Auf dem Heimweg beginnt Drama

Horror-Flug nach Familienurlaub: Auch andere Passagiere berichten von dem Erlebnis

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Für eine Familie wurde der Heimflug aus dem Urlaub zum absoluten Albtraum.

Für eine Familie aus Murr, in der Nähe von Stuttgart, endet der Urlaub mit einem Horror-Flug. Condor sagt, es bestand kein Grund zur Sorge.

Update vom 18. September 2019: Zu dem für eine Familie dramatischen Condor-Flug aus dem Ägypten-Urlaub zurück nach Stuttgart hat sich ein weiterer Passagier geäußert, er bestätigt die Schilderungen der Passagiere aus Murr. Doch so traumatisierend wie die Familie hat er die Triebwerk-Probleme am Flugzeug anscheinend nicht wahrgenommen. 

Michael Beck ist aus Weinstadt und saß am 15. August ebenfalls in der Maschine der Condor aus Ägypten, die über Zagreb plötzlich Triebwerk-Probleme hatte und dann mit nur einem funktionierenden Triebwerk auf dem Flughafen in Stuttgart landete. Der Bietigheimer Zeitung erzählte er, dass er wohl laute Geräusche gehört habe und das Flugzeug dann auch abgesunken sei. Doch dass sich das Flugzeug zur Seite geneigt habe und gar Flammen aus dem Triebwerk kamen, habe er nicht mitbekommen. Er sagte sogar, dass das Triebwerk "definitiv nicht gebrannt" habe. 

Ein anderer Passagier habe die Funken aus dem Triebwerk anscheinend tatsächlich gesehen und das Flugpersonal sei "wirklich aufgescheucht" gewesen. Die Wahrnehmungen der Passagiere im Flugzeug gehen also auseinander. Michael Beck erklärt: "Als wir wieder unten waren, war es dann auch okay." Doch für die Familie aus Murr bedurfte es nach dem Flug einer psychotherapeutischen Aufarbeitung.

Condor-Flug: Urlaub endet mit Horror-Flug für Familie - jetzt spricht ein Experte

Update vom 17. September 2019: Nachdem der Horror-Flug einer Familie aus Murr bekannt wurde, haben sich auch weitere Passagiere zu den Erlebnissen geäußert. Die Reaktionen reichen von verständnisvoll bis hin zu sehr wüsten Reaktionen, dass die Familie sich nicht so anstellen solle.

Nun gibt es angeblich ein Video, das das brennende Triebwerk der Condor-Maschine beim Flug am 15. August zeigen soll. Die Bietigheimer Zeitung hatte Einblick in das Handyvideo und es einem Experten der Piloten Vereinigung Cockpit vorgelegt. Für den Piloten von Cockpit steht fest: "Wenn mir die Crew oder Passagiere Flammen aus einem Triebwerk melden würden, würde ich keine lange Strecke mehr bis zum Zielflughafen zurücklegen." 

Weshalb plötzlich Flammen aus dem Triebwerk der Condor-Maschine schlugen, kann der Cockpit Pilot auch nur mutmaßen. Ein mechanischer Schaden oder verunreinigter Treibstoff seien bei diesem Vorfall die wahrscheinlichsten Ursachen, denn dass ein Vogel auf dieser Höhe ins Triebwerk geflogen sei, ist nahezu unmöglich. Doch der Experte unterstützt auch die Meinung der Fluggesellschaft Condor, denn grundsätzlich könne man mit einem Triebwerk weiterfliegen. Es käme nur anfangs zu einer leichten Schieflage.

Condor-Flug: Urlaub endet mit Horror-Flug - Familie ist völlig traumatisiert

Ursprungsartikel vom 16. September 2019: Fliegen soll ja die sicherste Reiseart sein. Von wegen! Das beweist das traumatische Erlebnis einer Familie aus Murr. Was war aber genau passiert?

Die Familie Pereira Meireles aus Murr machte Urlaub in Ägypten und flog am 15. August mit der Fluggesellschaft Condor von Hurghada zurück nach Stuttgart. Es begann alles sehr harmlos mit einer Flugverspätung und endete in einem absoluten Horror-Trip! Der Flug hatte eine Verspätung, das kommt bekanntlich sehr oft vor, als jedoch die Tragflächen Feuer fingen, hörte der Spaß auf. 

