BUGA-Zwerg "Karl" muss einiges mitmachen

Schädel eingeschlagen, in die Luft gesprengt: Maskottchen seit Monaten Opfer von Straftaten

+
Buga-Maskottchen "Karl" ist wieder da.

Zwerg "Karl" soll Werbung für die BUGA 2019 machen. Doch auf diese Weise sollte das nicht passieren.

Heilbronn - Anfangs wurde er "nur" geklaut oder an kuriose Orte versetzt. Inzwischen hat sich der Vandalismus um "Karl" verselbstständigt. Immer wieder wird das Maskottchen der Bundesgartenschau 2019 Opfer von Straftaten. Und diese werden in den letzten Monaten sogar brutaler.

Maskottchen der BUGA 2019: Karl tauchte anfangs sogar wieder auf

Karls Leidenszeit begann bereits Ende letzten Jahres. Die BUGA-Macher hatten die großen pinken Figuren zu Werbezwecken an rund 80 Städte verteilt. Insgesamt stehen sogar 150 Karl-Ausgaben an ausgewählten Plätzen in und um Heilbronn, wo die Bundesgartenschau ab dem 17. April stattfindet. Doch schnell wurde klar, dass weder die 1,40 Meter Größe, noch die 40 Kilogramm Gewicht oder Verankerungen Karl schützen würden.

Zunächst kam der BUGA-Zwerg allerdings noch halbwegs glimpflich davon. Er wurde um wenige Meter versetzt, dann auch gestohlen. Zunächst tauchten zwei Maskottchen aber sogar wieder auf - am Ursprungsort und auf dem Dach eines Supermarktes. Gerüchte es habe noch weitere Diebstähle gegeben, stellten sich damals als falsch heraus.

Zwerg Karl: BUGA-Macher nahmen Diebstähle noch mit Humor - dann wurden Straftaten brutaler

Die Veranstalter der Bundesgartenschau reagierten auf die ersten fünf Diebstähle deshalb vergleichsweise gelassen. "Natürlich haben wir die Diebstähle keinesfalls forciert. Wir können sie auch nicht billigen", sagte Pressesprecherin Suse Bucher-Pinell damals zu echo24.de*. "Wir erklären uns die Diebstähle so: 'Karl erfreut sich offenbar großer Beliebtheit.'"

Inzwischen lässt sich das kaum noch so darstellen. Denn bei den fünf Straftaten ist es längst nicht geblieben. Zuletzt wurden die Angriffe auf Karl sogar immer brutaler. Karl wurde umgeworfen, erneut geklaut - und dann nahmen die Straftaten um das Maskottchen eine ganz neue Dimension an. Besonders erstaunlich: Trotz oder gerade wegen der Opferrolle ist Karl bei den BUGA-Souvenirs der Renner!

BUGA 2019: Angriffe auf Zwerg Karl ein Zeichen gegen die Gartenschau?

Unbekannte sprengten einen der Zwerge in die Luft. Die Stücke flogen bis zu 25 Meter weit. Nur kurze Zeit später wiederholte sich der Vorfall an einem anderen Ort. Und auch die neusten Taten vor ein paar Tagen stammen eindeutig nicht von Karl-Liebhabern. Dem Zwerg wurde der Schädel eingeschlagen, eine andere Figur durchlöchert.

Karl ließe sich auch "human" zerstören - ihn gibt es aus pinker Schokolade oder Marzipan.

Die Polizei ist ratlos. Ein Zeichen gegen die Gartenschau will sie aber genauso wenig wie die BUGA selbst sehen. Karl zieht zwar eine Menge Aufmerksamkeit auf sich, "allerdings kann ich mir nicht vorstellen, warum die Randalierer gegen ihn vorgehen", sagt Bucher-Pinell. Doch nicht nur Karl macht von sich reden: Ende März ist auf dem BUGA-Gelände ein Feuer ausgebrochen.

BUGA 2019: Polizei hat Verdacht zu Straftaten um Maskottchen Karl

Rainer Köller von der Polizei Heilbronn vermutet, dass die Täter "Jugendliche sind, die unter Alkoholeinfluss randalieren wollen". Und da scheint Gartenzwerg Karl offenbar gerade recht zu kommen. Den Zweck der Werbung hat das Maskottchen längst erfüllt - inzwischen allerdings zu einem hohen Preis.

Weitere Meldungen zur BUGA

Besucherinfos rund um die BUGA 2019: Am 17. April öffnet die BUGA 2019 in Heilbronn ihre Türen. Alles Wissenswerte rund um Öffnungszeiten, Tickets, Parkplätze und Programm.

jt

*echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare