wie in anderen Staaten seien Deutschland bisher erspart geblieben. Das liege vor allem daran, dass „die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland Vernunft, Verantwortungsbewusstsein und Mitmenschlichkeit gezeigt hat“. Dafür werde sie „immer dankbar sein“. Mit einem schnellen Ende der Pandemie rechnet die Kanzlerin aber nicht: „Wir werden noch länger mit diesem Virus leben müssen, und deshalb ist meine Grundhaltung eine der Wachsamkeit, der Aufmerksamkeit.“

Corona in Deutschland: Kostenlose Tests nur für Rückkehrer

Tags zuvor hatte sich Merkel mit den Ministerpräsidenten auf das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie verständigt. So sollen die kostenlosen Tests ab Mitte September auf Rückkehrer aus Risikogebieten begrenzt werden. Ab Oktober müssen Reisende aus einem Risikogebiet zudem in eine verpflichtende Quarantäne und dürfen diese frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach der Rückkehr beenden. (marv/dpa) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Paul Zinken

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