Condor-Flug: Tragfläche fängt Feuer 

Die Familie hatte Plätze auf der Höhe der rechten Tragfläche. "Über Zagreb haben wir sehr laute Geräusche gehört, die sich anhörten, als würden wir beschossen", sagt Marzena Pereira Meireles. Plötzlich riefen die Passagiere, die auf der Höhe der linken Tragflächen saßen, FEUER! Eine Flugbegleiterin kam angerannt und schlug entsetzt die Hände vor dem Gesicht zusammen fing zu weinen an.

Die Reaktion löste große Panik bei den Passagieren aus. "Wir hatten Todesangst", erzählt Pereira Meireles. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam endlich ein männlicher Flugbegleiter und erklärte, dass die Piloten gerade eine Checkliste durchgehen, um das Problem zu finden, berichtet die Bietigheimer Zeitung.

Kostenloser Alkoholausschank - fatales Zeichen

Wirklich beruhigend war die Aussage des Flugbegleiters wohl nicht. Vor allem, weil die Flugbegleiterin von zuvor in einer Ecke des Flugzeugs begonnen habe, eine Zigarette zu rauchen. Auch dass bei dem Touristenflieger plötzlich kostenlos Alkohol ausgeschenkt wurde, nahmen die Passagiere wohl eher als fatales Zeichen wahr.

"Als dann die Stadtlichter immer weiter wegrückten habe ich gedacht, die lassen uns jetzt crashen über unbewohntem Gebiet", erinnert sich Pereira Meireles. Einige Passagiere forderten eine sofortige Notlandung, das wurde jedoch von der Flugzeug-Crew ignoriert. Stattdessen wurde den Fluggästen erklärt, man versuche nach Deutschland zu kommen. 

Condor-Flug: Zweistündiger Horror

Der Horror-Flug dauerte ganze zwei Stunden. Beim Landeanflug auf Stuttgart gab es erneute Schläge an den Tragflächen. Trotzdem glückte die Landung. Aber: Die Passagiere waren dazu gezwungen eine weitere halbe Stunde in dem Flugzeug auszuharren. "Wir wollten nur raus und konnten nicht verstehen, warum wir das nicht durften. Wir hatten Angst, dass das Flugzeug explodiert", sagt die Pereira Meireles. 

Und auch nach der Landung wollte der Horror kein Ende nehmen. Denn: Es gab keine Hilfe und keine Betreuung für die Passagiere! Bis heute gibt es keine Entschädigung oder Hilfestellung von der Seite der Fluggesellschaft. Nach dem Flug begab sich die Familie in psychotherapeutische Behandlung. Laut Flughafen Stuttgart liegen zu dem Flug keine besonderen Ereignisse vor. Der Pilot hat weder einen Notfall noch technische Schwierigkeiten gemeldet. 

Horror-Flug: Das sagt Condor dazu 

Condor-Sprecherin Magdalena Hauser teilt der Bietigheimer Zeitung mit:"Auf dem Flug DE217 von Hurghada nach Stuttgart am 15. August stellte die Crew eine leichte Vibration an einem der beiden Triebwerke fest. Gemäß der geltenden Verfahren wurde rein vorsorglich die Leistung des Triebwerks reduziert, es wurde jedoch nicht abgeschaltet. Der Flug konnte dann ganz normal fortgesetzt werden und das Flugzeug des Typs Airbus A320 landete sicher in Stuttgart. Sicherheit hat in der Luftfahrt zu jedem Zeitpunkt höchste Priorität und unsere Crews sind auf diese Verfahren geschult. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Gäste oder die Crewmitglieder an Bord." Weiterhin entschuldigt sich die Fluggesellschaft dafür, dass einige Passagiere sich unwohl gefühlt haben. 

Ein Reiseerlebnis der besonderen Art machte jetzt auch eine junge Frau aus Heilbronn, die in Thailand die Segel hisste, berichtet echo24.de*. Wer nach dem Urlaub keine bösen Überraschungen erleben will, sollte einige Tipps der Polizei beachten.

*echo24.de ist Teil des Redaktionsnetzwerkes Ippen-Digital

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