1. echo24
  2. Welt

Chaos um Airtag-Verbot bei Lufthansa: Weitere Airline macht klare Ansage zu Gepäck-Trackern

Erstellt:

Von: Sophia Lother

Kommentare

Im Sommer 2022 entstanden an vielen deutschen Flughäfen chaotische Zustände. (Symbolfoto)
Im Sommer 2022 entstanden an vielen deutschen Flughäfen chaotische Zustände. (Symbolfoto) ©  Jonas Walzberg/dpa; Frank Rumpenhorst/dpa

Bluetooth-Gepäcktracker können der Retter in der Not sein, wenn es darum geht, verlorene Koffer aufzuspüren. Doch eine Airline stellt sich quer.

Wo ist schon wieder die Handtasche, und wo liegen eigentlich meine Hausschlüssel? Um sich solche Fragen nicht mehr ständig stellen zu müssen, setzen inzwischen viele auf Tracker. Die lassen sich fast überall befestigen und via Smartphone kann dann das Gesuchte schnell wiedergefunden werden. Immer mehr Menschen nutzen diese Tracker auch für ihr Gepäck.

Denn spätestens nach dem großen Kofferchaos an vielen deutschen Flughäfen im Sommer 2022 haben die Bluetooth-Tracker immer mehr Zulauf bekommen. Dagegen regt sich nun Widerstand. Die Lufthansa twitterte auf ihrem internationalen Account dazu auf die Frage eines Nutzers: „Die Lufthansa verbietet aktivierte AirTags im Gepäck, da sie als gefährlich eingestuft werden und ausgeschaltet werden müssen.“ Das hat für Irritationen gesorgt, auch deshalb, weil nicht jede Airline diese Ansicht teilt.

Gepäck-Träcker wie Air-Tags bei der Lufthansa verboten? Warum sie für gefährlich gehalten werden

Doch warum sollen Gepäck-Tracker gefährlich sein? Auf eine Nachfrage auf Twitter gibt die Lufthansa folgende Antwort: „Nach den ICAO-Richtlinien unterliegen die Gepäck-Tracker den Gefahrgutvorschriften. Außerdem müssen die Tracker aufgrund ihrer Sendefunktion während des Fluges deaktiviert werden, wenn sie sich im aufgegebenen Gepäck befinden und können daher nicht verwendet werden.“

Doch dies scheinen nicht alle so zu sehen. Die Behörde für Transportsicherheit in den USA (TSA) betonte bereits auf Twitter, dass die Mitnahme von Airtags und anderen Bluetooth-Trackern kein Problem sei. Auch die Europäische Flugsicherheitsbehörde (EASA) hat sich inzwischen zu dem Fall geäußert. Sie erklärte auf ihrer Website, es lege in der Verantwortung der Airline, solche Geräte zu erlauben, nachdem sichergestellt wurde, dass diese einen sicheren Flugbetrieb nicht gefährden. Andere Airlines scheinen mit Airtag und Co. weniger Probleme zu haben. So erklärte Tuifly gegenüber BuzzFeed News DE von Ippen.Media: „Es gibt bei TUI fly keine Beschränkungen für AirTags. Gäste können diese also im Gepäck verwenden.“

Air-Tags und Co. im Flugzeuggepäck: Lufthansa Aussage sorgt für Ärger

Inzwischen haben sich viele Nutzerinnen und Nutzer auf Twitter über das Vorgehen der Lufthansa beschwert. Viele ziehen Parallelen zum Kofferchaos:

Ein anderer erzählt von einer eigenen Erfahrung auf einem Lufthansa-Flug: „Uns hat vor wenigen Wochen so ein Airtag im Koffer geholfen unser verspätetes Reisegepäck wieder zu finden, die beauftragten Firmen an den Flughäfen sind total überfordert. Und ja, das war mit Euch @Lufthansa_DE“

Bluetooth-Tracker im Flugzeug: Lufthansa äußert sich erneut

Inzwischen gibt es auch neue Töne von der Lufthansa, die aber nur wenig Klarheit schaffen. So gab das Unternehmen gegenüber dem Magazin Stern an: „Die Lufthansa Group hat eine eigene Risikobewertung vorgenommen, mit dem Ergebnis, dass Tracker mit sehr geringer Batterie- und Sendeleistung im aufgegebenen Gepäck kein Sicherheitsrisiko darstellen. Wir haben nie ein Verbot für solche Geräte ausgesprochen. Es ist an den Behörden, die Vorschriften anzupassen, die derzeit die Verwendung dieser Geräte für Fluggäste im aufgegebenen Gepäck beschränken. Wir stehen in engem Kontakt mit den entsprechenden Institutionen, um so schnell wie möglich eine Lösung zu finden.“ So klar und doch so verwirrend, besonders für Flugpassagier:innen. Bleibt abzuwarten, wie es im Streit um Airtag und Co. weitergeht.

Auch der Lufthansa Streik sorgte für Furore. Im Netz erhielten die Beschäftigten im Lufthansa-Streik aber auch viel Zuspruch.

Auch interessant

Kommentare