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Deutschland drohen „Brownouts“ im Winter – Experten warnen vor Stromausfällen

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Von: Lisa Klein

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Diesen Winter wird es wohl häufiger zu Stromausfällen kommen. Um eine Überlastung des Stromnetzes zu verhindern, soll die Versorgung gezielt abgestellt werden.

Um einen totalen Blackout bestenfalls zu verhindern und das Stromnetz zu stärken, bleiben diesen Winter die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland am Netz. Diese Entscheidungen kritisieren nicht nur Atomkraftgegner, sondern wird auch von vielen belächelt. Unter Berichten über mögliche Blackouts und ihre Folgen finden sich immer wieder zynische Kommentare in den sozialen Medien. Die Blackout-Gefahr in Deutschland wird unterschätzt. Doch so langsam wird es ernst.

Der „Bild“ liegt ein vertrauliches Papier vor, in dem vor sogenannten „Brownouts“ gewarnt wird – dem gezielten Abschalten der Stromversorgung für bis zu 90 Minuten in bestimmten Regionen. Auch die „Tagesschau“ berichtet Anfang Dezember: „Netzbetreiber schließen nicht aus, dass sie bei Engpässen im Winter stundenweise einzelne Stadtviertel vom Stromnetz nehmen müssen. Für diesen Fall gibt es konkrete Szenarien.“

„Brownouts“ sollen Stromnetz vor Überlastung schützen – gezieltes Abstellen der Versorgung

Das Papier soll laut „Bild“-Informationen Anfang Dezember der Umweltministerin von Baden-Württemberg, Thekla Walker (Grüne), vorgelegt worden sein. Darin heißt es: „Kurzzeitige rollierende Abschaltungen („Brownouts“) für eine Dauer von i.d.R. 90 Minuten können nicht vollständig ausgeschlossen werden“, wie „Bild“ berichtet.

Damit soll der Zusammenbruch des Stromnetzes bei „Lastunterdeckung“ verhindert werden. In Ländern mit kleineren oder wenig ausgebauten Netzen kommen solche Brownouts häufiger vor. 

BKK-Chef warnt vor „Brownouts“ im Winter – vermehrt regionale Stromausfälle in Deutschland

Auch der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK), Ralph Tiesler, warnt vor regionalen Stromausfällen im Winter, wie echo24.de berichtet. „Wir müssen davon ausgehen, dass es im Winter Blackouts geben wird“, sagte Ralph Tiesler bereits Ende November gegenüber der „Welt am Sonntag“: „Damit meine ich eine regional und zeitlich begrenzte Unterbrechung der Stromversorgung.“

Und weiter: „Das Risiko dafür steigt ab Januar und Februar, sodass wir davon ausgehen, dass es von da an stellenweise für eine gewisse Zeit zu Unterbrechungen der Stromversorgung kommt.“ Tiesler spricht hierbei ebenfalls nicht von flächendeckenden Blackouts über mehrere Tage, sondern von Brownouts. Die Bevölkerung muss laut BKK-Chef mit dem gezielten, vorübergehenden Abschalten der Netze durch die Betreiber, um die Gesamtversorgung nicht zu gefährden, rechnen. 

Stromnetz in Baden-Württemberg angespannt – erste Ausfälle in der Region Heilbronn

Die App „StromGedacht“ von TransnetBW ist am Mittwoch (7. Dezember) plötzlich auf Rot gesprungen. Ein Vorbote für Brownouts? „StromGedacht“ informiert über angespannte Situation im Stromnetz. Bedeutet: Die App springt auf Rot, sobald zu wenig Strom aus lokalen Quellen ins Netz fließt. User werden dann aufgefordert, ihren Verbrauch zu reduzieren, um eine Überlastung des Versorgungsnetzes zu verhindern.

Wie echo24.de berichtet, bedeutet das nicht, dass Baden-Württemberg kurz vor einem Stromausfall, Brownout oder Blackout steht. Allerdings kommt es nur einen Tag später, am Donnerstag, dann tatsächlich zum Stromausfall in der Region Heilbronn. Hunderte Haushalte sind betroffen.

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